11. August 2007
Der plötzliche Kindstod gehört noch immer zu den häufigsten Todesursachen bei Säuglingen. Obwohl noch relativ wenig über die Ursachen dieses Syndroms bekannt ist, kann durch die Vermeidung bekannter Risikofaktoren Vorsorge getroffen werden.
Der plötzliche Kindstod bezeichnet den unvorhersehbaren und plötzlichen Tod des Kindes im ersten Lebensjahr, wenn die Obduktion keinerlei Ursachen feststellen lässt. Man bezeichnet den plötzlichen Kindstod auch nach dem Englischen als "Sudden Infant Death Syndrom" (SIDS).
Die häufig völlig gesunden Kinder versterben zumeist nachts, unbemerkt von den Eltern. Selten gibt es Vorwarnungen. Die Eltern sind schockiert und hilflos, wenn sie ihr Kind am Morgen tot im Bett vorfinden. Auch wenn es medizinischer Sicht nichts gegen eine erneute Schwangerschaft spricht - viele Eltern brauchen längerfristige Beratung und Begleitung, bevor sie sich für ein neues Kind entscheiden können. Viele betroffene Angehörige nutzen die Möglichkeit, in Selbsthilfegruppen und Vereinen den Verlust zu bewältigen und neuen Lebensmut zu schöpfen.
Die Rate der plötzlich verstorbenen Säuglinge liegt bei 0,5 pro tausend Geburten. Das heißt, dass von 2000 Kindern eines am plötzlichen Kindstod verstirbt. Mehr als die Hälfte der Todesfälle ereignen sich in den ersten sechs Lebensmonaten. Dabei sind Jungen etwas häufiger betroffen als Mädchen.
Noch immer sind viele der Ursachen ungeklärt. Scheinbar können genetische Faktoren den plötzlichen Tod begünstigen, da später geborene Geschwister im Schnitt häufiger plötzlich versterben als andere Kinder. Auch ein wiederkehrender Atemstillstand des Säuglings während des Schlafs kann eine Ursache sein. Scheinbar kann gerade bei zu früh geborenen Kindern eine Störung der Steuermechanismen in den Gehirnabschnitten vorliegen, die für die Atmung und Herztätigkeit verantwortlich sind. Mit der zunehmenden Reifung des Gehirns nimmt das Risiko für Aussetzer der Atmung oder des Herzschlages ab.
Mittlerweile sind viele der möglichen Risikofaktoren des plötzlichen Kindstodes bekannt. So soll die Bauchlage des Kindes während des Schlafs den Risikofaktor um das 10-fache erhöhen. Auch Frauen, die während der Schwangerschaft oder der Stillzeit rauchen, erhöhen das Risiko.
Einige der Risikofaktoren lassen sich im Vorfeld vermeiden. Neben dem Verzicht auf Tabak können unterschiedliche Maßnahmen dem plötzlichen Kindstod vorbeugen. So sollte es das Kind zum Schlafen nicht zu warm haben, 16-18°C sind optimal. Am sichersten liegt der Säugling auf dem Rücken oder auf der Seite auf einer festen Matratze. Damit er sich nicht nachts auf den Bauch rollen kann, empfiehlt sich ein Schlafsack. Ein Schlafsack kann auch nicht ohne weiteres verrutschen. Spielzeug und Kissen haben im Kinderbett zur Schlafenszeit nichts zu suchen. Wie Studien belegen konnten, sind Kinder, die mindestens 6 Monate lang gestillt wurden, weniger häufig vom plötzlichen Kindstod betroffen.
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