Dienstag 14.02.2012 22:23

Entzugserscheinungen

Körperliche und psychische Erscheinungen nach Absetzen von Substanzen wie Nikotin oder Alkohol

Substanzen wie Nikotin und Alkohol, Drogen wie Heroin, Kokain oder Cannabis, aber auch Tätigkeiten und Beschäftigungen wie Sport, Fernsehen, Einkaufen oder das Internet können eine Sucht und somit eine psychische und körperliche Abhängigkeit verursachen. Wird das Objekt der Sucht abgesetzt oder ist dieses nicht mehr verfügbar und somit nicht mehr konsumierbar, stellen sich Entzugserscheinungen ein. Diese können sich in Unruhe, zwanghaften Tätigkeiten, Gliederschmerzen, Magenkrämpfen, Brechreiz und Kreislaufstörungen äußern, aber auch zu Angstzuständen und Depressionen führen.

Das Entzugssyndrom äußert sich im Regelfall auf zweierlei Arten: einmal auf der psychischen und dann wiederum auf der physischen Ebene. Patienten wie auch missbräuchliche Konsumenten von Betäubungsmitteln bzw. Medikamenten, die zudem noch körperlich abhängig machen, wie zum Beispiel Schlafmittel, einige Antiepileptika und Medikamente aus der Gruppe Opiate und Opioide, sind am schwersten davon betroffen.

Je nach Halbwertszeit des Medikaments oder der Droge beginnen sich die ersten Symptome schon sechs bis zwölf Stunden nach der letzten Einnahme der Substanz zu zeigen. Dabei fängt der Entzügige an, vermehrt zu schwitzen. Die psychische Stabilität baut immer weiter ab; das System rund um die Synapsen und die Weiterleitung der verschiedensten Botenstoffe kommt zum Erliegen und brennt, sozusagen, durch.

Dies äußert sich beim Patienten erstmals mit Nervosität, die letztendlich zu Angst- und Panikattacken führen kann. Depressionen stellen sich ein; mit ihr Ein- und Durchschlafstörungen.

Der Suchtdruck, auch Crawling genannt, wird immer stärker, da sich das Suchtgedächtnis einschaltet, das den (ehemaligen) Konsumenten stets dazu zwang, die subversive Substanz zu sich zu nehmen.

Im schlimmsten Fall, was beim Schlafmittelentzug öfters zu beobachten ist, gerät der Entzügige in ein Delirium. Ein irrealer Zustand, der es vermag, vor den Augen des Menschen Halluzinationen zu erzeugen; der den Menschen quasi dissoziativ werden lässt, so dass er alles um sich herum, inklusive seiner eigenen Person, als unreal wahrnimmt. Das ist ein Zustand, den man besser als die vollkommene Qual beschreiben sollte, die unbehandelt zum Tod führt.

Dem voraus gehen gehen natürlich auch körperliche Leiden, grippeähnliche Symptome, die den Patienten zermürben können. Es läuft die Nase, die Augen tränen, die Haut wird hypersensibel; man spürt jedwede Faser seines Bettes, was von sehr vielen Ex-Usern als eines der unangenehmsten Gefühle beschrieben wird.

Ferner stellen sich mit der Zeit starke Gliederschmerzen und krampfähnliche Erscheinungen in den Waden, in den Armbeugen und im Magen des Betroffenen ein, die ihm zugleich den Schlaf und die Ruhephasen verwehren.

Des Weiteren quält den Entzügigen der Verdauungstrakt. Der Magen muss sich neu einstellen, muss lernen, ohne Drogen funktionieren zu können. Dies bedarf einer längeren Zeitspanne. Man kennt dieses Phänomen zur Genüge von den Heroin-Usern im Entzug, die meistens nicht vorhersehen können, ob sie sich zuerst übergeben oder entleeren müssen. Somit quält sie das Symptom des Durchfalls wie auch das des Erbrechens.

In den meisten Fällen mildern sich die Entzugserscheinungen nach den ersten 36 Stunden.

Benzodiazepine und Opiate wie Codein können den Patienten jedoch über Wochen und Monate hinweg malträtieren und zum Teil könnte es passieren, dass ein Entzug, der auf eigene Faust von einem Konsumenten zu Hause durchgeführt wird - ohne das Mitwissen eines Arztes - tödlich enden kann.

Die wahre Herausforderung für einen Drogenkonsumenten kommt jedoch nach dem körperlichen Dilemma, denn dann heißt es Standhaftigkeit bewahren.

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GRUNDINFORMATIONEN ZU ENTZUGSERSCHEINUNGEN

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Starkes Schwitzen und Frieren, Übelkeit und Wahnvorstellungen führen zu diesem Zustand.

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