17. Juni 2010
Bei einer Gebärmutterhalsschwäche sprechen die Mediziner von einer Zervixinsuffizienz. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen, sie kann durch eine Muskel- oder Bindegewebsschwäche entstehen sowie durch eine Verletzung oder Dehnung durch frühere Geburten oder Operationen verursacht sein.
Bei dem Gebärmutterhals spricht man umgangssprachlich vom Muttermund. Auch vorausgegangene Schwangerschaftsunterbrechungen oder Ausschabungen, können eine vorzeitige Öffnung des Muttermundes auslösen. Manchmal kann auch eine Infektion dafür verantwortlich sein. Diese Gebärmutterhalsschwäche kann in der Schwangerschaft eine Früh- oder Fehlgeburt verursachen. Deshalb kontrolliert der Frauenarzt bei den Untersuchungen auch regelmäßig den Gebärmutterhals und dokumentiert dessen Zustand im Mutterpass. Bei fortschreitender Schwangerschaft, drückt das immer schwerer werdende Kind gegen den Muttermund. Das Gewicht und die Größe der Gebärmutter nehmen zu, der Gebärmutterhals verkürzt sich und der Muttermund wird weich und öffnet sich. Durch den mangelnden Verschluss, bedingt durch die Gebärmutterhalsschwäche, kann es so zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommen. Oft kündigt sich dies durch eine Schmierblutung und Kreuzschmerzen sowie einem Druckgefühl im Unterbauch an. Dann sollte sich die Schwangere sofort in ein Krankenhaus begeben. Eine rechtzeitige medizinische Versorgung ist in diesem Fall sehr wichtig, um eine Früh- oder Fehlgeburt zu verhindern. Charakteristisch wird eine Fehlgeburt infolge einer Gebärmutterhalsschwäche oft als schmerz- und wehenlos beschrieben.
Kann der Frauenarzt im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen bereits eine Gebärmutterhalsschwäche feststellen, so kann mit Hilfe einer so genannten Zervixumschlingung oder Zervixcerclage der Muttermund verschlossen und einer Früh- oder Fehlgeburt vorgebeugt werden. Dabei handelt es sich um einen kleineren operativen Eingriff, der unter Vollnarkose von der Scheide aus gemacht wird. Die Schwangere sollte sich dann auch schonen und viel liegen. Ungefähr zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wird die Zervixcerclage entfernt. In anderen Fällen, in denen keine Zervixcerclage gemacht wird, verordnet man der Schwangeren absolute Bettruhe, damit das Gewicht der Gebärmutter nicht nach unten zieht.
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