16. November 2011
Von Andreas Hadel
Forschungen belegen, dass Kinder mit arbeitenden Müttern sechs Mal größere Wahrscheinlichkeit für Übergewicht haben als andere Kinder. Es wird vermutet, dass das häufige Essen von fetthaltigen Fertiggerichten und das unbeaufsichtigte Essen von Snacks, z.B. nach der Schule, das erhöhte Gewicht verursachen. Wissenschaftler warnen, dass dieser Effekt bei sogenannten Schlüsselkindern im Alter von 11-12 Jahren am stärksten auftritt.

Diese Kinder werden sich im Hinblick auf das Mittagessen oft selbst überlassen und von ihren Eltern darum gebeten, sich ihr Mittagessen selbst zu zubereiten. Hierbei fällt die Wahl oft auf ein kalorienreiches Fertigessen aus der Tiefkühltruhe. Eine aus frischen Nahrungsmitteln zubereitete Mahlzeit ist selten.
Kinder, die oft unbeaufsichtigt sind, gehen oft später ins Bett. Das daraus resultierende Schlafdefizit stellt ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung hin zur Fettleibigkeit dar.
Amerikanische Forscher fanden heraus, dass Kinder in der 6. Klasse, im Alter zwischen 11 und 12 Jahren, deren Mütter voll- oder halbtags arbeiteten, sechs Mal mehr zur Übergewichtigkeit tendieren.
Im Journal "Child Development" wurde eine Studie veröffentlicht, in der 990 Kinder im Alter zwischen acht und 12 Jahren untersucht wurden. Maßgeblich dabei waren die jeweils anfallenden Arbeitsstunden der Mütter. Desweiteren wurde die durchschnittliche Stundenanzahl berechnet, die Kinder jeden Tag vor dem Fernseher verbringen und den zeitlichen Umfang, den sie für die Hausaufgaben aufbringen.
Die Forscher fanden heraus, dass das durchschnittliche Kind, dessen Mutter arbeiten geht, eher dazu tendiert ein halbes bis zu einem Kilo schwerer zu sein, im Vergleich zu den Kindern, deren Mütter tagsüber zu Hause sind. Dieser Effekt steigt mit dem zunehmenden Alter des Kindes, so dass Kinder im Alter zwischen 11 und 12 Jahren durchschnittlich 1,5 bis 2 kg mehr wiegen als ein Kind des gleichen Alters, dessen Mutter nicht arbeiten geht.
Überraschenderweise lässt sich die Gewichtszunahme nicht mit zu viel Fernsehen oder zu wenig Bewegung begründen. Laut der Forschungsergebnisse verbringen Schlüsselkinder genauso viel Zeit vor dem Fernseher und bewegen sich zeitlich genauso viel wie Kinder, deren Mütter zu Hause sind.
Vielmehr liegt die Begründung darin, dass die Kinder ohne Aufsicht eher zu fettreichen Fertiggerichten oder Fast-Food greifen, anstatt gesundes Essen zu sich zu nehmen. Sie tendieren eher dazu, Mahlzeiten auszulassen und stattdessen den Tag über Chips oder Schokoriegel zu essen, die sie sich auf dem Rückweg von der Schule gekauft haben.
Laut jüngsten Ergebnissen ist heutzutage eines von drei Kindern bei Verlassen der Grundschule im Alter von 11 Jahren übergewichtig. Klinisch gesehen, ist ein Fünftel der Kinder fettleibig, so dass das körpereigene Fett bereits die Gesundheit des Kindes gefährdet.
Ein Team bestehend aus Forschern der Cornell-Universität, der Universität von Chicago und der Amerikanischen Universität in Washington betonen, dass arbeitende Mütter nicht dafür verantwortlich gemacht und verurteilt werden dürfen, dass die Übergewichtigkeit bei Kindern wächst. Taryn Morrissey von der Universität von Chicago sagt, dass das mütterlicherseits erforderliche Arbeiten nicht das Problem darstellt:
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