Durst - Ursachen und Behandlung

Durst ist ein normales Gefühl, das jeder gesunde Mensch verspürt. Übermäßiger Durst kann jedoch auch krankhaft sein und muss dann ärztlich behandelt werden.

Die Entstehung von Durst und wie man ihn behandeln und lindern kann

Ursachen

Jeder Mensch verspürt Durst, wenn er im Tagesverlauf zu wenig getrunken hat. Auch nach dem Essen bekommt man Durst. Wenn ein Mensch sich körperlich verausgabt hat und viel schwitzt, benötigt er ebenfalls zusätzliche Flüssigkeit und verspürt daher starken Durst.

Erkrankungen

Wenn jedoch krankhaft gesteigerter Durst auftritt, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. So kann zum Beispiel eine Durchfallerkrankung vorliegen, die dem Körper viel Wasser entzieht und der Körper sich dieses daher über das Durstgefühl wieder einfordert.

Häufige Krankheiten, die unstillbaren Durst verursachen, sind der Diabetes mellitus und der Diabetes insipidus, eine Krankheit, bei der dem Körper ein wichtiges Hormon fehlt bzw. zu wenig im Körper vorkommt. Den Diabetes insipidus verursachen häufig Tumore oder Verletzungen im Bereich des Gehirns.

Auch Nierenerkrankungen führen häufig zu gesteigertem Durst. Zusätzlich kann auch die Einnahme einiger Medikamente dazu führen, dass der Patient vermehrt Durst empfindet.

Komplikationen

Mediziner bezeichnen krankhaft verstärkten Durst auch als Polydipsie. In den meisten Fällen geht eine Polydipsie aufgrund der zunehmenden Flüssigkeitszufuhr mit einer Polyurie, also einer erhöhten Urinausscheidung, einher.

Eine denkbare Komplikation bei verstärktem Durst stellt die Austrocknung des Körpers dar. Zu dieser kommt es, wenn der Organismus nicht mehr ausreichend Flüssigkeit erhält. Weiterhin droht ein Verlust an lebenswichtigen Mineralien und Salzen, da diese mit dem Urin aus dem Körper ausgeschieden und nicht wieder ersetzt werden.

Wann zum Arzt?

Normalerweise bedarf erhöhter Durst nicht unbedingt einer ärztlichen Abklärung. Liegt jedoch kein konkreter Grund für das Durstgefühl vor, wie zum Beispiel

  • körperliche Aktivitäten
  • Wärme
  • Schwitzen
  • Erbrechen
  • Durchfall oder
  • das Trinken von Alkohol,

kann es sich um eine ernste Erkrankung handeln. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren, der die Ursache herausfindet und entsprechend behandelt.

Diagnose

Hat der verstärkte Durst keinen erkennbaren Grund, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Dieser ermittelt die Ursache der Polydipsie.

Anamnese

Führt eine Polydipsie den Betroffenen zum Arzt, versucht der Mediziner den Grund für das starke Durstgefühl zu ermitteln. Dazu möchte er vom Patienten wissen,

  • seit wann er unter dem erhöhten Durstgefühl leidet
  • wie viel er pro Tag trinkt
  • ob er bestimmte Medikamente zu sich nimmt
  • wie oft er die Toilette aufsuchen muss und
  • ob weitere Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall oder Fieber vorliegen.

Körperliche Untersuchung

Nächster Schritt ist das Vornehmen einer körperlichen Untersuchung. Außerdem wird ein Blutbild des Patienten angefertigt. Dabei ermittelt man die Blutzuckerwerte und stellt einen Mangel an Mineralien fest.

Darüber hinaus erfolgen die Abgabe einer Urinprobe sowie ein Diabetes-mellitus-Test.

Verdacht auf Diabetes insipidus

Hat der Arzt den Verdacht, dass das Durstgefühl von Diabetes insipidus verursacht wird, führt er einen speziellen Durstversuch durch. Das heißt, dass beim Auftreten des Durstes die körperliche Reaktion des Patienten beobachtet wird.

Dabei darf der Patient acht Stunden lang nichts trinken, aber auch nichts essen. Während dieser Zeit erfolgt eine stündliche Messung der Blutwerte sowie des Körpergewichts.

Bei Verdacht auf Diabetes insipidus lässt sich zudem die Dichte des Urins bestimmen. Ist der Urin zu dünn und bleibt ein Anstieg der Urindichte aus, gilt dies als Hinweis, dass die Nieren nicht normal funktionieren.

Behandlung

Je nach Untersuchungsergebnis muss der Patient Medikamente gegen hohen Blutzucker einnehmen oder sich Insulin spritzen, um die Blutzuckerwerte zu senken und somit das gesteigerte Durstgefühl zu normalisieren. Patienten, die sehr viel Urin abgeben müssen, benötigen meist Infusionen, um den Flüssigkeitsverlust im Körper wieder auszugleichen.

Teilweise ist auch eine Operation notwendig, bei der der auslösende Tumor entfernt wird. Zusätzlich werden - je nach Krankheit - unterschiedliche Medikamente zur Behandlung der Ursache verabreicht.

Selbsttherapie

Hat der verstärkte Durst eine harmlose Ursache, wie zum Beispiel leichten Durchfall, gilt es, reichlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man den Salzverlust im Organismus wieder ausgleicht.

Zu diesem Zweck trinkt man am besten

Handelt es sich dagegen um starken Durchfall oder Erbrechen, muss aus der Apotheke ein spezielles Granulatgetränk besorgt werden, welches der Patient mit Wasser auffüllt. In dieser Lösung sind Natriumchlorid (Kochsalz), Traubenzucker und weitere Salze enthalten.

Vorbeugung

Für den Fall, dass sich hinter dem verstärkten Durst keine Krankheit verbirgt, ist es möglich, ihm wirksam vorzubeugen. So empfiehlt es sich, anstelle von süßen Getränken wie Limonaden oder Fruchtsäften, die das Durstgefühl sogar noch verstärken können, ungesüßten Früchtetee, eine Fruchtsaftschorle oder Wasser zu trinken.

Wer gerne Kaffee trinkt, sollte zu jeder Tasse wenigstens ein Glas Wasser zu sich nehmen, weil das Koffein eine harntreibende Wirkung hat, wodurch erneut Durst auftritt. Als sinnvoll gilt zudem der Verzicht auf Alkohol, denn dieser sorgt dafür, dass dem Körper Wasser entzogen wird.

Mag man auf den Alkohol nicht verzichten, ist es ratsam, nach jedem Alkoholglas ein Glas mit Wasser zu trinken. Auf diese Weise lässt sich der Flüssigkeitspegel im Körper wieder ausgleichen.

Treibt man Sport oder ist es im Sommer sehr warm, wird empfohlen, pro Tag mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Kommt es zu starkem Schwitzen, gilt es, die Dosis zu erhöhen.

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