Kamasutra

Wird auch als das Lehrbuch der Liebeskunst und Leidenschaft bezeichnet

Das Kamasutra ist ein indisches Sexbuch, das etwa im 2./3. Jahrhundert n. Chr. geschrieben wurde. Es enthält die verschiedensten Liebesstellungen und Positionen, bildlich dargestellt, sowie einige Anleitungen wie man zu Frauen kommt und mit ihnen umgeht.

Junges Paar liegt im Bett, sie trinkt Tee aus Becher und hält Buch in Hand
interracial couple © diego cervo - www.fotolia.de

Das Kamasutra, mit vollem Namen Vatsyayana Kamasutra, ist ein Lehrbuch für sexuelle Praktiken und für Ethik. Es entstand circa 200 oder 300 nach Christus am Hofe Indiens. Mallanaga Vatsyayana gilt als Begründer dieses einflussreichen Werkes mit teilweise aufklärerischem Charakter.

Zusammensetzung und Bedeutung des Titels

Der Titel des Werkes setzt sich zusammen aus Kama, was soviel wie Lust bedeutet und Sutra, was Verse bedeutet und damit einen Bezug zu anderen alten Lehrwerken herstellt. Kama war im damaligen Glauben das dritte aller zu erreichenden Güter.

Das Lehrwerk stellt durch seine intensive Beschäftigung mit dem Thema alle drei Güter auf eine Ebene und widerspricht damit der alten hierarchischen Ordnung. Mit dem Begriff Sutra erhebt der Autor den Anspruch sein Werk stünde in einer Reihe mit allen anderen altindischen Werken, die in Sutren verfasst sind.

Die enorm detaillierte Beschreibung der verschiedenen Positionen und die akribische Gründlichkeit des Autors erinnern ebenfalls an seine Vorgänger.

Ein Blick in den Inhalt

Das Kamasutra besteht aus sieben Büchern, die verschiedene Themenbereiche behandeln. Die Bücher tragen die Titel:

  • Erstes Buch: Allgemeiner Teil (Sadharana, 5 Kapitel)
  • Zweites Buch: Über den Liebesgenuß (Samprayogika, 10 Kapitel)
  • Drittes Buch: Über den Verkehr mit Mädchen (Kanyasamprayuktata, 5 Kapitel)
  • Viertes Buch: Über die verheirateten Frauen (Bharyadhikarika, 2 Kapitel)
  • Fünftes Buch: Über die fremden Frauen (Paradika, 6 Kapitel)
  • Sechstes Buch: Über die Hetären (Vaisika, 6 Kapitel) und
  • Siebtes Buch: Die Upanisad (Geheimlehre, 2 Kapitel).

Das Kamasutra bedient sich alter Stilmittel für Inhalte, die der alten Ordnung entgegen stehen und parodiert somit die strenge Reglementierung des indischen Alltags, der durch Standesregeln dominiert wird. Erstmals werden homosexuelle Praktiken beschrieben, die sich allerdings noch den heterosexuellen unterordnen müssen.

Man erfährt, welche Punkte des Körpers sich für Schläge der Lust eignen und welche entsprechenden Schmerzenslaute man als Reaktion von sich gibt. Die zahlreichen beschriebenen Stellungungen haben alle besonders bildhafte Bezeichnungen, wie zum Beispiel

  • die Anbetung und der Clip
  • die Hausnummer und der Klammergriff
  • die Schubkarre und die Sphinx
  • der Waffenstillstand und die Wippe
  • die Rossantilope und der Schmetterling oder
  • der Patronengurt und die Pflanzholzstöße.

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Grundinformationen und Hinweise zum Kamasutra

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Um das altindische Buch der Liebe, das Kamasutra, ranken sich zahlreiche Mythen, Lügen und Halbwahrheiten. Wahr ist, dass man als Single ebenso einen Nutzen daraus ziehen kann, als auch als Paar. Was man wirklich mit dem Kamasutra alles anfangen kann, lässt sich hier nachlesen.

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