15. Februar 2010
Sehr viele Männer sind vom Schnarchen betroffen. Dieses Symptom kann auf einige Erkrankungen hinweisen.
Deutlich mehr Männer als Frauen schnarchen in der Nacht. Meistens merken diese Menschen nichts davon und werden erst von ihrem Partner darauf aufmerksam gemacht. Sehr häufig ist es so, dass die Partner der Patienten wesentlich mehr unter dem Schnarchen leiden als der Patient selbst.
Patienten, die schnarchen, machen im Schlaf laute Geräusche. Häufig haben die Patienten morgens einen trockenen Mund, da mit offenem Mund geschnarcht wurde. Durch diese Mundatmung können sich auch Halsschmerzen entwickeln. Einige Patienten fühlen sich auch tagsüber müde und ausgelaugt und neigen dazu einzuschlafen, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.
Was die Patienten häufig selbst nicht bemerken sind Atemaussetzer, die während des Schnarchens auftreten können.
Je nachdem, ob dem Schnarchen eine Erkrankung zugrunde liegt, kann der Patient morgens auch unter unangenehmen Kopfschmerzen leiden. Das Schnarchen und der Sauerstoffmangel, der teilweise dadurch entsteht, können dazu führen, dass sich die Betroffenen nur noch schlecht konzentrieren können und Dinge leicht wieder vergessen. Auch die Potenz kann beeinträchtigt werden. Einige Patienten, die als Symptom das Schnarchen aufweisen, sind auch depressiv.
Das Schnarchen kann eine eigenständige Krankheit darstellen oder das Symptom einer Erkrankung sein. Ob eine Erkrankung hinter dem Schnarchen steckt, muss von mehreren verschiedenen Fachärzten geklärt werden. Der Patient muss dazu zu einem Facharzt für Schlafmedizin, zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt sowie ggfs. zu einem Facharzt für Lungenheilkunde.
Der HNO-Arzt untersucht den Hals-Nasen-Bereich des Patienten. Ein Lungenfacharzt kann eine Endoskopie zur Diagnosestellung durchführen. Bei dieser Spiegelung wird die Beschaffenheit der oberen Atemwege untersucht. Häufig erfolgt auch eine Diagnostik im Schlaflabor. Die Untersuchung im Schlaflabor beginnt abends. Am Körper des Patienten werden Elektroden angebracht, die den Schlafrhythmus, den Puls, den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung während der gesamten Nacht messen. Der Patient schläft diese Nacht in einem Krankenhausbett im Schlaflabor und kann am nächsten Morgen die Werte mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Um das Schnarchen zu verbessern, hilft es oftmals, wenn übergewichtige Personen abnehmen. Dazu sind eine gesunde und vitaminreiche Ernährung sowie ausreichend Bewegung notwendig.
Menschen, die nachts schnarchen, sollten am Abend keinen Alkohol trinken. Auch das Rauchen von Zigaretten kann das Schnarchen verschlimmer. Patienten, die besonders stark schnarchen, wenn sie auf dem Rücken liegen, sollten sich angewöhnen, auf dem Bauch zu schlafen.
Helfen diese Maßnahmen nicht, so gibt es weitere Möglichkeiten, das Schnarchen zu beheben. Der Zahnarzt kann beispielsweise eine spezielle Schiene an die Zähne anpassen, die den Unterkiefer nach vorne verlagert und so die oberen Atemwege erweitert. Einigen Patienten hilft auch eine Binde für das Kinn, um das Schnarchen zu verhindern.
Hat der Patient Atemaussetzer während des Schlafens, so kann der Arzt für die Nacht eine Atemmaske verordnen.
Tritt das Schnarchen nur in Verbindung mit einer Erkältung bzw. einer verstopften Nase auf, so können Nasentropfen die Nasenatmung wieder verbessern und so auch das Schnarchen verhindern.
Hat die Diagnostik eine anatomische Veränderung als Ursache für das Schnarchen ergeben, so muss meist ein operativer Eingriff erfolgen. Hier kann es z.B. notwendig sein, die Mandeln im Gaumen zu entfernen. Auch das Gaumenzäpfchen kann operativ verkleinert werden, um so das Schnarchen zu minimieren. Wenn der Patient schlecht durch die Nase atmen kann und daher schnarcht, so kann die Nasenscheidewand operativ korrigiert werden, um eine bessere Nasenatmung zu erreichen.
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Das Fachbuch Schnarchen, lästige Störung oder Krankheit? von Wolfgang Pirsig.
