5. September 2008
Von Annett Biermann
Die Arthroskopie oder auch Gelenkspiegelung ist eine Untersuchung von Gelenken mit einem Spezialuntersuchungsgerät, dem Arthroskop. Sie dient der Untersuchung von Schulter-, Knie-, Hand- und Sprunggelenksverletzungen sowie deren Beschwerden. Auch lassen sich traumatische Verletzungen, Gelenkabnutzung und entzündliche Veränderungen feststellen.

Arthroskopie des Kniegelenks
Das Gerät ist im vorderen Bereich mit einer kleinen Kamera ausgestattet, welche an einem dünnen Rohr befestigt ist. Gleichzeitig sind Stablinsen zur Vergrößerung, eine Lichtquelle und eine Spül- und Absaugvorrichtungen integriert. Ist eine Operation nötig, können spezielle Instrumente bis zum OP-Bereich eingeführt werden.
Durch Anschluss an eine Videokamera ist die gesamte Untersuchung am Bildschirm zu beobachten. Diese Art der Untersuchung oder der Operation wird als minimal-invasive Chirurgie oder Schlüssellochchirurgie bezeichnet. Sie hat den Vorteil, dass der Körper des Patienten weniger belastet wird, da nur mittels eines winzig kleinen Schnittes am betroffenen Gelenk operiert wird. Dadurch verkürzen sich die Heilungszeiten und der Patient leidet unter nur geringen OP-Schmerzen.
Wie jede größere Operation wird die Arthroskopie unter Narkose durchgeführt. Dies kann eine Vollnarkose sein oder aber nur eine örtliche Betäubung. Bei beiden Arten der Narkose muss der Patient nüchtern zur OP erscheinen, das heißt, er darf mindestens 6 Stunden vor OP-Termin nichts essen und trinken. Bei der Voruntersuchung wird Blut entnommen, um den Gerinnungswert des Blutes zu bestimmen, auch werden mit dem Anästhesisten Narkoserisiken besprochen.
Sind alle Werte ohne Befund, kann der Termin vereinbart werden. Zur OP-Vorbereitung wird die Hautumgebung des betroffenen Gelenkes desinfiziert und steril abgedeckt. Durch einen kleinen Schnitt, führt der behandelnde Arzt nun das Führungsrohr in das Gelenk und schiebt das Arthroskop hindurch. Um sich besser orientieren zu können wird in das Gelenk eine Flüssigkeit gebracht, dadurch werden Meniskus oder auch Kreuzbänder besser sichtbar.
Um im Fall einer notwendigen Operation operieren zu können, muss der Arzt bis zu zwei weitere kleine Schnitte machen, um die Instrumente bis zum Gelenk vorschieben zu können. Trotz dieser modernen Art der Operation können auch hier Komplikationen auftreten. Diese sind Knorpelverletzungen, Infektionen, Gefäß- und Nervenverletzungen sowie Blutungen. Auch kann es in seltenen Fällen zu einer Thrombose kommen.
Als Alternative zu dieser Untersuchungsmethode hat man die Möglichkeit einer Kernspin-Tomographie. Sie ist ein sehr schonendes Verfahren, allerdings ist bei dieser Methode nicht die Möglichkeit der minimal-invasiven Chirurgie bei Bedarf gegeben.
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