23. Juli 2006
Lachen ist die beste Medizin, so heißt es im Volksmund. Tatsächlich ist das Lachen nicht nur eines der wichtigsten Kommunikationsmittel. Zusätzlich soll es zahlreiche positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unsere Psyche haben. Und wer im Alltag wenig zu lachen hat, der kann in einer Lachtherapie von den Vorzügen der etwas anderen Gesundheitslehre profitieren.
Irgendwo auf der Strecke zum Erwachsenwerden hat man es scheinbar verlernt, das Lachen. Kinder lachen am Tag etwa 300-400 mal, Erwachsene schaffen es nur auf mickrige 13 mal. Vielleicht steckt die Angst vor einem Kontrollverlust hinter diesem Missverhältnis, denn nicht anderes ist Lachen: Der Verlust der Kontrolle. Bei einem Lachanfall spannen sich 17 Gesichtsmuskeln an, der Puls steigt, Tränen schießen in die Augen.
Für ein herzhaftes Lachen bedarf es nicht einmal eines guten Witzes. In den meisten Fällen lachen wir, um jemandem zu zeigen, dass wir ihn gern haben und uns wohl fühlen. Ein Lacher signalisiert Einvernehmen, Sympathie und Achtung und kann brenzlige Situationen entschärfen, und das über Sprachgrenzen hinaus.
Das Lachen hat jedoch nicht nur Signalwirkung und sorgt für gute Laune, sondern soll einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Zu den heilsamen Auswirkungen gehören die Aktivierung des Immunsystems, die Linderung von Schmerzen, eine Anregung des Stoffwechsels und die Steigerung der Leistungsfähigkeit. Sogar das Risiko für Herzinfarkte und Kreislauferkrankungen soll gesenkt werden. Ein wesentlicher Aspekt ist die Stabilisierung der Psyche. Lachen gleicht aus und macht neuen Lebensmut.
Wer von den breit gefächerten Wirkungen profitieren will, kann sich einer Lachtherapie anschließen. Entwickelt wurde diese Therapieform von dem indischen Arzt Dr. Madan Kataria. Er gründete 1997 den ersten Lachclub; seinem Vorbild folgten viele Lachclubs und Lachgruppen weltweit. Für eine Lachtherapie treffen sich zumeist kleine Gruppen zum Lachen nach Anleitung. Häufig sind Atemübungen und Entspannungstechniken integraler Bestandteil des Trainings. Im Zentrum der Lachtherapie steht das Erlernen unterschiedlicher Lachtechniken. Es bedarf einer gehörigen Portion Mut, um in der Gruppe herzlich und laut mitzulachen. Doch schnell sollen die Barrieren fallen und einen Einstieg ermöglichen. Zunächst wird das künstliche Lachen geübt. Nach ein paar Stunden soll es von ganz allein in echtes Lachen umschlagen. Nach einiger Zeit gehört man zu den wahren Lachprofis und scheut auch kein lautes Losprusten unter Blickkontakt der anderen Teilnehmer.
Um eine deutliche Verbesserung des Wohlbefindens zu erzielen, muss man auch hier regelmäßig Üben. Nur wer über einen längeren Zeitraum mehrmals täglich lacht, kann von einer lang anhaltenden Wirkung auf Psyche und Körper profitieren.
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