1. Juli 2010
Als Kartoffel bezeichnet man ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse.
Kartoffeln gehören zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln in vielen Teilen der Welt. Man bezeichnet sie auch als Erdäpfel oder Grundbirnen. Sie zählen zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae).
Die Kartoffel (Solana tuberosum) ist eine Verwandte der Tomate. Mit der Süßkartoffel (Ipomea batatas) ist sie jedoch nicht verwandt. Üblicherweise meint man mit den Kartoffeln die essbaren Knollen der Pflanze, die unterirdisch wachsen.
Bei den Kartoffeln handelt es sich um krautige Pflanzen, die aufrecht oder kletternd wachsen. Sie sind in der Lage, eine Höhe von etwa einem Meter zu erreichen. Die Länge der kurzstieligen Blätter liegt zwischen zehn und dreißig Zentimetern und die Breite beträgt ca. fünf bis fünfzehn Zentimeter. Die Blüten haben eine weiße bis violette Farbe mit gelben Staubbeuteln. Aus der Blüte erfolgt die Bildung von grünen, kirschgroßen Beeren, die jedoch ungenießbar sind. Bei den Knollen der Kartoffel handelt es sich um verdickte Enden von unterirdischen Sprossen, die als Nährstoffspeicher dienen. Die Form der Knollen kann verschieden ausfallen und ist entweder länglich, oval oder rund. Auch die Farbe der Schale ist unterschiedlich und kann sowohl gelb, weißlich, bläulich oder rot sein. Die Farbe des Fruchtfleischs ist zumeist gelb, weiß oder violett.
Während man in vielen Ländern die Kartoffel zum Gemüse rechnet, zählt man sie in Deutschland streng genommen zu den landwirtschaftlichen Kulturen.
Der Ursprung der Kartoffeln liegt in Südamerika, genauer gesagt in der Region der Anden. Dort kultiviert man sie bereits seit 2000 Jahren. Von den Inkas wurde sie als patata bezeichnet. Mit den spanischen Eroberern gelangte die Kartoffel nach Europa, wo sie ihren Weg 1621 schließlich auch nach Deutschland fand. 1756 ordnete der preußische König Friedrich II. (1712-1786) den Anbau von Kartoffeln in seinem Land an.
In der heutigen Zeit ist die Kartoffel eines der wichtigsten Nahrungsmittel. Zu den bedeutendsten Kartoffelanbauländern gehören u. a. Deutschland, Polen, Russland, Ukraine, China, USA, Spanien, Frankreich, Italien, England sowie die Niederlande. In den Monaten Januar bis Juni importiert man die Erdäpfel vor allem aus den Mittelmeerländern. In Deutschland gibt es mehr als 120 Kartoffelsorten. Man unterteilt sie, je nach Erntezeit, in sehr frühe, frühe, mittelfrühe, mittelspäte und sehr späte Sorten. Für die verschiedenen Kochtypen wurden die Buchstaben A, B, C und D festgelegt, die international gelten. So steht A bzw. A-B für festkochende Kartoffeln. Dabei handelt es sich um feste Kartoffeln mit kernigem Fruchtfleisch, die beim Kochen ihre feste Struktur behalten. Gut geeignet sind sie für die Zubereitung von Kartoffelsalat, Bratkartoffeln, Kartoffelchips oder Kartoffelgratin. Zu den festkochenden Sorten gehören u. a. Agata, Cilena, Selma, Sieglinde und Vitelotte. Mit B–A und B kennzeichnet man vorwiegend festkochende Kartoffeln. Diese weisen beim Kochen eine mittlere Festigkeit auf. Gut geeignet sind sie für Bratkartoffeln, Salzkartoffeln oder Pellkartoffeln. Typische Sorten sind z.B. Agria, die Bamberger Hörnchen, Bolero, Christa, Granola, Hela, Laura, Quarta, Secura und Solara. Mit B–C oder C kennzeichnet man mehlig kochende Kartoffeln. Dabei handelt es sich um Kartoffeln, die zumeist erst später reifen und die einen höheren Stärkegehalt aufweisen. Verwendet werden sie für Kartoffelpuffer, Kartoffelpüree, Folienkartoffeln, Kartoffelsuppe oder Kroketten. Zu den mehlig kochenden Sorten gehören u.a. Aula, Bintje, Blauer Schwede, Freya, Gunda, Karlena und Melina. Mit C–D oder D bezeichnet man stark mehlig kochende oder trockene Kartoffelsorten, die sehr locker sind und daher schnell zerfallen.
Angeboten werden die Kartoffeln in Deutschland das ganze Jahr über. Da aber das heimische Angebot nicht ausreicht, importiert man sie zusätzlich aus Ländern wie Griechenland, Zypern, Spanien, Italien, Frankreich, Ägypten, Marokko und Tunesien. Die heimische Kartoffelernte setzt Ende Juni ein und dauert bis Oktober.
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16.05.12 | |
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