Lithium ist ein Psychopharmakon, das von Psychiatern bei schwer kranken Patienten mit bipolarer affektiver Krankheit eingesetzt wird. Mit einer Lithiumtherapie können die meisten Patienten auf Dauer symptomfrei bleiben.
Lithium wird seit mehr als einem halben Jahrhundert in der Psychiatrie eingesetzt und gilt als sehr gut erforscht.
Die Therapie mit Lithium besteht in der Regel aus der Gabe von Lithiumcitrat, -carbonat oder –sulfat, alternativ auch Lithiumorotat. Dabei ist auf eine sorgfältige Dosierung zu achten: Der Unterschied zwischen der wirksamen und der bereits giftigen Menge ist äußerst gering, eine Selbstbehandlung keinesfalls ratsam.
Die regelmäßige Einnahme von Lithium schützt bei Depressionen oder manisch-depressiven Erkrankungen vor neuen Krankheitsschüben. Das Medikament wird deshalb in der Lithiumtherapie auch vorbeugend als Stimmungsstabilisator eingesetzt, kann aber - bei Manien – auch eine akute Besserung des Zustands bewirken. Bei affektiven Störungen ist eine den Suizid verhütende Wirkung nachweisbar.
Lithium wird als Wirkungsverstärker zusätzlich zu der Einnahme eines Antidepressivums gegeben. In Kombination mit Neuroleptika hilft es bei therapieresistenter Schizophrenie. Eine weitere Indikation ist der Cluster-Kopfschmerz. Die genaue Wirkungsweise von Lithium ist unbekannt, vermutlich wirkt es ausgleichend auf den Noradrenalin- und Serotoninhaushalt des Körpers. Es ist bei angemessener Dosierung gut verträglich und scheint nicht abhängig zu machen.
Nebenwirkungen sind dennoch möglich: So zum Beispiel Kreislaufstörungen, Tremor, Erbrechen oder Gewichtszunahme. Bei Schwangerschaften steigt das relative Risiko für Fehlgeburten. Ein vorsichtiges Ausschleichen der Lithiumtherapie ist ratsam. Ansonsten drohen innere Unruhe, Angstzustände und erhöhte Reizbarkeit. Ebenfalls möglich: der Ausbruch einer manischen Phase bei bipolaren Erkrankungen.
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