Insemination

Paar beim Arztgespräch für eine künstliche Befruchtung

Voraussetzungen, Ablauf und Risiken der Besamung

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  • von Paradisi-Redaktion

Für eine künstliche Befruchtung stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Dazu gehört u.a. die Insemination. Dabei wird der Samen des Mannes in den Genitaltrakt der Frau übertragen.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Die künstliche Befruchtungsmethode, die am häufigsten durchgeführt wird, ist die Insemination, auch Samenübertragung genannt. Dabei werden die Spermien, die Samenzellen des Mannes, künstlich in das Geschlechtsorgan der Frau eingebracht. Auf diese Weise ist eine Befruchtung der weiblichen Eizelle im Körperinneren möglich.

Zum Einsatz kommt die Insemination:

  1. im Falle einer zu geringen Fruchtbarkeit der Spermien des Mannes
  2. beim Vorliegen von Erbkrankheiten
  3. wenn der Mann keinen Geschlechtsverkehr mehr ausüben kann

Aber auch Fruchtbarkeitsprobleme der Frau gehören zu den Indikationen.

Formen

Bei der Insemination gilt es, zwischen unterschiedlichen Formen zu unterscheiden. So lassen sich die Spermien an verschiedenen Körperstellen injizieren.

Intrauterine Insemination

Zu den am häufigsten vorgenommenen Verfahren zählt die intrauterine Insemination. Dabei erfolgt das Einführen der Samenzellen mit einem Katheter.

Intratubare Insemination

Auch die intratubare Insemination, bei der die Samenzellen unmittelbar in den Eileiter injiziert werden, kommt oft zum Einsatz.

Kappeninsemination und Intrazervikale Insemination

Zu den selteneren Methoden gehören die Kappeninsemination, bei der man die Samenzellen mit einer Kappe vor dem Muttermund positioniert sowie die intrazervikale Insemination, bei der die Injektion der Spermien in den Gebärmutterhals erfolgt.

Homologe und heterologe Insemination

Ebenfalls zu unterscheiden ist zwischen einer homologen und einer heterologen Insemination. Bei einer homologen Insemination verwendet man die Samenzellen des Partners der Frau, sodass es sich um das leibliche Kind handelt.

Dagegen kommt im Rahmen einer heterologen Insemination das Sperma eines fremden Spenders zum Einsatz. Auf diese Methode wird zurückgegriffen, wenn sich die Eizelle vom männlichen Partner nicht befruchten lässt, weil seine Zeugungskraft dazu nicht ausreichend ist.

Während die Erfolgsquote der homologen Insemination 5 bis 10 Prozent beträgt, liegt sie bei der heterologen Insemination bei ca. 20 Prozent.

Vorbereitung

Bei einer Insemination wird eine Samenprobe in die Gebärmutter eingebracht. Damit der Zeitpunkt des Eisprungs exakt bestimmt werden kann, erfolgt im Vorfeld die Beobachtung des Menstruationszyklus der Frau.

Auf diese Weise lässt sich die Barriere des Zervixkanals besser überwinden. Die Spermien können dann leichter an den Befruchtungsort gelangen.

Im Labor werden die Spermien, die über die größte Beweglichkeit verfügen, ausgewählt, um die Erfolgschancen für die Befruchtung zu steigern.

Gewinnung und Behandlung der Spermien

  • Gewinnen lässt sich das Sperma, indem der Mann masturbiert. Im Anschluss daran erfolgen das Reinigen, Aufbereiten und Einfrieren des Ejakulats.

  • Normalerweise lagert man die Samenspende eine gewisse Zeit lang in Quarantäne, damit es nicht zur Übertragung von Krankheiten kommt. In diesem Zeitraum wird der Gesundheitszustand des Spenders überprüft.

  • Handelt es sich um eine homologe Insemination, entfällt normalerweise das Einfrieren des Spermas. Das Ejakulat wird aber dennoch untersucht, um gute Spermien von schlechten zu trennen.

Neben der Masturbation können Spermien auch durch einen operativen Eingriff direkt aus den Hoden oder Nebenhoden gewonnen werden. Dieses Verfahren erfolgt vor allem dann, wenn die Spermien nicht imstande sind, auf normalem Wege nach außen zu gelangen. Ursache dafür kann zum Beispiel ein blockierter Samenleiter sein.

Durchführung

Da eine Insemination während des weiblichen Konzeptionsoptimums erfolgt, muss im Vorfeld der Behandlung zunächst festgestellt werden, wann der Eisprung einsetzt. Es ist zwar möglich, die Insemination im Rahmen des natürlichen Zyklus stattfinden zu lassen, doch gilt dieses Vorgehen als weniger erfolgreich.

Künstliche Stimulation

Aus diesem Grund stimuliert der Arzt das Reifen der Eizellen mithilfe von hormonellen Medikamenten wie Clomifen. Normalerweise kommt es innerhalb eines Zyklus zur Bildung eines Follikels und damit einer Eizelle. Zur Optimierung des Inseminationsprozesses und Verbesserung der Erfolgsquote, wird eine Behandlung mit einer leichten pharmakologischen Eierstockstimulation durchgeführt.

Dabei verabreicht sich die Patientin selbst Injektionen mit einem follikelstimulierenden Hormon (FSH), damit sich ein oder zwei reife Eizellen auf einmal bilden können. Da dabei mehrere Eizellen reifen können, besteht die Möglichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft.

Während der Behandlung beobachtet der Arzt den Eierstock und die Reifung des Follikels mithilfe von Ultraschall. Außerdem werden die Hormone im Blut kontrolliert.

Nach der Stimulation wartet man entweder auf den natürlichen Eisprung oder führt ihn künstlich herbei. Dies geschieht durch die Gabe von Hormonpräparaten wie humanem Choriongonadotropin (hCG).

Aufbereitung der Spermien

Der Erhalt der Spermien für die Insemination findet meistens durch Masturbieren des Spenders statt. Im Anschluss daran erfolgt die Reinigung der Probe in einer Nährlösung.

Außerdem konzentriert man die beweglichen Samen durch Gradientenzentrifugation. Dazu werden sie selektiert und in etwas Nährflüssigkeit gelöst. Durch dieses Verfahren lassen sich viele bewegliche Spermien in hoher Konzentration zusammenfassen. Die schlechten Spermien werden dagegen ausgesondert.

Einbringen der Spermien in den weiblichen Körper

Um die Spermien in den Körper der Frau einzubringen, stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Z.B. füllt man die aufbereitete Samenprobe in eine feine Kanüle und bringt sie mit einer Spritze am Tage des Eisprungs direkt in die Gebärmutter ein. Dabei gilt es, dass die männlichen Spermien so rasch wie möglich zur weiblichen Eizelle gelangen. Die Behandlung verursacht keine Schmerzen und wird in einer Frauenarztpraxis durchgeführt.

Nach der Behandlung bleibt die Frau noch einige Zeit liegen, um sich auszuruhen. Dabei haben die Spermien die Gelegenheit, sich zu verteilen.

Schwangerschaftstest

Ungefähr zwei Wochen nach der Insemination wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt. Alternativ kann die Frau aber auch abwarten, ob ihre monatliche Regelblutung stattfindet oder nicht.

In den meisten Fällen sind drei oder vier Behandlungen nötig, bis es mit der künstlichen Befruchtung klappt. Bei 20 Prozent aller Paare dauert es sogar noch länger.

Rechtliches

Im Rahmen einer Insemination sollten auch rechtliche Angelegenheiten beachtet werden:

  1. das behandelte Paar muss verheiratet sein
  2. es dürfen keine fremden Spermien oder Eizellen Verwendung finden
  3. ein negativer AIDS-Test muss erfolgt sein
  4. der Arzt muss einen Behandlungsplan vorlegen können, der der Genehmigungspflicht unterliegt
  5. das Mindestalter des Paares muss 25 Jahre betragen

Außerdem darf die Frau nicht älter als 40 Jahre sein. Beim Mann liegt das Höchstalter bei 50 Jahren.

Kosten

Die Kosten, die für eine Insemination entstehen, betragen zwischen 100 und 150 Euro. Hinzu kommen allerdings noch weitere Behandlungen und Medikamente. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich mit 50 Prozent an den Behandlungskosten, sofern die rechtlichen Bedingungen der Insemination erfüllt werden.

Grundinformationen und Hinweise zur künstlichen Befruchtung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Couple in consultation at IVF clinic © Monkey Business - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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