Nierenschmerzen - Ursachen und Behandlung

Nierenschmerzen können bei verschiedenen Krankheiten auftreten. In jedem Fall sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen, um schwere Folgeschäden zu vermeiden.

Die Entstehung von Nierenschmerzen und wie man sie behandeln und lindern kann

Ursachen

Zysten im Bereich der Nieren können in Einzelfällen auch zu Nierenschmerzen führen. Diese können auch vererbt werden. Auch die dauerhafte Einnahme von Schmerzmedikamenten, kann die Nieren schädigen und zu Beschwerden führen.

Erkrankungen

Die Ursache der Nierenschmerzen kann zudem eine Entzündung des Nierenbeckens sein. Viele Patienten leiden zuvor unter einer Blasenentzündung.

Wird diese nicht korrekt therapiert, kann es zu einer Nierenbeckenentzündung kommen. Aus dieser Nierenbeckenentzündung kann sich ohne Therapie auch eine so genannte Niereninsuffizienz entwickeln. Bei der Niereninsuffizienz arbeiten eine oder beide Nieren nur noch unzureichend und der Patient ist lebensgefährlich erkrankt.

Auch Nierensteine führen zu Nierenschmerzen. Diese entstehen bei Menschen, die regelmäßig zu wenig trinken, sich zu wenig bewegen oder falsch ernähren.

Menschen, die fast ausschließlich Milchprodukte zu sich nehmen, können dadurch unter Nierensteinen leiden. Gleiches gilt auch für Menschen, die übermäßig viel Fleisch verzehren.

Nierensteine können zu einer so genannten Nierenkolik führen, wenn der Nierenstein derart groß ist, dass er den Harnleiter verstopft. Der Patient kann dann keinen Urin mehr ablassen.

Diverse Krankheiten können zu Nierenerkrankungen führen, wenn sie nicht korrekt therapiert werden. Dazu gehören der zu hohe Blutdruck (Hypertonie) sowie die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus.

Komplikationen

Nierenschmerzen können mitunter auch Komplikationen zur Folge haben. So ist es möglich, dass neben den Schmerzen in den Flanken noch weitere Beschwerden wie

auftreten. Außerdem kann sich der Urin rot verfärben. Ebenso sind Harnverhalt oder eine mangelnde Urinherstellung im Bereich des Möglichen.

Mitunter kommt es auch zu Wasseransammlungen im Körper, Schwindelgefühlen und einen verlangsamten Herzschlag. Sogar Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit sind in Extremfällen im Bereich des Möglichen.

Wann zum Arzt?

Treten Nierenschmerzen auf, ist prinzipiell eine ärztliche Untersuchung erforderlich. So besteht die Gefahr, dass es sich bei ihnen um eine Nierenbeckeninfektion handelt, die den Einsatz von speziellen Medikamenten erfordert. Ohne eine entsprechende Behandlung kann es zu chronischen Nierenleiden kommen.

Diagnose

Bei Nierenschmerzen ist es wichtig, grundsätzlich einen Arzt zu Rate zu ziehen, da diese Art von Schmerzen nur in seltenen Fällen von allein wieder zurückgeht.

Anamnese

Begonnen wird die Untersuchung mit der Befragung des Patienten. Dabei erkundigt sich der Arzt nach eventuellen Vorerkrankungen wie

  • eine Blasenentzündung
  • Bluthochdruck oder
  • die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Darüber hinaus ist es wichtig, zu wissen,wie häufig der Patient am Tage Wasser lässt und welche Mengen dabei abgehen.

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an die Befragung findet eine körperliche Untersuchung statt. Dabei sucht der Arzt nach weiteren möglichen Beschwerden wie

  • zu hohem Blutdruck
  • anormalen Herztönen
  • Wassereinlagerungen oder
  • Fieber.

Um Hinweise auf eine Entzündung zu finden, erfolgt zudem eine Blutuntersuchung. Auch eine Urinprobe wird entnommen, um Veränderungen innerhalb des Urins zu ermitteln. Während geröteter Harn auf eine Entzündung, Nierenversagen oder einen Tumor hindeuten kann, gilt das Vorkommen von Eiweiß im Urin als Anzeichen für eine Nierenfunktionsstörung.

Weitere Verfahren

Für den Fall, dass weitere Untersuchungen für die Diagnostik nötig sind, können

erfolgen.

Behandlung

Bei einer bakteriellen Erkrankung

Liegt den Nierenschmerzen eine bakterielle Erkrankung zugrunde, so verordnet der Arzt ein Antibiotikum. Dieses zerstört die Bakterien und die Nierenschmerzen verschwinden wieder.

Bei Nierensteinen

Sind Nierensteine die Ursache der Nierenschmerzen, so muss der Patient große Mengen trinken und sich viel bewegen, so dass die Steine von selbst wieder abgehen und so auch die Nierenschmerzen geheilt werden.

Zusätzlich kann der Arzt ein Medikament verordnen, das die Krämpfe lindert. Wenn die Steine nicht von selbst abgehen, müssen sie entfernt werden.

Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können sie im Rahmen einer herkömmlichen Operation entfernt werden. Diese wird jedoch nur noch selten durchgeführt, da es heutzutage auch die Möglichkeit gibt, die Steine durch Stoßwellen zu zertrümmern. Diese Methode ist für den Patienten wesentlich schonender und nicht mit einem Hautschnitt wie bei einer normalen Operation verbunden.

Bei Nierenerkrankungen

Liegt den Nierenschmerzen eine schwere Nierenerkrankung zugrunde, kann auch eine Dialyse notwendig werden. Diese wird dann eingesetzt, wenn die Nieren nur noch unzureichend arbeiten.

Während der Dialyse wird die Arbeit der Nieren "künstlich" durchgeführt und das Blut gereinigt. Langfristig kann vielen Patienten jedoch nur eine Nierentransplantation helfen. Auch Zysten werden operativ entfernt, wenn der Patient dadurch große Beschwerden hat.

Selbsttherapie

Je nachdem, welche Ursachen die Nierenschmerzen haben, kann auch eine Selbstbehandlung Linderung verschaffen. Wichtig ist vor allem das Warmhalten der Nieren.

Dazu kann der Patient auf ein spezielles Moorkissen zurückgreifen, das man in der Apotheke erhält. Das Erwärmen des Kissens auf 55 Grad Celsius erfolgt entweder in einem Wasserbad oder in einer Mikrowelle.

Ein ähnlicher Effekt lässt sich mit dem Auflegen eines Körnerkissens erzielen, das ebenfalls in der Mikrowelle bei 600 Watt erhitzt wird. Alternativ lässt sich das Körnerkissen aber auch im Backofen bei Temperaturen um 100 Grad Celsius rund 20 Minuten lang erwärmen. Dabei sollte es jedoch gut angefeuchtet werden.

Hausmittel

Ebenfalls zu den Wärmeanwendungen gehört der Einsatz von Leinsamenwickeln. Deren feuchte Wärme bewirkt das Fördern der Durchblutung sowie das Lindern der Nierenschmerzen.

Zur Zubereitung wird der Leinsamen in einer Wassermenge, die doppelt so groß ist, aufgekocht und dann zu einem dickflüssigen Brei verarbeitet. Anschließend gibt man den warmen Brei auf die Schmerzstelle. Darüber hinaus sollte eine Decke darüber gelegt werden.

Ebenfalls zu den bewährten Hausmitteln gegen Nierenschmerzen zählt das Trinken von verschiedenen Teesorten. Dazu gehören vor allem

Weitere hilfreiche Teesorten sind

Vorbeugung

Die Nieren zählen zu den Organen, die sehr empfindlich auf Kälte reagieren. Daher sollten sie stets warmgehalten werden. Aber auch eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit gehört zu den wichtigen Vorbeugemaßnahmen.

Bei Menschen, die schon einmal Nierensteine hatten, besteht das Risiko, dass diese nochmals auftreten. Zur Vorbeugung wird empfohlen, 2-3 Liter Flüssigkeit am Tag zu trinken und die Kost salzarm zu halten.

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