16. November 2009
Um bestimmte Krebserkrankungen zu behandeln, kann die Anwendung einer Überwärmungstherapie (Hyperthermie) hilfreich sein. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz.
Eine Überwärmungstherapie lässt sich auf unterschiedliche Weise und an verschiedenen Stellen durchführen.
1. Lokale Hyperthermie
Die lokale Überwärmungstherapie kommt bei oberflächlichen Tumoren wie Brustwandtumoren, Brustkrebs oder bei Halslymphknotenmetastasen zum Einsatz. Dabei überträgt man mit Hilfe eines Applikators die Wärme von außen auf das zu behandelnde Gewebe. Über die Antennen des Applikators werden Radio- oder Mikrowellen ausgestrahlt, um das Gewebe zu erwärmen.
2. Regionale Hyperthermie
Bei der regionalen Überwärmungstherapie werden größere Körperareale, von etwa dreißig bis vierzig Zentimetern Umfang, erwärmt. Dazu gehören der Oberschenkelbereich, das Becken oder die Bauchregion. Dabei umgibt die Strahlungsquelle ringförmig den Bereich, der erwärmt werden soll, damit auch tiefere Gewebeschichten erreicht werden können.
3. Ganzkörper-Hyperthermie
Bei diesem Verfahren wird der ganze Körper auf 41 bis 42 Grad Celsius erwärmt. Dazu erfolgt meist eine Vollnarkose. Auf diese Weise können auch Metastasen (Tochtergeschwülste) an weiter entfernt liegenden Organen behandelt werden. Gemeinsam mit einer Chemotherapie lassen sich auf diese Weise die Krebszellen zerstören. Erzeugt wird die Überwärmung durch Wasserdampf oder Infrarotstrahlen. Zudem kann Blut entnommen, erwärmt und wieder zurück in den Körper geführt werden.
4. Hypertherme Perfusion
Bei dieser Methode wird überwärmte Flüssigkeit, wie zum Beispiel Blut des Patienten, das mit Chemotherapeutika versehen wurde, direkt in die Blutgefäße eingeführt. Auf diese Weise kann das zu behandelnde Organ oder Körperteil gezielt erwärmt werden, sofern es über eine eigene Blutversorgung verfügt.
5. Interstitielle Hyperthermie
Bei der interstitiellen Überwärmungstherapie führt man die Antenne eines Applikators direkt in das erkrankte Gewebe ein. Dadurch können kleine Areale gezielt erwärmt werden. Diese Methode erfolgt oftmals gemeinsam mit einer radioaktiven Afterloadingtherapie.
6. Thermoablation
Dabei schiebt man einen Laser in kleine Tumore vor, die weniger als drei Zentimeter Durchmesser besitzen. Anschließend wird das von Krebs befallene Gewebe mit Temperaturen von über 50 Grad Celsius zerstört. Die Thermoablation wird zumeist an der Leber vorgenommen.
7. Magnetfeldhyperthermie
Bei diesem Verfahren erwärmt man kleine Stäbchen aus Metall oder magnetische Flüssigkeiten durch ein Magnetfeld. Da sich die Magnetfeldhyperthermie jedoch noch im Forschungsstadium befindet, wird sie nur an Patienten vorgenommen, die für wissenschaftliche Studien speziell ausgewählt wurden.
Zu den möglichen Nebenwirkungen einer Überwärmungstherapie gehören schmerzhafte örtliche Überhitzungen oder geringfügige Verbrennungen durch die Überwärmung. In manchen Fällen kann es während der Therapie auch zu Kreislaufproblemen kommen.
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