Ohrenschmerzen - Ursachen und Behandlung

In jedem Bereich des Ohres können Ohrenschmerzen auftreten. Um Folgeschäden zu vermeiden, sollten diese von einem Arzt abgeklärt werden.

Die Entstehung von Ohrenschmerzen und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Besonders wenn der Patient einen Druck im Ohr empfindet sowie die Hörfähigkeit eingeschränkt ist, kann Ohrenschmalz (Cerumen) die Ursache der Ohrenschmerzen sein. Die Ursache von Ohrenschmerzen kann auch ein Höhenunterschied, zum Beispiel während eines Fluges sein. Diese Ohrenschmerzen verschwinden jedoch in der Regel nach einiger Zeit wieder.

Wenn im Winter bei sehr tiefen Temperaturen keine Kopfbedeckung getragen wird, kann der äußere Bereich des Ohres abfrieren. Der Patient leidet auch hier unter großen Ohrenschmerzen.

Erkrankungen

Durch Bakterien können sich Entzündungen im äußeren Ohr oder im Bereich des Mittelohrs bilden. Der Mediziner spricht dann von einer so genannten Otitis.

Beide Entzündungen entstehen meist als Folge eines grippalen Infektes. Besonders die Entzündung im äußeren Ohr kann jedoch auch die Folge von unsachgemäßem Benutzen von Wattestäbchen sein.

Auch Viruserkrankungen können zu Ohrenschmerzen führen. Patienten, die unter Mumps leiden, haben beispielsweise eine entzündete Ohrspeicheldrüse, die sich durch Schmerzen in diesem Bereich äußert. In einigen Fällen sind auch krankhafte Zähne die Ursache der Ohrenschmerzen.

Komplikationen

In der Regel sind durch Ohrenschmerzen keine größeren Komplikationen zu befürchten, was allerdings auch von der jeweiligen Schmerzursache abhängt. Vor allem bei einer Mittelohrentzündung besteht das Risiko, dass sich die auslösenden Keime auf den benachbarten knöchernen Warzenfortsatz hinter dem Ohr ausbreiten.

Bemerkbar macht sich diese Folgeerscheinung durch das Röten und Anschwellen des Gewebes. Außerdem verstärken sich die Ohrenschmerzen noch weiter. Ohne eine entsprechende Behandlung drohen sogar

Mitunter kann es auch zu Schäden am Innenohr kommen, weswegen die betroffene Person im späteren Verlauf unter Schwerhörigkeit und Tinnitus leidet. Sogar Gleichgewichtsprobleme oder Schwindelgefühle sind im Bereich des Möglichen.

Wann zum Arzt?

Normalerweise verschwinden die Ohrenschmerzen nach einigen Tagen von selbst wieder, wenn sie das Symptom eines grippalen Infekts sind. Für den Fall, dass es sich jedoch um eine Mittelohrentzündung oder eine Entzündung des Gehörgangs handelt, wird empfohlen, sich rasch an einen Arzt zu wenden. Das Gleiche gilt, wenn der Patient unter Verletzungen an Trommelfell oder Gehörgang leidet.

Diagnose

Bei unklaren oder hartnäckigen Ohrenschmerzen sollte besser ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultiert werden. So ist eine ärztliche Untersuchung wichtig, um bleibende Schäden am Gehör zu vermeiden.

Anamnese

Nimmt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine Untersuchung der Ohrenschmerzen vor, fragt er den Patienten zunächst danach,

  • seit wann die Schmerzen bestehen
  • wie intensiv sie sind
  • wie lange sie anhalten und
  • an welcher Stelle sie konkret auftreten.

Untersuchung des Ohrs

Um das Ohr genauer zu untersuchen, verwendet der HNO-Arzt ein spezielles Otoskop. Mit diesem Instrument lassen sich

  • das Trommelfell
  • der Gehörgang sowie
  • das äußere Ohr

gut betrachten. Oftmals kann der Arzt mit dem Otoskop auch eine Mittelohrentzündung feststellen. So wölbt sich das Trommelfell entweder aufgrund von Flüssigkeit nach vorne oder ist gerötet. Gleichzeitig lassen sich auch ein Ohrpfropf oder Fremdkörper entfernen.

Zur Überprüfung der Ohrtrompete (Tuba) nimmt der HNO-Arzt mehrere Tubenfunktionsprüfungen vor. Besteht der Verdacht auf Hörstörungen, ist zudem das Absolvieren von speziellen Hörtests möglich.

Weitere Untersuchungsverfahren

Um einer Infektion als Auslöser der Ohrenschmerzen auf die Spur zu kommen, lässt sich eine Blutuntersuchung durchführen. Ebenfalls hilfreich ist ein Abstrich aus dem Gehörgang.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten sind

Behandlung

Der Facharzt für die Behandlung von Ohrenschmerzen ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Antibiotika

Hat der Patient eine bakterielle Entzündung im Bereich des Ohres, so muss meist mit Antibiotika therapiert werden, um die Bakterien zu zerstören. So kann auch verhindert werden, dass sich die Bakterien weiter im Körper des Patienten ausbreiten.

Antibiotika können bei verschiedenartigen Ohrenentzündungen zur Therapie eingesetzt werden.

Trommelfellschnitt

Konnte der HNO-Arzt Eiter vor dem Trommelfell erkennen, so kann auch ein Trommelfellschnitt notwendig werden. Der Eiter kann auf diese Weise abfließen und der Schnitt im Trommelfell wächst nach kurzer Zeit wieder zusammen.

Ohrentropfen

Neben Antibiotika kann der Arzt auch Ohrentropfen verordnen. Bei einigen Entzündungen empfiehlt der Arzt auch Nasentropfen, um so für eine bessere Belüftung im Bereich der Nase und des Ohres zu sorgen.

Ohrspülung

Hat der Patient Ohrenschmalz, so entfernt der Arzt dieses entweder durch Absaugen oder durch Ausspülen des Ohres.

Ohrenschmerzen können auch das Symptom einer Viruserkrankung wie Mumps sein. Der Arzt kann diese viralen Krankheiten nur symptomatisch behandeln, da hier Antibiotika nicht wirken.

Selbsttherapie

Gegen Ohrenschmerzen sind auch verschiedene Selbstbehandlungsmaßnahmen möglich. So ist es wichtig, bei Ohrenbeschwerden viel zu trinken, denn die Muskeln, die zum Schlucken dienen, sorgen dafür, dass die eustachischen Röhren geöffnet werden. Auf diese Weise kann der Schleim, der sich innerhalb der verstopften Röhren ansammelt, abfließen.

Aber auch das Verspeisen von scharfen Gerichten wie Chili oder einer scharfen Suppe bewirkt in den eustachischen Röhren eine Freisetzung des Schleims, was sich wiederum positiv auf den schmerzhaften Druck auswirkt.

Hausmittel

Zur Behandlung von Ohrenschmerzen lassen sich auch Hausmittel einsetzen. Dazu gehört zum Beispiel das Auflegen einer Wärmflasche oder eines Heizkissens. Durch die Wärme, die in Ohrnähe entsteht, steigert sich die Blutzirkulation, was dem Druck in den Ohren entgegenwirkt.

Ein weiteres bewährtes Mittel ist das Einträufeln einer Mischung aus Essig und medizinischem Alkohol. Diese Flüssigkeiten mischt man zu je 50 Prozent miteinander und gibt sie mithilfe einer sterilen Pipette ins Ohr.

Nach dem Einträufeln wird der Kopf auf die andere Seite gelegt. Auf diese Weise kann die Lösung auf der anderen Seite wieder hinausgelangen. Während der Alkohol für das Austrocknen des Ohrs sorgt, geht die Essigsäure gegen die schmerzauslösenden Viren vor.

Ebenfalls zu den alten Hausmitteln zählt das Gurgeln mit einem Glas warmem Salzwasser, was sich positiv auf die Blutzirkulation der eustachischen Röhren auswirkt. Aber auch mit Gelbwurz lassen sich Ohrenschmerzen bekämpfen.

So sorgt er für die Austrocknung von Sekreten innerhalb des Ohrs. Der Gelbwurz kann gemeinsam mit Echinacea in ein Wasserglas gegeben und mehrfach täglich eingenommen werden.

Als hilfreich gegen lästige Ohrenschmerzen gilt zudem Knoblauch, da er sowohl gegen Bakterien als auch gegen Viren vorgeht. Zur Behandlung träufelt man den Saft einer Knoblauchzehe, der zuvor auspresst wird, zusammen mit etwas Olivenöl in das schmerzende Ohr. Außerdem lässt sich der Knoblauch auch innerlich anwenden.

Weitere bewährte Hausmittel gegen Schmerzen in den Ohren sind die Anwendung von

  • Zwiebel-Ohrentropfen, die aus einer rohen Zwiebel gepresst werden,
  • Zwiebelwickeln
  • Ölwickeln
  • Senfwickeln
  • einer kalten Prießnitz-Kompresse oder
  • einem kühlen Lehmwickel.

Nehmen die Ohrenschmerzen einen chronischen Verlauf, gilt die Behandlung mit einem Infrarot-Strahler als sinnvoll. So wird der Stoffwechsel des erkrankten Ohrs durch die verbesserte Durchblutung stimuliert.

Vorbeugung

Um Ohrenschmerzen vorzubeugen, empfiehlt es sich, am Tag zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu trinken. So spült die Flüssigkeit Keime von den Schleimhäuten.

Reagiert man empfindlich auf Kaltluft oder Zugluft, ist es besser, die Ohren mit einer Mütze zu schützen. Nach dem Schwimmen sollten die Ohren stets sorgfältig abgetrocknet werden. Vor allem bei kleineren Kindern, die zwischen 3 und 8 Jahre alt sind, gilt es, auf Ohrenschmerzen zu achten, da sie häufiger unter ihnen leiden.

Quellen:

  • Mark Dennis, William Talbot Bowen, Lucy Cho: Symptome verstehen - Interpretation klinischer Zeichen (KlinikPraxis), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2019, ISBN 3437439804
  • Kurt Tepperwein: Die Botschaft deines Körpers: Die Sprache der Organe, mvg Verlag, 2004, ISBN 9783868822311
  • Kurt Tepperwein: Was Dir Deine Krankheit sagen will: Aktiviere die Heilkraft deiner Seele, mvg Verlag, 2005, ISBN 9783636070968
  • Ruediger Dahlke: Krankheit als Symbol: Ein Handbuch der Psychosomatik. Symptome, Be-Deutung, Einlösung., C. Bertelsmann Verlag, 1996, ISBN 3570122654
  • Ursula Keicher: Kinderkrankheiten: Alles, was wichtig ist, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2016, ISBN 3833844566
  • Jörg Nase, Beate Nase: Kinderkrankheiten: Das Standardwerk für Kinder von 0 bis 16 Jahren, GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 9783833829093
  • Arne Schäffler: Gesundheit heute: Krankheit - Diagnose - Therapie: das Handbuch, TRIAS, 2014, ISBN 9783830481164
  • Heiko Gärtner, Tobias Krüger: Krankheiten auf einen Blick erkennen: Antlitz- und Körperdiagnose sowie weitere Techniken, um Menschen ganzheitlich zu erfassen, mvg Verlag, 2013, ISBN 3868824499
  • Jörg Braun, Jörg Braun: Basislehrbuch Innere Medizin: kompakt-greifbar-verständlich, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437411152
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Hans Vogl: Differentialdiagnose der medizinisch-klinischen Symptome. Lexikon der klinischen Krankheitszeichen und Befunde., UTB, 1994, ISBN 3825280667
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, 2019, ISBN 3981466098
  • Edouard Battegay: Differenzialdiagnose Innerer Krankheiten: Vom Symptom zur Diagnose, Thieme, 2017, ISBN 3133448218
  • Verena Corazza, Renate Daimler, Renate Daimler, Krista Federspiel, Vera Herbst, Kurt Langbein, Hans-Peter Martin, Hans Weiss: Kursbuch Gesundheit: Gesundheit und Wohlbefinden. Symptome und Beschwerden. Krankheiten. Untersuchung und Behandlung, Kiepenheuer&Witsch, 2006, ISBN 3462035932
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Thorwald Dethlefsen, Ruediger Dahlke: Krankheit als Weg: Deutung und Bedeutung der Krankheitsbilder, Bassermann Verlag, 2008, ISBN 3809423777

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • ear examination © Keith Frith - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema