Lineare IgA-Dermatose

Hautausschnitt mit Ausschlag, Allergie

Die Einnahme eines bestimmten Antibiotikums gilt als Risikofaktor für die Entstehung

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  • von Paradisi-Redaktion

Eine eher selten vorkommende Hauterkrankung ist die lineare IgA-Dermatose. Sie zeigt sich in erster Linie bei Frauen und Kindern.

Die lineare IgA-Dermatose zählt zu den seltenen Hautkrankheiten. Dabei kommt es auf der Haut und mitunter auch der Schleimhaut zur Entstehung von Blasen.

Am häufigsten zeigt sich die IgA-Dermatose bei Kindern. So wird sie auch als chronisch bullöse Dermatose des Kindesalters oder IgA-Pemphigoid bezeichnet. Tritt die lineare IgA-Dermatose bei Erwachsenen auf, sind Frauen häufiger betroffen als das männliche Geschlecht.

Ursachen

Bei der linearen IgA-Dermatose handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Dabei werden vom Immunsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet. Diese Antikörper richten sich gegen Proteine innerhalb der Basalmembran der Oberhaut.

Durch das Entstehen von Antigen-Antikörper-Komplexen an der Basalmembran wird die Komplementkaskade aktiviert, die zum Immunsystem gehört. Durch die Entzündung kommt es zur Bildung eines Spalts und Flüssigkeitszustroms, was wiederum die Entstehung von Blasen auf der Haut zur Folge hat.

Risikofaktoren

Als fördernder Faktor für die Entstehung der IgA-Dermatose gilt die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Dazu zählt vor allem Vancomycin, ein Antibiotikum.

Doch auch bösartige Tumore oder Infektionen können der Auslöser der Hautkrankheit sein. Darüber hinaus leiden die Betroffenen häufig unter einer entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

Symptome

Liegt eine IgA-Dermatose vor, kommt es zur Bildung von Blasen auf der Haut. Der Inhalt dieser Blasen ist zum Teil blutig und zum Teil klar. Sie können sich sowohl auf intakter als auch auf geröteter Haut bilden.

Ein typisches Merkmal stellt die ringförmige Anordnung der Blasen dar. Weitere Symptome sind Schmerzen und Juckreiz.

Öffnen sich die Blasen, bleiben meist Verkrustungen zurück, die jedoch von selbst wieder abheilen. Narben bilden sich dabei nicht. Allerdings können die betroffenen Stellen später stärker pigmentiert sein. Tritt die IgA-Dermatose im Augenbereich auf, besteht die Gefahr, dass sich die Augenschleimhaut verklebt.

Prinzipiell können sich die Hautveränderungen bei einer IgA-Dermatose an sämtlichen Körperbereichen zeigen. Erkrankt ein Kind, treten sie vorwiegend am Bauch und am Gesäß auf. Bei erwachsenen Menschen zeigen sie sich dagegen eher an den Gliedmaßen und am Rumpf. Auch das Gesicht und die Schleimhaut des Mundes können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Diagnose

Für die Diagnose nimmt der untersuchende Arzt eine genaue Betrachtung von Haut und Schleimhaut vor. Außerdem erfolgt die Entnahme von Gewebe, welches anschließend unter einem Mikroskop analysiert wird. Zum Nachweis der Antikörper findet eine Blutuntersuchung statt.

Behandlung

Zur Behandlung der linearen IgA-Dermatose erhält der Patient Dapson. Neben diesem Mittel kann aber zusätzlich die Einnahme von Kortison oder Cyclophosphamid nötig sein.

Als hilfreich gelten zudem Präparate wie Sulfapyridin und Sulfasalazin. Ist jedoch eine bestimmte Grunderkrankung für die IgA-Dermatose ursächlich, erfolgt stattdessen deren Behandlung.

Prognose

Die lineare IgA-Dermatose gehört zu den chronischen Erkrankungen. So kann ihr Verlauf mehrere Jahre lang andauern. Bei zahlreichen Patienten verschwindet sie dann von selbst wieder, ohne dass Narben auf der Haut zurückbleiben. An den Schleimhäuten sind Komplikationen durch Verklebungen im Bereich des Möglichen.

Verschiedene Formen von Hautveränderungen

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: An allergic reaction causeing a severe case of hives. © Rob Byron - www.fotolia.de

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Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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