Entwicklungsschritte im Kindergartenalter (3-6 Jahre)

Kinder beim Klettern auf einer Sprossenwand

Die kindliche Entwicklung in einem Alter von drei bis sechs Jahren in halbjährlichen Schritten

Ab dem dritten Geburtstag kommt Ihr kleiner Sonnenschein langsam ins Kindergartenalter - unabhängig davon, ob er nun schon einen solchen besuchen soll oder schon vorher zeitweise in einer Kinderkrippe betreut wurde. Für das Kind wird der Kontakt mit Gleichaltrigen zunehmend wichtig, sein Wissensdrang wächst und oftmals entwickelt es große Freude am Malen und Basteln.

Inhaltsverzeichnis des Artikels

Mit drei Jahren ist der Stolz auf das, was man schon alles kann, bei vielen Kindern groß. Und das ist einiges: Selbstständiges An- und Ausziehen fällt immer leichter; es kann sicheren Schrittes rennen und springen, geschickt mit Bällen spielen und Bilder malen, die Mama und Papa gerne an den Kühlschrank hängen. Langsam lernt das Kind auch, Farben zu benennen und versucht sich nach und nach im Zählen.

Zwischen dem dritten und vierten Lebensjahr wird es sauber und braucht keine Windeln mehr. Ab jetzt ist das Kind hauptsächlich mit dem Längenwachstum beschäftigt und dem Erlernen von motorischen und feinmotorischen Fähigkeiten.

Die Entwicklung verläuft nicht bei jedem Kind gleich, sondern ganz individuell. Manche Kinder sind sehr schnell, andere brauchen Zeit und manchmal werden auch bestimmte Entwicklungsschritte übersprungen.

Robert-Koch-Institut veröffentlicht neue Referenzdaten für die Körpermaße von Kindern

Während die Datengrundlage bisher eher schwach war, wurde nun eine repräsentative geschaffen

Abnehmen - Frau misst sich mit Maßband den Bauchumfang
waist measurement © Marc Dietrich - www.fotolia.de

Das Robert-Koch-Institut teilte in Berlin mit, dass es von nun an neue Referenzdaten für Körpermaße und Blutdruck von Kindern und Jugendlichen gibt. Anhand solcher Daten können Ärzte etwa bei sogenannten U-Untersuchungen erkennen, ob das Kind sich normal entwickelt, ob es etwa zu klein oder zu groß für sein Alter ist, ob es zu schwer ist oder zu leicht.

Dabei werden immer Wachstumskurven verwendet, in denen die Durchschnittsmaße einer Bevölkerung graphisch sichtbar gemacht werden. Bisher war die Datengrundlage für diese Wachstumskurven eher dünn.

Repräsentative Datengrundlage geschaffen

Beim Kopfumfang bezog man sich zum Beispiel auf eine schweizerische Studie aus den Jahren 1956 bis 1976, an der 400 Kinder beteiligt waren. Die anderen Grunddaten entstammten 17 verschiedenen Studien aus unterschiedlichen Regionen und zwischen 1985 und 1999 mit unterschiedlichen Erhebungsmethoden angefertigt. Jetzt hat man eine repräsentative Datengrundlage geschaffen.

In der sogenannten KiGGS-Studie wurden zwischen 2003 und 2006 die Daten von 17.000 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland mit der selben Methode erfasst. Die getesteten Parameter bezogen sich etwa auf

Bewegung

Die bereits erlernten Körperbewegungen können in einem Alter von drei bis sechs Jahren weiter trainiert werden; sie werden mit der Zeit immer geschickter ausgeführt. Das Herumtoben steht für viele Kinder weiterhin an erster Stelle. Mit etwa vier Jahren sind viele zudem schon in der Lage, das Radfahren zu lernen.

Typisch und beliebt in einem Alter von drei bis fünf Jahren:

  • Treppen rauf- und runtersteigen
  • Ballspiele
  • Grenzen testen im Laufen, Springen, Klettern
  • Dreiradfahren
  • Auf Zehenspitzen laufen
Das Herumtoben steht für viele Kinder an erster Stelle
Das Herumtoben steht für viele Kinder an erster Stelle

Mit etwa fünf Jahren ist der Bewegungsdrang eines Kindes besonders groß. Um diesem gerecht zu werden, bietet sich die Anmeldung in einem Sportverein an. Dabei sollte das Kind die Entscheidung möglichst selbst treffen; beliebte Sportarten sind mitunter

Mit sechs Jahren ist in den meisten Fällen das Werfen und Fangen von Bällen kein Problem mehr; auch eine rhythmische Bewegung zur Musik fällt vielen Kindern nicht schwer. Ebenfalls beliebt: das möglichst lange Stehen auf einem Bein.

Sicherheit und mögliche Gefahrenquellen

Je mobiler und aktiver ein Kind wird, desto höher ist auch die Gefahr von Unfällen - Sicherheit sollte dementsprechend immer ein ernstgenommenes Thema darstellen. Mit Lauf- und Kletteraktionen erweitert sich der Aktionsradius des Kindes. Das Alter zwischen drei und sechs Jahren stellt einen typischen Zeitraum dar, in dem sich die Unfallschwerpunkte ein wenig verschieben:

  • Zu Stürzen im Haus kommt es vorwiegend im Bereich von Hochbetten und Treppen
  • Im Rahmen von Bewegungsspielen sind Sport- und Freizeitunfälle besonders häufig, vor allem durch Zusammentstöße oder Stürze
  • Spiele im Wasser sind beliebt - solange das Kind noch nicht schwimmen kann, besteht ein entsprechend hohes Risiko zu ertrinken
  • Beim Spielen vor dem Haus oder den ersten Versuchen auf dem Fahrrad rücken nun auch Verkehrsunfälle etwas mehr in den Vordergrund, besonders, weil Kinder in diesem Alter Geschwindigkeiten und Höhen noch nicht richtig einschätzen können

Kindliches Sozialverhalten

Der Besuch eines Kindergartens hat neben der Entlastung berufstätiger Eltern auch für das Kind einige Vorteile. Ab einem Alter von drei Jahren spielen Kinder über kurze Zeiträume hinweg meist gerne mit anderen; Vierjährige können sich gar stundenlang auf diese Weise beschäftigen.

Dabei lernt das Kind, wie es mit Konfliktsituationen umgeht und auch, dass seine Bedürfnisse nicht immer als erste auf der Tagesordnung aller anderen stehen. Es treten auch Probleme wie Eifersucht auf, die gelöst werden müssen. Das Kind lernt zu teilen und sich in andere hineinzuversetzen.

Einige Kinder sind sehr schüchtern und brauchen eine Weile, bis sie in einer fremden Umgebung oder neuen Spielkameraden gegenüber auftauen. Es zeigen sich ganz deutlich die Unterschiede zwischen stillen Kindern, die auch gerne mal allein spielen und sich nicht in den Vordergrund drängen, und solchen, die wagemutig Klettergerüst und Rutsche erklimmen und allen anderen Kindern erklären, was als nächstes zu tun ist.

Spielen und basteln

Im Kindergartenalter lieben die meisten Kinder Rollenspiele mit Puppen, Kuscheltieren oder Figuren, denen sie jeweils eine andere Stimme verleihen. Später schlüpfen sie auch gerne selbst in andere Rollen und lieben Miniatursets aus Holz oder Plastik, mit denen sie etwa einen Verkäufer, einen Arzt oder einen Koch nachahmen können. Aber auch einfache Spielzeuge wie ein großer Pappkarton oder Decken, mit denen unter Tischen und Stühlen eine Höhle gebaut werden kann, beflügeln die Fantasie.

Das Kind wird zunehmend selbstständig und möchte das auch zeigen. Oft will es keine Hilfe mehr beim Anziehen oder anderen Aufgaben.

Rollenspiele mit Puppen, Kuscheltieren oder Figuren sind besonders beliebt
Rollenspiele mit Puppen, Kuscheltieren oder Figuren sind besonders beliebt

Kommunikation und logisches Denken

Trotzreaktionen und Wutausbrüche aus Frust stehen bei vielen auf der Tagesordnung - ein Fall für die elterliche Geduld. Dafür wird die Kommunikation zwischen dem Kind und seiner Umwelt immer ausgefeilter.

Mit vier bis fünf Jahren bringen Kinder bereits komplexe Sätze zustande und können einfache Sachverhalte gut erklären. Wenn der sechste Geburtstag näher kommt, ist für die meisten Kinder die Einschulung schon in greifbarer Nähe.

Der Wortschatz ist mittlerweile recht umfangreich, die Aussprache sicherer. Grammatikalische Fehler werden immer seltener gemacht und das Integrieren von neuen Wörtern fällt leichter. Des Weiteren wächst auch die Neugier - es werden weiterhin viele Fragen gestellt, oft auch bezüglich neuer Wörter, die das Kind zu hören bekommt.

Jetzt ist auch die Zeit, in der die Fähigkeit zum logischen Denken immer mehr ausgebaut wird. Das Kind hinterfragt weiterhin alle mögliche Tatsachen und Situationen. Gleichzeitig jedoch befindet es sich natürlich noch in der Phase, in der Realität und Fantasie auch mal vereint werden.

Mit dem Hang zum logischen Denken wird auch mehr und mehr das Gefahrenbewusstsein entwickelt; zudem werden einfache Zeit- und Mengenbegriffe schneller verstanden und auch die Gedächtnisleistung nimmt zu.

Auf den folgenden Seiten finden Sie einen Überblick über die Entwicklung Ihres Kindergartenkindes in halbjährlichen Schritten.

Papa mit Lätzchen - Lachen ist für die Kinderentwicklung gut

Erwachsener Mann als Baby verkleidet, kindisch, Schnuller und Mütze
Wonder © pressmaster - www.fotolia.de

Fröhliche Eltern haben witzige Kinder, denn Humor ist erblich. Oft und gern lachende Kinder haben auch ein großes Entwicklungsplus: „Wer lacht, fühlt sich selbstsicher“, sagt der Psychologe und Vizepräsident der Gesellschaft für Therapeutischen Humor, Michael Titze, im Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre.

Schon Babys lieben kuriose Situationen: Für ein einjähriges Kind können Papa mit Lätzchen oder Mama mit Schnuller Gründe sein, sich vor Lachen zu schütteln. Auch die Sprache ist für sie ein Witzfaktor Nummer eins. Babys lachen über ihr eigenes Gebrabbel, Kleinkinder über muntere Wortübungen und Vierjährige etwa über Wörter, die sie selbst verdrehen.

Nicht vergessen sollten Eltern die alten Kinderreime mit Fingerspielen – auch wenn sie diese dann unendlich wiederholen müssen (beginnend mit dem kleinen Finger):

Das ist die Katz` – miau.
Das ist der Hund – wauwau.
Das ist das Schaf – bähbäh.
Das ist die Ziege – mähmah.
Und das hier ist das Schweinchen Dick, das macht den ganzen Tag quiekquiek.

Schon im Mutterleib entscheidet sich, ob das Kind Rechtshänder oder Linkshänder wird

Nahaufnahme Kleinkind beim Malen
little artist © Cristina Fumi - www.fotolia.de

Ob ein Mensch die rechte oder linke Hand bevorzugt, entscheidet sich schon sehr früh im Mutterleib. Das berichtet das Apothekenmagazin Gesundheit unter Berufung auf Forscher der Queens-Universität im nordirischen Belfast.

Peter Hepper und seine Kollegen überprüften Ultraschallbilder von mehr als 1000 Föten. Sie sahen, dass bereits in der 15. Schwangerschaftswoche neun von zehn Ungeborenen am rechten Daumen nuckelten. 75 dieser Kinder suchten die Forscher im Schulalter auf. Alle 60 Rechtshänder waren bei der im Ultraschall beobachteten Präferenz geblieben. Von den fünfzehn früheren Linkshändern dagegen blieben nur zehn bei ihrer Wahl.

In einer weiteren Untersuchung entdeckten die Forscher, dass rechts auch bereits von zehnwöchigen Embryos bevorzugt wird.

Viel reden rechnet sich - Gute Redner können auch gut rechnen

Mädchen in rosa Shirt auf weißem Longsleeve mit Mitschülern im Klassenzimmer
kinder in der grundschule arbeiten zusammen © contrastwerkstatt - www.fotolia.de

Kleine Erzähltalente sind später gut im Rechnen. Das berichtet das Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre unter Berufung auf kanadische Wissenschaftler. Diese konnten nachweisen, dass Kinder, die im Alter von drei und vier Jahren bereits gut und strukturiert Geschichten erzählen konnten, als Schüler beim Lösen von Matheaufgaben anderen voraus waren.

Die Psychologen raten Eltern daher, dem Erzähltalent des Nachwuchses Aufmerksamkeit zu schenken und dieses weiter zu fördern. Wichtig ist dabei, dass die Kleinen die Ereignisse einer Geschichte in den richtigen Zusammenhang bringen und auch Gefühle und Gedanken der Figuren wiedergeben.

Kuschelnd zum Erfolg - Durch viel Zärtlichkeit entwickeln sich Jungen besser

Junge Mutter küsst ihr lachendes Baby auf die Wange
Mother's love. Cute baby 6 month with mother. © NiDerLander - www.fotolia.de

Zärtlichkeit macht Männer stark. Das sagt der britische Psychiater Sebastian Kraemer vom Londoner Whittington Hospital. Jungen, die als Säuglinge von ihren Eltern viel liebkost werden, hätten als Erwachsene mehr Erfolg.

Der Grund ist, so schreibt das Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre, dass zärtlich aufgezogene Kinder bessere soziale Fähigkeiten besitzen.

Und: Männliche Babys sind bei der Geburt in ihrer Entwicklung zirka drei Wochen hinter weiblichen zurück, was sich oft später noch in Leistungsrückständen zeigt. Viel Streicheleinheiten könnten dies kompensieren.

Eingebildete Freunde tun Kindern im Vorschulalter gut

Zwei kleine Jungs beim Spielen mit Holzautos im Kindergarten
children in kindergarten © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Wenn Kinder im Vorschulalter die Eltern und Geschwister mit erfundenen Freunden nerven, ist das kein Grund zur Sorge – auch wenn die geisterhaften Gestalten, die sonst niemand sieht, mitessen, mit im Auto reisen oder in den Kindergarten gehen.

„Halluzinatorische Erfahrungen sind im Vorschulalter ein durchaus normales Merkmal der psychischen Entwicklung“, zitiert das Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre den Forscher Charles Fernyhough von der Universität Durham, England.

Die Gedankenfreunde tun Kindern offenbar richtig gut. Studien haben gezeigt, dass derart phantasievolle Kinder häufig über ein ausgeprägtes soziales Einfühlungsvermögen verfügen.

Flüchtige Leidenschaften der Kinder im Vorschulalter

Kleiner Junge spielt im Kindergarten
child play in kindergarten © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

Kinder im Vorschulalter entwickeln oft alle paar Monate eine neue Leidenschaft – und das ist ganz normal, sagt der Hamburger Kinder- und Jugendpsychologe Michael Thiel im Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre.

Eltern sollten ein Kind deshalb nicht zu schnell auf etwas Bestimmtes festlegen oder sofort alles anschaffen, was der Sprössling für die neue Leidenschaft benötigt. Das Kind „will sich ausprobieren. Und das ist gut. Denn nur so kann es auch ein Hobby finden, das ihm wirklich Freude bereitet“, erklärt Thiel.

Kostensparender Rat für Eltern von Kids mit sprunghafter Phantasie: Instrumente und Sportausrüstungen können oft auch ausgeliehen werden.

Kleinkinder: Wut tut der gesunden Entwicklung vom Kind gut

Kleiner Junge in weißem Poloshirt steht vor einer grauen Wand und schreit wütend
Anger © olly - www.fotolia.de

Sie motzen, trotzen, wüten – und rauben ihren Eltern den letzten Nerv. Aber hinter den wilden Auftritten steckt viel mehr als bloße Opposition: Sie sind ein ganz normaler Entwicklungsschritt, schreibt das Apothekenmagazin BABY und die ersten Lebensjahre.

Kleinkinder müssen eine solche Vielzahl neuer Eindrücke bewältigen und neue Fähigkeiten ausbilden, dass sie neben der auch zu beobachtenden Freude über die Fortschritte zwangsläufig auch immer wieder herbe Enttäuschungen erleben. Das Kind kann laufen, ist aber noch ungeschickt; es kann sprechen, aber noch lange nicht alles ausdrücken; es ist mobil, doch die Sorge der Eltern äußert sich in Verboten. Kinder, die dabei nie aus der Haut fahren, wären eher verwunderlich. Unter diesem Aspekt sollten Erwachsene lernen, auf die kleinen Wüteriche einzugehen.

Experten raten: Kein Öl ins Feuer gießen, für Ablenkung sorgen, gelassen bleiben, dem Kind (und sich selbst) eine Auszeit gönnen. Trotzdem sollen Eltern auch deutliche Grenzen setzen – konsequent, aber mit Liebe.

Kinder müssen nein sagen lernen

Mutter im Streit mit der Tocher, die sich die Ohren zuhält
mother disciplines daughter © Tomasz Trojanowski - www.fotolia.de

Einige Eltern werden sicher tief durchatmen, wenn sie dies lesen: Kinder müssen lernen, sich zu widersetzen, auch einmal nein zu sagen. Dieser "Ungehorsam" kann sie möglicherweise vor Missbrauch oder vor negativen Gruppeneinflüssen schützen. So begründet der Erziehungsberater Dr. Andreas Hundsalz, Leiter der Städtischen Erziehungsberatungsstelle in Mannheim, seinen Rat in der Apothekenzeitschrift BABY und die ersten Lebensjahre.

Gehorchen im Sinn von Einhalten notwendiger Regeln ist damit natürlich nicht in Frage gestellt. Deshalb haben Eltern eine schwierige Balance zwischen Freiheit und Gehorsam beim Kind zu bewältigen.

Dass die Sprösslinge widersprechen, muss erlaubt sein, aber nicht jeden Widerspruch können die Eltern berücksichtigen. Etwa, wenn es um die Sicherheit der Kleinen geht, deren Bedingungen sie selbst noch gar nicht einschätzen können.

Wer aber als Kind schon gelernt hat, seinen eigenen Willen zu entwickeln und die Welt zu hinterfragen, wird sich eher zu einem selbstbewussten, eigenständigen Menschen entwickeln als jemand, der nur zu gehorchen gelernt hat.

Ein gutes Zeichen für die Kinderentwicklung, wenn schon Zweijährige den Widerstand proben

Kleinkind isst Banane und schaut nach oben
mädchen © gradt - www.fotolia.de

Wenn Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren trotzig sind, kann das anstrengend, aber auch Zeichen einer gesunden Entwicklung sein. Das berichtet die Apotheken Umschau unter Berufung auf Forscher der Universität Texas (USA).

Diese fanden bei einer Studie heraus, dass aktiver Widerstand in dieser frühen Lebensphase die aufkeimende Selbständigkeit widerspiegelt. Ein bis zwei Jahre später könne ausgeprägter Trotz problematisch werden.

Warum Eltern mangelnde Ausdauer bei Kleinkindern gelassen sehen können

Frau mit Kurzhaarfrisur spielt mit zwei Kleinkindern mit Knete
woman playing and teaching with children © Oksana Kuzmina - www.fotolia.de

Kinder im zweiten Lebensjahr, die scheinbar ohne jede Ausdauer von Spielzeug zu Spielzeug hasten, sind kein Grund zur Besorgnis. Sie befinden sich im "Entdeckeralter", erklärt der Kinderarzt Dr. Andreas Busse im Apothekenmagazin "Baby und Familie".

Diese Kleinen wollen die Welt so rasch wie möglich erobern. Busse rät, den Nachwuchs in den Alltag der Eltern mit einzubeziehen und mithelfen zu lassen. "So können Sie seine Aufmerksamkeit steuern und darauf achten, dass nicht zu viele Dinge auf einmal auf ihn einstürmen", rät er, und weiter: "Geben Sie ihm immer nur ein Spielzeug." Wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, können Eltern kurze Anregungen geben, wie das Kind sich weiter damit beschäftigen könnte. Dann sollte man es aber wieder ein paar Minuten für sich weiterspielen lassen.

Nebenher laufende Fernseher stören die kindliche Entwicklung

Ein eingeschalteter Fernseher macht Kleinkinder unkonzentriert. Ein- bis Dreijährige beschäftigen sich weniger lang und intensiv mit ihren Spielsachen, wenn nebenbei die Flimmerkiste läuft. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf eine Studie an der Universität von Massachusetts (USA).

Eltern sollten deshalb darauf achten, die Hintergrundberieselung in Grenzen zu halten, indem sie selbst weniger fernsehen, empfiehlt Dr. Christa Schaff, Vorsitzende des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Bis zum vierten Lebensjahr ist Egoismus bei Kindern besonders ausgeprägt

Zwei kleine Jungen spielen in einem roten Sandkasten
child plays with sand © shangarey - www.fotolia.de

"Ich teile mit dir." Bis Kinder diesen Satz freiwillig sagen, dauert es. Nach einer Studie von Schweizer Experimentalökonomen geben erst Sieben- bis Achtjährige gerne ab, berichtet das Apothekenmagazin "Baby und Familie".

Die Wissenschaftler testeten 229 Kinder im Alter von drei bis acht Jahren. In drei Spielen konnten sie sich entscheiden, Süßigkeiten selbst zu behalten oder mit anderen zu teilen. Bis etwa vier Jahre zeigten sie sich überwiegend völlig egoistisch und behielten am liebsten alles für sich. Von den Sieben- bis Achtjährigen neigte immerhin schon die Hälfte zum Abgeben.

Zusammenhang bei Kleinkindern: Je mehr Gestik, desto größerer Wortschatz

Bei Kindern ab 14 Monaten zeigt sich schon das Fundament der Sprachentwicklung - die Gestik machts

Blonde Mutter spielt mit ihrem blonden Baby und hält ihm den Zeigefinger vor den Mund
Happy mother playing with her sweet baby. © kristian sekulic - www.fotolia.de

Amerikanische Wissenschaftler stellten fest, dass kleine Kinder im Alter von 14 Monaten, wenn sie häufig beim Reden auch die Hände bewegen, nach weiteren drei Jahren einen größeren Wortschatz besitzen, als die untätigen Kleinkinder. Die Wissenschaftler haben bei 50 Familien täglich über 90 Minuten Filmaufnahmen gemacht, als die Kinder im Alter von 14 Monaten waren.

Anschließend nach drei Jahren wiederholten sie dies. Danach wurde die Anzahl der bedeutenden Gesten, sowie die benutzten Wörter von den Kindern sowohl als auch von den Eltern gezählt. Im Alter von 14 Monaten kennen die Kinder im Schnitt 21 verschiedene Arten von Gesten.

Sprachentwicklung bei Kleinkindern ab 14 Monaten

Wie der Zusammenhang zwischen dem Zeigen und Sprechen besteht, erklären die Wissenschaftler wie folgt: Wenn ein Kind auf etwas zeigt, so erklärt die Mutter oder der Vater was das Kind gerade sieht. Andersherum zeigt ein Kind auf etwas, was es aber noch nicht aussprechen kann.

Man glaubte bislang, dass Kinder, bei denen sich die Eltern mit ihnen viel unterhalten, auch später einen größeren Wortschatz haben. Aber die Studie zeigt, dass schon im Alter von 14 Monaten durch die Gesten der Grundstein für die Sprachentwicklung gelegt wird.

Daumenlutschen und dessen erfolgreiche Behandlung

Strafen oder eklige Tinkturen halten Kind nicht vom Daumennuckeln ab - Daumenschützer als Therapie

Baby liegt unter einer blauen Kuscheldecke und nuckelt am Daumen
Beautiful baby © Stuart Monk - www.fotolia.de

In den ersten Jahren eines Kindes sieht das Daumenlutschen zwar recht niedlich aus, allerdings führt ein exzessives Dauer-Daumenlutschen zu erheblichen Kieferfehlstellungen.

So wird während des Daumenlutschens der Gaumen nach oben gedrückt, was zu einem so genannten Kreuzbiss und unter anderem zu einer Fehlstellung der vorderen Schneidezähne und damit einhergehend oft auch einen Sprachfehler führt.

Kostspielige und langwierige kieferorthopädische Behandlungen belasten nicht nur das betroffene Kind, sondern mitunter auch die Eltern durch finanzielle Einbußen. Altbewährte Mittel, wie etwa den Daumen einbinden oder das Auftragen bestimmter Tinkturen helfen nur in wenigen Fällen, da das Daumenlutschen ein erlerntes Verhalten des Kindes darstellt.

Fehlendes Vakuum soll Kind vom Daumenlutschen abhalten

Ein angenehmes Gefühl beim Lutschen lässt das Kind immer wieder den Finger in den Mund schieben und weder Drohungen noch Belohnungen zeigen hier eine Wirkung. Nun gibt es den einen Daumenschützer aus medizinischem Kunststoff, der das Kind beim Spielen oder andere Tätigkeiten nicht stört, allerdings beim Daumenlutschen durch das fehlende Entstehen eines Vakuums das angenehme Gefühl nicht entstehen lässt.

Durchschnittlich dauert eine Behandlung bzw. eine Anwendung etwa vier Wochen und die Erfolgsquote ist recht hoch. Der Einsatz des Daumenschützers bietet somit die Möglichkeit dem Kind das Daumenlutschen abzugewöhnen ohne es durch Strafen oder anderweitigen Druck noch mehr zu belasten.

Schon Kleinkinder nervt es, wenn das andere Geschlecht sie übertrumpft

Der Kampf der Geschlechter beginnt schon im Vorschulalter, berichtet das Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Forscher der Universität von Michigan (USA) beobachteten, dass Jungen und Mädchen es zwar bemerkenswert gut verkraften, wenn sie von Spielkameraden des gleichen Geschlechts übertrumpft werden.

Das steigerte ihr Bemühen sogar, es selbst besser zu machen. Erledigte das andere Geschlecht jedoch die Aufgabe erfolgreicher, war mit der Gelassenheit Schluss: Bei den Unterlegenen machte sich Frust breit und ihr Leistungsvermögen ließ deutlich nach.

Kinder, die viel draußen spielen, haben ein besseres Sehvermögen

Drei Jungen und ein Mädchen spielen Fußball auf einer Wiese im Park
Child Childhood Children Happiness Togetherness Concept © Rawpixel.com - www.fotolia.de

Nichts wie raus: Im Freien spielen tut den Augen gut. Zwei bis drei Stunden natürliches Licht pro Tag senkt offenbar das Risiko für Sehschwächen, berichtet die „Apotheken Umschau“. Das Blatt beruft sich auf australische Forscher, die das Sehvermögen von Sechs- und Siebenjährigen aus Singapur und Sydney (Australien) verglichen.

In Singapur trugen 29 Prozent der untersuchten Kinder eine Brille, in Sydney nur 3,3 Prozent. Den Grund vermuten die Wissenschaftler in den Lebensgewohnheiten. Die Kinder in Singapur verbrachten rund nur eine halbe Stunde täglich im Freien, die in Sydney etwa zwei Stunden. Die Dauer der Fernseh- und Computernutzung spielte offenbar keine Rolle: Sie war in beiden Städten ähnlich.

Wenn Verwandte zu viel tätscheln, sollten Kinder "Nein" sagen dürfen

Eltern sollten darauf achten, ob Kindern Berührungen von Verwandten und Co. unangenehm sind

Großeltern und deren Enkel beim Spielen mit Spielzeug
Young kid playing a toy © Yuri Arcurs - www.fotolia.de

So gut wie jeder kann sich an Situationen in seiner Kindheit erinnern, bei denen man aufgefordert wurde, der Tante einen Kuss aufzudrücken, oder wo man sich von Verwandten begutachten und herzen lassen musste. Die meisten Kinder lassen solche Begegnungen einfach über sich ergehen oder freuen sich sogar. Einige reagieren jedoch genervt und zurückhaltend auf den Ansturm der Familie oder von fremden Menschen.

Unangenehme Berührungen sollten abgelehnt werden

Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE) in Fürth rät Eltern, die Reaktionen ihrer Sprösslinge in solchen Situationen genau zu beobachten. "Kinder sollten Berührungen ablehnen, die ihnen unangenehm sind", erklärt der BKE-Vorsitzende Ulrich Gerth. Wenn Eltern merken, dass Kinder nicht angesprochen oder gestreichelt werden wollen, sollten sie ihrem Nachwuchs den Rücken stärken.

Mütter und Väter dürfen Gerth zufolge ruhig auch mal nachfragen, ob bestimmte Situationen unangenehm für das Kind seien. Es sei wichtig, in diesem Kontext im Sinne der Kinder zu entscheiden und wenn nötig den Sohn oder die Tochter auch mal aus einem Gespräch zu "retten".

Kinder lernen lieber von Erwachsenen als von Gleichaltrigen

Wissenschaftler aus Leipzig stellten jetzt fest, dass kleine Kinder lieber von den Erwachsenen etwas lernen als vor ihren Altersgenossen. Dabei verlassen sich die Kleinen sogar so sehr auf das Vorzeigen der Erwachsenen, dass sie, wenn jemand dies anders machen will, sogar Protest einlegen.

Für dieses Verhalten hatten die Wissenschaftler mehrere Kinder im Alter zwischen drei und fünf Jahren zu einer Studie eingeladen. Hier wurde den Kleinen ein fiktives Spiel mit Hilfe eines Videos vorgestellt, wobei die Regeln einmal eine erwachsene Person und danach ein Kind erklärte.

Beim Spielen achteten die Kinder dann auf das korrekte Einhalten der Regeln, wie sie es beim Erwachsenen gesehen hatten. Deshalb sollten Erwachsene darauf achten, dass sie kein schlechtes Beispiel für Kinder geben.

Typische Geschlechterrollen entwickeln sich schon im Kindesalter

Frauen sieht man öfter in der Rolle der Mutter und Hausfrau, Männer sind eher technisch interessiert. Das geschlechtertypische Rollenverhalten gehört in vielen Fällen immernoch nicht der Vergangenheit an. Eine Studie einer Londoner Universität zeigte, typische Geschlechterrollen von Mann und Frau bilden sich schon im Kindesalter mit der Wahl des richtigen Spielzeuges aus.

90 Kinder zwischen neun Monaten und 1,5 Jahren bekamen verschiedene Spielsachen vorgesetzt aus denen sie ihr Lieblingsspielzeug frei wählen durften. Dabei griffen die Mädchen bevorzugt zu Puppen und Spielküchen. Die Jungen hingegen waren eher von Autos und Bällen angetan.

Warum Kleinkinder in der ersten Zeit einen engeren Bezug zur Mutter haben

Bindung des Kindes an die Mutter ist zu Beginn am stärksten, doch Väter sollten nicht verzweifeln

Junge Mutter hebt lachendes Baby hoch und küsst es auf die Nase
picture of happy mother with baby over white © Lev Dolgatshjov - www.fotolia.de

Besteht bei Paaren der Wunsch nach einem eigenen Kind und wird dieser schließlich auch verwirklicht, möchten natürlich beide Elternteile die Liebe ihres Kindes genießen. Da es bei Kleinkindern in den ersten Lebensmonaten jedoch häufig so ist, dass sie eher den Bezug und die Nähe zur Mutter suchen, fühlen sich die Väter von ihren Kindern schnell ungeliebt, was wiederum zur Beziehungskrise führen kann.

Anfänglicher Bezug zur Mutter ist normal und kann sich ändern

Bei Kleinkindern ist es völlig normal, dass sie sich nach der Geburt und auch noch während der ersten Lebensphase stärker zu ihrer Mutter verbunden fühlen. Zum einen hängt das damit zusammen, dass die Mutter ihnen das Leben geschenkt hat und sie mal ein Teil von ihr waren, zum anderen sind es die Mütter, die durch das Stillen vorerst die Haupternährer des Kindes sind, dadurch entsteht eine Art Abhängigkeit.

Mit steigendem Alter, meist ab zwei Jahren, wenden sich die Kinder dann auch dem Vater gleichermaßen zu. Vor allem beim spielen wird dann häufiger der Papa gefragt und Mama ist dann eher zum Trostspenden da.

Je nach Geschlecht des Kindes entwickelt sich auch die Bevorzugung eines Elternteils. Mädchen fühlen sich weiterhin eher mit ihrer Mutter verbunden, Jungen unternehmen lieber öfters mal etwas mit ihrem Vater. Das hängt mit der Vorbildfunktion der Eltern zusammen. Aus den Jungs soll schließlich irgendwann einmal ein Mann werden und wer ist da nicht besser geeignet als der eigene Vater an dem man sich orientieren kann?

Väter sollten nicht aufhören, sich um die Liebe das Kindes zu bemühen

In jedem Fall sollten Väter nicht verzweifeln und sich von ihren Kindern abwenden, wenn diese zunächst fast ausschließlich die Nähe zur Mutter suchen. Wenden sich die Väter ab und schenken den Kindern weniger Aufmerksamkeit verschärft sich diese Situation nur und es entstehen mehr und mehr Streitpunkte für die Eltern.

Die Väter sollten sich weiterhin um die Gunst ihrer Kinder bemühen und die Mütter müssen die Verantwortung auch einfach mal dem Partner überlassen, das heißt wenn das Kind bei Papa auf dem Arm anfängt zu schreien ihm das Kind nicht sofort wieder zu entreißen. Nach etwas Zeit und Geduld wird dann auch der Vater merken, dass sein Kind ihn genauso liebt wie die Mama.

Immer in Bewegung: Waum Kinder nicht still sitzen können und es auch können sollten

Was es bedeutet, sich innerlich unruhig zu fühlen, kann jeder nachvollziehen. Doch vor allem Kinder werden getrieben von motorischer Unruhe und einem Bewegungsdrang, der sie klettern, rennen und auf Stühlen kippeln lässt. Doch stilles Sitzenbleiben ist für Heranwachsende kein Zeichen schlechten Benehmens, im Gegenteil. Ein Kind ohne Bewegungsdrang ist in seiner Entwicklung aus dem Gleichgewicht geraten. Denn um sich richtig Entwickeln zu können, benötigen Nervenzellen ausreichend Impulse durch Sinneseindrücke.

Wahrnehmung, Körpergefühl und Gleichgewichtssinn kann nur durch ausreichend Bewegung geschult und weiterentwickelt werden.

Studien belegen, das Kindern, die zu viel Zeit vorm Computer verbringen und somit sportlich weniger aktiv sind, in der Regel Konzentrationsprobleme haben, aus denen schlechtere Schulleistungen resultieren.

Das Kind fremdelt? Völlig natürlich!

Wenn Kleinkinder in Gegenwart von Fremden oder manchmal sogar bei den Großeltern anfangen zu weinen und zu Mama oder Papa auf den Arm wollen, nennt man die Fremdeln.

Das ist ein völlig natürlicher Schritt in der kindlichen Entwicklung und in der Regel legt sich diese Angst vor Fremden wieder von selbst. Der Psychologe und Kinderarzt Rüdiger Posth rät Eltern, während dieser Phase dem Wunsch des Kindes unbedingt nachzukommen. Auch sollten sie das Kind nicht zwingen, auf Personen zuzugehen, wenn es selbst nicht will.

Das Kind lernt nämlich in dieser Phase fremde und bekannte Gesichter voneinander zu unterscheiden. Dieser Selbstschutzmechanismus stammt noch aus Tierzeiten und sorgte dafür, dass die Jungen immer in der Nähe ihrer Mutter bleiben, weil überall Gefahren lauerten.

Die wirtschaftliche Lage zur Zeit der Geburt gibt Auskunft über geistige Fitness im Alter

Von einschneidenden Erlebnissen erholt man sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schlechter

Alter Mann mit Kopfschmerzen fasst sich mit beiden Händen an die Stirn
old man headache © Dragan Trifunovic - www.fotolia.de

"Fit und im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten liest die 98-jährige Jubilarin täglich die Zeitung." Solche Bemerkungen findet man immer wieder. Hochbetagten Menschen, die geistig auf der Höhe sind, stehen anderen gegenüber, die bereits in jüngeren Jahren intellektuell nachlassen.

Warum das so ist, haben Mannheimer Wissenschaftler versucht herauszufinden. Ihr Ergebnis: Die wirtschaftlichen Gegebenheiten zum Zeitpunkt der Geburt stehen in direktem Bezug zur Leistungsfähigkeit im Alter.

Mögliche ausschlaggebende Faktoren im Detail

Schwierige Lebensumstände wie Todesfälle, Krankheiten, Unfälle oder Kriege wirken sich erheblicher auf die kognitive Kraft im Alter aus, wenn die Personen in Zeiten wirtschaftlicher Rezession zur Welt kamen. Bisher war bekannt, dass die frühkindlichen Lebensumstände direkten Einfluss auf die Gehirnentwicklung nehmen.

Minder- oder Fehlernährung, Stress und Belastungen können zu späteren neurologischen Krankheiten führen. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt anscheinend, wenn gerade schlechte wirtschaftliche Lage vorherrscht. Die allgemeinen Bedingungen für ein Kind sind in jenen Zeiten schlechter.

Schlechtere Erholung, höhere Sterblichkeitsrate

Zum Beweis dieser Theorie legten die Wissenschaftler die Daten der "Longitudinal Aging Study Amsterdam" (LASA) zugrunde. Dort werden 3.000 Menschen über 15 Jahre hinweg erfasst, die zwischen 1908 und 1937 geboren wurden. Dabei stellten die Forscher fest, dass einschneidende Erlebnisse, wie es zum Beispiel ein Schlaganfall ist, drastischere Folgen für in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Geborene haben. Sie erholen sich deutlich schlechter. Auch die Sterblichkeitsrate ist höher. Frauen sind davon noch häufiger betroffen als Männer.

Kein Grund zur Besorgnis - Kleinkinder erschrecken manchmal über die eigene Entwicklung

Große Entwicklungssprünge können bei Kleinkindern zu Angst und Anspannung führen

Verängstigtes Baby schaut zwischen den Beinen der Mutter hervor
the frightened babe-1 © Maxim Malevich - www.fotolia.de

Es kann manchmal vorkommen, dass Kleinkinder und Babys gewisse Dinge verweigern, die von ihnen eigentlich längst beherrscht werden. Dies ist dann der Schreck über ihre neuen Erfahrungen, die sie machen.

Wenn ihre kindliche Entwicklung Fortschritte macht, können sie unter Umständen mit Angst, Anspannung, Anhänglichkeit und Zuflucht zu den Eltern und Bezugspersonen reagieren, wird in einem Ratgeber-Artikel von "BABY und Familie", dem bekannten Apothekenmagazin, berichtet. Die Kleinkinder und Babys haben in diesen Momenten Angst vor dem großen Entwicklungssprung, den sie machen.

Viele Veränderungen in den ersten Monaten

Gerade in den ersten Lebensmonaten und Jahren vollziehen sich eine ganze Menge Veränderungen im Gehirn des kleinen Kindes, nach deren Fertigstellungsprozess das Baby oder Kleinkind jedes Mal neue Fähigkeiten gelernt hat.

Eltern sollten darauf vorbereitet sein und wissen, dass das Baby oder Kleinkind durch diese Entwicklungen auch mit Angst entgegnen kann - dies ist aber nur eine vorübergehende Begleiterscheinung, welche es gerade für Eltern oft schwierig macht, den eigentlichen Entwicklungsfortschritt des Kindes zu erkennen.

Die Eltern sollten dann in diesen schwierigen Momenten den Babys oder Kleinkindern Trost, Zuwendung, Nähe und Sicherheit bieten.

Babys können zwischen Mutter- und Fremdsprachen unterscheiden

Bereits Säuglinge sind in der Lage, die Muttersprache von anderen Sprachen zu trennen

Baby in rosaner Kleidung liegt auf dem Rücken
baby girl © Slawomir Jastrzebski - www.fotolia.de

Babys können erkennen, ob ein Erwachsener Mutter- oder Fremdsprache spricht. Sie können das anhand der Mundbewegungen unterscheiden, fand die Psychologin Janet Werker von der University of British Columbia in Vancouver heraus.

Der Studie und ihre Ergebnisse

In einer Studie untersuchte sie das Verhalten von Säuglingen im Alter zwischen vier und acht Monaten, die mit Spanisch und Katalanisch und solchen, die nur mit einer von beiden Sprachen aufgewachsen waren.

Den Babys wurden Videos gezeigt, auf denen bei abgestellter Lautstärke eine Person Texte in verschiedenen Sprachen vorlas. Die Saugrate an dem mit einem Messgerät verbundenen Schnuller zeigte, dass die Babys bei Fremdsprachen unterschiedlich reagierten. Die Fähigkeiten zwei Sprachen voneinander unterscheiden zu können, besitzen Babys von Geburt an bis etwa zum achten Monat.

Unterschiede zwischen Zwei- und Einsprachlern

Doch nur die zweisprachig Heranwachsenden können diese Fähigkeiten trainieren. Es hilft ihnen für das spätere Leben, wenn sie weitere Sprachen lernen wollen und bringt sie nicht durcheinander, wie häufig fälschlich angenommen wird. Bilingual aufgewachsene Menschen greifen im späteren Leben zum Erwerb einer Fremdsprache auf das gleiche neuronale Netzwerk zurück.

Menschen, die nur mit einer Sprache heranwachsen, aktivieren ein neues Netzwerk, um eine neue Sprache zu erlernen. Das kostet sie mehr Mühe, und sie werden auch niemals das Niveau eines Zweisprachlers erreichen. Derjenige, der spät eine Sprache lernt, braucht viel länger dazu, ein Gefühl für die Fremdsprache und ihren anderen Sprachrhythmus zu entwickeln.

Das Gehirn eines Zweisprachlers verarbeitet die neuen Informationen dagegen viel schneller. Wissenschaftliche Untersuchungen haben sogar ergeben, dass Menschen, die von Klein auf zwei Sprachen erlernt haben, durchschnittlich fünf Jahre später an Demenz erkranken als Einsprachler.

Kleine Ohren schon ganz groß - Neugeborene nehmen Nuancen in Stimmen sehr deutlich wahr

Schon bei Säuglingen ist das Gehirn so weit entwickelt, dass es soziale Informationen wahrnimmt

Nahaufnahme Mutter mit Baby, lächelnd
mother and baby © Kurhan - www.fotolia.de

Bereits ein neugeborenes Baby bekommt viele Dinge seines Umfeldes mit. Davon sind Eltern und Ärzte schon länger überzeugt. Nun gibt es auch eine aktuelle Studie, die diese Sensibilität der Kleinen beweist.

Die Studie untersuchte dabei Kleinkinder bis zu einem Alter von maximal sieben Monaten. Demnach haben bereits die Kleinsten ein gut ausgeprägtes Hörvermögen. Über ihre Ohren können sie nicht nur Geräusche wahrnehmen, sie können auch Stimmen ihren Bezugspersonen zuordnen und deren Stimmungen erkennen.

Schon Babys nehmen die Gefühle ihrer Mitmenschen wahr

Gefühle verändern unsere Stimmen in feinen Nuancen. Ärger und Wut klingen anders, als Trauer oder Freude. Babys wissen demnach sehr genau, wie Mama und Papa sich gerade fühlen, oder ob sie streiten. Die Studie untersuchte dabei nicht nur das sichtbare Verhalten der Kleinen, sondern auch die Hirnaktivität. Es waren die Areale aktiv, die auch bei erwachsenen Menschen aktiviert werden, wenn wir Stimmen verarbeiten.

Daraus entnehmen die Forscher, dass auch relativ kurz nach der Geburt das Gehirn schon so weit entwickelt ist, dass soziale Informationen des Umfelds so gut wie möglich analysiert und interpretiert werden.

Bereits mit 15 Monaten können Babys zwischen richtig und falsch unterscheiden

Aktuellen Studien zufolge haben Kinder bereits im Alter von 15 Monaten die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden; dies haben Forscher der Universität in Washington herausgefunden. Dabei untersuchten sie die Reaktion von Babys auf eine faire oder unfaire Verteilung von Essen.

Den kleinen Probanden wurden kurze Filme gezeigt, in denen eine bestimmte Menge an Nahrung unter zwei Personen aufgeteilt wurde - einmal gleichmäßig und einmal ungleichmäßig. Nach Angaben der Forscher zeigen Babys mehr Aufmerksamkeit wenn sie überrascht sind. Bei der Untersuchung kam heraus, dass die Kleinen bei der ungleichmäßigen Essensverteilung deutlich länger hinsahen.

Negative Beeinflussung durch zu starke Mutterbindung

Wie eine Studie der belgischen Universität Löwen herausfand, beeinflusst eine zu enge Bindung zur Mutter sowie zu hoher Fernsehkonsum die Einstellung männlicher Jugendlicher zu Frauen. Die Jungen entwickelten viel leichter eine stereotype Einstellung gegenüber Frauen und klassischen Geschlechterrollen.

Bei den weiblichen Teilnehmerinnen der Studie konnten gegensätzliche Ergebnisse festgestellt werden. Hier wirkte sich eine enge Bindung zur Mutter positiv aus. Die Mädchen ließen sich von traditionellen Geschlechterrollen im Fernsehen weniger beeinflussen.

Eine entscheidende Rolle in Bezug auf die Entwicklung stereotypischer Auffassungen spielt offenbar vor allem der Fernsehkonsum. Unabhängig vom Geschlecht wirkte sich eine enge Mutterbindung positiv aus bei Teilnehmern, die nur sehr wenig Zeit vor dem TV verbrachten.

Unklar ist derzeit noch, warum gerade die Kombination aus enger Mutterbindung mit hohem Fernsehkonsum sich negativ auf Jungs auswirkt.

Die meisten Kinder spielen nur ungern mit ihren Eltern

Wie eine Umfrage des Kinderapothekenmagazins "medizini" unter 725 Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren zeigt, sehen die meisten Kinder in ihren Eltern keine geeigneten Spielgefährten.

Insgesamt 87,6% der befragten Kinder spielen am liebsten mit ihren Geschwistern oder Freunden. Nur 8,1% der Kinder sind beim Spielen lieber alleine und lediglich 4,3% genießen dabei die Gesellschaft ihrer Eltern.

Kinder benötigen im Schnitt 11 Stunden Schlaf für eine gesunde Entwicklung

Kinder, die im Durchschnitt 11 Stunden pro Nacht schlafen, haben laut einer Studie ein geringeres Risiko auf Übergewicht

Kleiner Junge liegt mit Teddy im Arm im Bett und schläft
Sleeping little boy with a teddy bear.. © Ella - www.fotolia.de

Eine aktuelle Studie beschäftigte sich mit der gesunden Entwicklung von Kindern und suchte dabei besonders nach Faktoren, die das Risiko auf Übergewicht senken können. Da Übergewicht mehr und mehr zur Volkskrankheit wird, will man Eltern gute Ratschläge geben, damit ihr Nachwuchs einmal nicht betroffen ist.

Schlaf spielt eine zentrale Rolle für die Kindesentwicklung

Die Studie kam zu dem Schluss, dass neben den Klassikern wie

vor allen Dingen der Schlaf eine zentrale Rolle für die richtige Entwicklung spielt. Kinder, die jede Nacht im Schnitt nur neun Stunden Schlaf bekamen, hatten gegenüber Kindern mit guten elf Stunden Schlaf ein doppelt so hohes Risiko auf Übergewicht.

Studie untersuchte auch, wo in Europa Kinder wie viel Schlaf bekommen

Die internationale Studie untersuchte über Jahre hinweg gut 16.000 Kinder, die alle zu Studienbeginn zwischen zwei und maximal neun Jahren alt waren. Die Studie ermittelte auch, wo in Europa die Kinder den gesunden Schlaf von elf Stunden bekommen.

Kinder im Norden der EU erhalten den ausreichenden Schlaf, in Osteuropa und im Süden Europas liegen die Werte etwas darunter, bei neun bis zehn Stunden. Natürlich variiert die Schlafdauer auch je nach Jahreszeit und der sozialen Lage in der Familie.

TV-Konsum hemmt die kindliche Sprachentwicklung und führt zu Schlafstörungen

Die Amerikanische Akademie für Pädiatrie vertritt 60.000 US-Kinderärzte. Sie warnt in einer Erklärung vor Fehlentwicklungen durch zu hohen TV- und Videokonsum bei Kindern.

Die Wissenschaftlerin Ari Brown habe 50 Studien analysiert, die seit 1999 zu diesem Thema veröffentlicht worden wären. So wäre mittlerweile eindeutig belegt, dass zu viel Fernsehen die Sprachentwicklung von Kindern hemme und außerdem zu unruhigem Schlaf führe. Durch die Schlafstörungen könne das Kind Verhaltensstörungen entwickeln oder andresweitig erkanken.

In den USA habe jeder dritte Dreijährige einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer. 90 Prozent aller US-Kinder sähen vor dem zweiten Geburtstag regelmäßig Filme oder Videos.

Brown kritisiert auch den hohen TV-Konsum der Eltern. Sie sagt, Kinder könnten bei laufendem Fernseher nicht richtig spielen. Besser wäre es, wenn sich die Eltern mit ihren Kindern beschäftigten, denn Kinder lernten am besten durch Interaktion und nicht durch den Fernseher.

Auch wenn einige TV-Angebote vorgeben, den Kindern etwas beizubringen, sei es in jedem Fall besser, wenn die Eltern mit dem Kind spielen und den Fernseher ausgeschaltet lassen, so Brown.

Einfühlsame Mütter geben diese Fähigkeit an ihre Kinder weiter

Es ist für Kinder gar nicht so leicht, zwischen eigenen und fremden Gefühlen zu unterscheiden. Kürzlich konnten Fachleute untermauern, dass die Kommunikation mit der Mutter, den Kindern den Zugang zur Empathie erleichtert. Sprechen Mütter mit ihren Sprösslingen immer wieder darüber, wie sich andere fühlen oder was sie denken, können diese das leichter übernehmen, als jene Kinder, die diese Informationen nicht bekommen.

Mit einem standardisierten Verfahren hatten Experten Vier- bis Sechsjährige genauer analysiert. Man stellte ihnen Situationen vor, die sie beurteilen sollten. So sollten sie sich in eine Frau einfinden, die glaubte, eine Spinne zu sehen, obwohl dort nur Haare waren. Für die Kinder stellte sich die Aufgabe zu unterscheiden, welche Emotionen sie selbst und welche von der Frau kommen.

Zusätzlich notierten die Psychologen den Kommunikationsstil zwischen Müttern und Kindern. Es zeigte sich, dass die Empathie der Kinder stark von den Gesprächen mit ihren Müttern abhing. Wurde viel über Gefühle geredet, konnten sich die Kinder leichter in andere hineinversetzen. Außerdem war ihnen die Herkunft der Emotionen klarer. Die Kinder lernten also von den Erwachsenen, mitfühlend zu sein.

Muttermilch hat einen entscheidenden Einfluss auf die geistige Entwicklung von Kleinkindern

Mutter mit Halskette hält ihr Baby zum Stillen an die Brust
Baby feeds on MOM's breasts © Artranq - www.fotolia.de

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge hat die Ernährung von Säuglingen ab dem ersten Lebensmonat einen signifikanten Einfluss auf die geistige Entwicklung. Die im Rahmen einer Studie erfolgte Analyse der Daten von 11 897 Kleinkindern im Alter von 5 Jahren ergab, dass Kinder, die gestillt worden waren, sich schneller entwickelt hatten als Kinder, die mit der Flasche gesäugt wurden.

Untersucht wurden die Fähigkeiten der Kinder nach der sogenannten "British Ability Scales" (BAS) in den Kategorien Ähnlichkeit von Bildern, Wortschatz und Konstruktion von Mustern. Daneben wurden die Dauer der Stillzeit sowie die allgemeinen Lebensbedingungen der Kleinkinder berücksichtigt.

Demnach geht die kognitive Entwicklung eines Kindes um so schneller voran, je länger die Stillzeit andauert. Die Studie belegt allerdings auch, dass Mütter, die ihr Kind stillen, meist einen höheren Bildungsgrad besitzen und in der Schwangerschaft mehr Wert auf eine gesunde Lebensweise legen als Mütter, die ihr Baby mit der Flasche großziehen. Besonders deutlich war der Effekt des Stillens bei zu früh geborenen Kindern. Je länger diese gestillt wurden, desto positiver verlief ihre kognitive Entwicklung.

Traumatische Kindheit führt zu schlechter Gehirnentwicklung

Forscher haben entdeckt, dass traumatische Ereignisse in der Kindheit ihre Schatten bis in die Gegenwart werfen. Es ist nicht nur so, dass Opfer mit den Erinnerungen an Gewalt und Vernachlässigung zu kämpfen haben, auch ihre Gehirne haben Probleme. So entdeckte man, dass eine schlimme Kindheit dazu führt, dass sich das Hirn nicht normal entwickelt. Bei Betroffenen wächst der Hippocampus nicht richtig, was dazu führt, dass er im Vergleich zu Altersgenossen zu klein ist. Der Hippocampus ist eine wichtige Hirnregion, in der Erinnerungen abgespeichert werden. Allerdings hat man dieses Areal auch noch nicht zu Gänze erforscht.

Man weiß dennoch bereits jetzt, dass Fehler im Hippocampus dazu führen, dass der oder die Betroffene anfälliger wird für seelische Leiden wie Angstzustände oder Depressionen. Die Traumata der Kindheit können also dazu führen, dass der Hirnbereich sich falsch entwickelt und es eben zu diesen Problemen kommt.

Diese Erkenntnis basiert auf einer US-Studie, zu der 200 Menschen geladen wurden. Einige von ihnen hatten eine schlimme Kindheit voller Gewalt, sowohl physischer als auch psychischer Art. Als man nun MRT-Aufnahmen der Gehirne aller Probanden machte, konnte man feststellen, dass es zwischen den mit Gewalterfahrung und den übrigen Unterschiede im Hippocampus gab. Das Geschlecht der Person spielte dabei keine Rolle und auch das Alter wurde als Faktor eliminiert. Ergebnis: Je schlimmer das Erlebte war, desto kleiner war die Hirnregion.

Kleinkinder können schon zeitig Bilder und Begriffe miteinander verbinden

Schon ab dem sechsten Lebensmonat sind die Kleinen in der Lage einfache Begriffe und Bilder zu verknüpfen

Kleinkind liegt auf dem Bauch mit Spielzeug und Kuscheltier, schaut neugierig in Kamera
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Wie eine neue Studie zeigt, sind schon Kleinkinder ab dem sechsten Lebensmonat in der Lage einfache Begriffe mit den dazugehörenden Bildern miteinander zu verbinden. Bisher war man der Auffassung, dass diese Fähigkeit erst mit ungefähr zehn Monaten einsetzt, wenn sie selber die ersten Wörter sprechen.

Verknüpfungsfähigkeit im Versuch

So haben die Forscher in verschiedenen Experimenten den Kindern, im Alter zwischen sechs und neun Monaten, Bilder von Lebensmitteln, beispielsweise ein Apfel oder eine Banane, sowie Körperteile des Menschen wie die Nase gezeigt und die Gegenstände direkt benannt. Danach wurden diese Gegenstände im Zusammenhang gezeigt, so also die Nase im Gesicht oder den Apfel auf einem Obstteller und dann nach dem jeweiligen Teil gefragt.

Dabei wurde die Dauer des Blickes des Kindes auf das jeweilige Objekt gemessen. So stellten die Forscher tatsächlich fest, dass die meisten Kinder länger auf die jeweils genannten Objekte schauten.

Kleinkinder verstehen mehr als man denkt

Aber in den nachfolgenden Monaten ist der Fortschritt diesbezüglich nicht mehr so groß, erst ab dem 14. Monat verbessert sich diese Fähigkeit spürbar. So reagieren Kleinkinder zwar nicht immer, wenn man mit ihnen spricht, aber sie verstehen doch einiges.

Kinder lassen sich leicht ablenken

Lange Zeit nahmen Erwachsene an, dass bereits kleine Kinder rational denken können, weil sie ungewohnte Handlungen häufiger nachahmten, wenn sie aus ihnen einen Sinne erkennen konnten. Forscher des Max Planck Institutes in Leipzig stellten diese These nun jedoch nun auf den Prüfstand und kamen zu der Erkenntnis, dass Kleinkinder doch gar nicht so klug sind wie angenommen – sie lassen sich nur leicht ablenken.

Die Forscher griffen ein Experiment aus dem Jahr 2002 auf, dem Kleinkinder einer erwachsenen Person dabei zusahen, wie sie mit dem Kopf eine vor ihr stehende Lampe einschaltete, obwohl beide Hände frei waren. Zwei Drittel der Kinder imitierten dieses Verhalten. Hielt die Person jedoch eine um den Körper gewickelte Decke mit den Händen fest, während sie die Lampe mit dem Kopf einschaltete, imitierte nur noch jedes fünfte Kind das Verhalten. Daraus wurde geschlossen, dass die Kleinen sehr wohl erkannten, ob die Person aus einer Notlage handelte oder weil die Handlung sinnvoll war.

Die Leipziger Forscher meinten jedoch, dass die Kinder durch die bunte Decke zu sehr abgelenkt waren und wiederholten das Experiment in mehreren Variationen. Dabei stellte sich heraus, dass die Imitationsrate stark sank, sobald die Kinder durch zusätzliche Reize abgelenkt wurden, egal ob durch eine bunte Decke oder durch rote Smileys, die auf den Tisch gelegt wurden. Mit rationalem Denken dagegen hatte ihr Verhalten nicht viel zu tun.

Humor ist wie Sprechen und moralische Vorstellungen - Babys schauen ihn sich bei den Eltern ab

Nahaufnahme Mutter mit Baby, lächelnd
mother and baby © Kurhan - www.fotolia.de

Neugeborene findet sich in einer großen und unbekannten Welt wieder. Es gibt viel zu lernen und dabei stehen Mama und Papa als erste Bezugspersonen bei vielen Dingen Modell. Kleinkinder lernen das Sprechen von ihnen, schauen sich moralische Sichtweisen ab und neuesten Erkenntnissen zufolge auch, was witzig ist. Der Sinn für Humor kann bei jedem Menschen recht verschieden sein und bisher war man sich nicht sicher, wie sich der Humor entwickelt. Nun zeigt eine aktuelle Studie, dass die Eltern den Humor des Kindes maßgeblich prägen.

Die Studie arbeitete mit 30 Kleinkindern im Alter von sechs Monaten. Bisher ist man davon ausgegangen, dass sich erste Ansätze für Humor ab einem Alter von circa acht Lebensmonaten bilden. Die Forscher gingen also noch einen Schritt zurück, um den genauen Anfang zu analysieren. Man testete die Kinder nun, indem man sie gemeinsam mit den Eltern in einen Raum setzte und beispielsweise einem Mitarbeiter der Studie eine rote Clownsnase aufsetzte. Die Kinder sahen dies, aber sie reagierten nicht unmittelbar darauf. Ihre erste Reaktion war es vielmehr, zu Mama und Papa zu schauen. Diese sollten nach vorheriger Absprache entweder laut lachen oder das Ganze völlig neutral betrachten.

Die Kinder schienen die Reaktionen der Eltern zu speichern, denn nach einem halben Jahr bat man die 30 Familien wieder zum Test. Die Kinder waren nun ein Jahr alt. Hatten die Eltern damals bei dem „Clown“ gelacht, so lachten nun auch die Kinder bei einer erneuten Vorführung. Waren Mama und Papa unbeeindruckt gewesen, so reagierten auch die Kinder nicht amüsiert.

Häufiger Wohnortswechsel im Kleinkindalter kann Folgen für die Psyche haben

Kinder brauchen Geborgenheit und Sicherheit, um sich gesund entwickeln zu können. Ein häufiger Wohnortswechsel im Vorschulalter kann negative Auswirkungen auf das Kind haben. Zu der Erkenntnis sind amerikanische Forscher gekommen, die im Rahmen einer Studie 2.810 Kinder und deren Eltern regelmäßig zum aktuellen Wohnort befragten.

Unter den Teilnehmern waren rund 23 Prozent der Familien an ein und dem selben Ort geblieben. 48 Prozent zogen zwischen ein und zweimal um und weitere 29 Prozent wechselten den Wohnort drei oder gar mehrmals. Allein davon stammten 44 Prozent aus sozial schwachen Verhältnissen. Der angesetzte Zeitraum für die Studie belief sich auf mehrere Jahre, bis das Kind das Vorschulalter erreicht hatte.

Anschließend wurden die schulischen Leistungen unter die Lupe genommen. Lese- oder gar Schreibschwächen konnten nicht festgestellt werden. Allerdings waren die Kinder, welche mehrmals den Wohnort im Kleinkindalter wechselten ängstlicher, aggressiver und zum Teil auch depressiver als ihre Altersgenossen. Des Weiteren neigten diese Kinder zu Konzentrationsschwäche.

Forscher sehen darin einen direkten Zusammenhang zwischen den häufigen Wechseln des Wohnorts und der labilen Psyche der Kinder.

Kleinkinder bis zu 4 Jahren beim Hochheben immer unter die Arme greifen

Was bei Kleinkindern ein beliebter Spaß ist, ist in den Augen von Kinderärzten alles andere als spaßig. Nämlich wenn Eltern ihren Nachwuchs an den Händen halten und ihn „fliegen lassen“. Beim Hochheben von Kleinkindern bis zu einem Alter von 4 Jahren sollten Eltern grundsätzlich um die Brust greifen, beziehungsweise unter die Arme.

Zieht man ein Kind an den Handgelenken nach oben, so kann sich das Ellenbogengelenk lockern und das führt zu einen schmerzhaften Zustand. Kinder nehmen dann eine Schonhaltung ein und versuchen den Arm nicht weiter zu benutzen. Im Kleinkindalter ist das Gelenk noch nicht so fest fixiert, wie bei einem Erwachsenen und aus diesem Grund kann sich das Gelenk viel schneller lockern.

Es dringt umliegendes Gewebe in den Gelenkspalt ein und das Gelenk kann nicht wieder in seine ursprüngliche Position zurückgleiten. Sollten Eltern derartiges bemerken, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann das Ellenbogengelenk mit wenigen Handgriffen wieder an die richtige Position bringen und das Kind ist unmittelbar danach wieder schmerzfrei. Fliegender Engel kann dennoch gespielt werden. Dabei greift man das Kind unter die Arme, um die Brust und lässt es „fliegen“.

Die Entwicklung des Zeitverständnisses bei Kindern

Zeit ist für Kinder und Erwachsene etwas völlig Verschiedenes. Während wir uns nach festen Zeitplänen richten, von einem Termin zum nächsten rasen und eigentlich immer zu wenig Zeit haben, ist die Zeit für die Kleinen etwas Abstraktes, das sie erst im Laufe der Kindheit verstehen. Auch wenn sie möglicherweise schon früh das Uhrenlesen gelernt haben, kommt das Verständnis von Sekunden, Minuten und Stunden erst einige Zeit später.

Bereits im Babyalter haben wir mit festen Ritualen und Abläufen zu tun, man wird gewickelt und dann schlafengelegt, man wird gebadet und dann wird ein Bilderbuch angesehen usw. Den Tag teilen wir also in diese bestimmte Punkte ein. Dann folgt das Lernen der sozialen Zeit, zum Beispiel die Tatsache, dass man samstags und sonntags nicht zum Kindergarten oder in die Schule muss.

Um seinem Kind die Zeit zu erklären, hilft es, sich an dessen sozialen Zeiten anzupassen und Ereignisse, die bevorstehen, mit der Welt des Kindes zu verbinden. Geduld ist dabei sehr wichtig, denn es stehen zahlreiche Erklärungen an, die jedes Mal hinterfragt werden. Die „Erwachsenenzeit“ lernen Kinder dann erst im Grundschulalter.

Regelmäßiger Schlaf bei Kindern ist wichtig für die Entwicklung der Intelligenz

Eine britische Studie hat jetzt herausgefunden, dass Schlafmangel und ein unregelmäßiger Schlafrhythmus die Intelligenzentwicklung von Kleinkindern negativ beeinflusst. Kinder sind wissbegierig und erforschen ihre Welt durch viele Fragen, das Gehirn arbeitet tagsüber auf Hochtouren. Umso wichtiger ist es laut den Forschern, dass es regelmäßige Erholungsphasen und Ruhepausen braucht.

Das Ergebnis der Studie war, dass besonders dreijährige Kinder unter unregelmäßigen Schlafenszeiten leiden. Diese schnitten in den Tests im Alter von sieben Jahren wesentlich schlechter ab als die Kinder, die regelmäßig zu Bett gingen und mehr schliefen. Besonders in sozial schwachen und weniger gebildeten Familien fällt der unregelmäßige Schlafrhythmus der Kinder mehr auf.

Der Zusammenhang zwischen Schlaf und geistiger Entwicklung konnte in der Studie jedoch nur beobachtet und nicht nachgewiesen werden.

Einfachste Hygiene verhilft Kindern zu einem gesunden Wachstum

Kleines Mädchen in orangenem Shirt steht im Badezimmer am Waschbecken und wäscht sich die Hände
Cute little girl washing hands in bathroom © Oksana Kuzmina - www.fotolia.de

Britische Forscher konnten anhand einer Übersichtsarbeit zeigen, dass sauberes Wasser und Händewaschen nicht ausschließlich zur Hygiene beträgt, sondern auch Kinder zu einem gesunden Wachstum verhilft. Durchschnittlich waren 5-Jährige 0,5cm größer, wenn in ihrem Land Maßnahmen zur Verbesserung der Trinkwasserqualität vorgenommen wurden. Sanitäre Einrichtungen, Körperhygiene und sauberes Trinkwasser reduzieren das Risiko von verringerten Wachstum um bis zu 15 Prozent.

Die Auswertung von 14 Studien, an 9.500 Kindern aus Ländern, wie Chile, Bangladesch oder auch Nigeria führten zu diesem Ergebnis. Demnach sind sich die Forscher einig, dass sauberes Trinkwasser und Seife schlicht weg zu weniger Infektionskrankheiten führten und die Kinder gesünder aufwachsen können.

Schlechtes Wasser verhindert zudem, dass der Körper wichtige Nährstoffe aufnimmt und dadurch verlangsame sich auch der Wachstum der Kinder. Rund 165 Millionen Kindern weltweit leiden an verringerten Wachstum, welches gleichzeitig mit einer erhöhten Sterberate und einer verminderten Leistungsfähigkeit im Erwachsenenalter einhergeht.

Nur das Beste für das Kind – Leben in der Stadt oder auf dem Land?

Kleines Mädchen draussen beim Äpfelpflücken
Äpfel pflücken © Kzenon - www.fotolia.de

Viele Paare zieht es aufs Land, sobald sich der erste Nachwuchs ankündigt. Schließlich möchten die werdenden Eltern ihren Kleinen eine tolle Kindheit bieten, und wo lässt es sich besser leben als in der Natur? Also, raus aus der Stadt! Doch dass dies immer die beste Entscheidung darstellt, kann man nicht pauschalisieren, es gibt immer Vor- und Nachteile, sowohl für das Stadtleben als auch für das Wohnen auf dem Land.

Wohnen gleichaltrige Kinder in der Nähe?

Ein Kind kann viele Wiesen, Bäche und Felder um sich haben – fehlen jedoch gleichaltrige Kinder, so wird ihnen bereits ein großes Stück an Lebensqualität genommen. Sich mit anderen Kindern zu treffen, Zeit mit ihnen zu verbringen, ist die beste Möglichkeit, um soziales Verhalten zu lernen. Die Nachbarschaft und Umgebung ist also ein wichtiger Entscheidungsfaktor für junge Eltern, sich für oder gegen das Landleben zu entscheiden.

Natur ist nicht das Wichtigste

Wenn Kinder auf dem Land aufwachsen, bieten ihnen die vielen Naturgegebenheiten zahlreiche Möglichkeiten, sich frei zu entfalten und ihre Kreativität zu schulen. Doch dies können sie auch in der Stadt, beispielsweise wenn sie in den nächsten Park gehen. Auch hier spielen Freunde wieder eine wichtige Rolle: in der Gruppe finden sie überall interessante Möglichkeiten, sich zu beschäftigen.

Es ist wichtig, dass den Kindern die Chance gegeben wird, vieles auszuprobieren, ganz egal, wo sie aufwachsen. Eltern sollten sie nicht in eine bestimmte Richtung drängen, sondern ihnen Zeit geben zu schauen, für was ihr Herz schlägt.

Kinderrechte werden in der Praxis kaum eingehalten!

Ein Baby und drei kleine Kinder Kopf an Kopf auf dem Rücken liegend
happiness child 2 © Tatyana Gladskih - www.fotolia.de

Kinder haben Rechte. Vor allem aber haben sie das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung und ein gesundes Umfeld, in dem sie aufwachsen können. Nur leider kommt es immer wieder vor, dass eben nicht jedes Kind gewaltfrei und gesund aufwachsen darf.

Die Unterschiede sind in Deutschland recht gravierend und es ist nicht immer selbstverständlich, dass ein Kind ausreichend mit Vitamin D und Eisen versorgt wird, es seinen Begabungen entsprechend gefördert wird und somit einen guten Start in das Erwachsenenleben bekommt. Hintergrund ist der sozio-ökonomische Status der Eltern. Das teilte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Wolfram Hartmann nun mit.

Die Rechte der Kinder müssen gestärkt werden

Anlässlich des Weltkindertages wird es endlich Zeit, dass es für alle Kinder gleiche Voraussetzungen geben muss. Die Kitas seien gefordert, das Defizit auszugleichen, welches oftmals durch unsoziale Lebensbedingungen hervorgerufen wird. Darüber hinaus sollte jedes Kind ein Anrecht auf gute Bildung haben, denn die Ausbildung ist letztendlich der Grundstein für ein zufriedenes und erfolgreiches Erwachsenenleben.

Im vergangenem Jahr ist das Bundeskinderschutzgesetz in Kraft getreten und es konnten bereits einige, deutliche Verbesserungen erreicht werden, da die Prävention durch die enge Vernetzung viel schneller greift. Auf der anderen Seite habe die Politik laut Dr. Wolfram Hartmann in dem Punkt versagt, als sie die Religionsfreiheit über die Unversehrtheit des Kindes gestellt hat. Somit sind Beschneidungen offiziell legal und in den Augen von Dr. Wolfram Hartmann ein echter Skandal. Man werde weiterhin für das Recht auf Unversehrtheit der Kinder kämpfen.

Des Weiteren fordert Dr. Wolfram Hartmann eine Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz als auch einen Kinderbeauftragten in den Parlamenten. Nur so könne der Schutz und vor allem das Wohl der Kinder auch politisch durchgesetzt werden.

Chaos im Alltag ist ungesund für Kinder

Mutter spielt mit ihrem Baby auf dem Schoß
having fun with baby #7 © Adam Borkowski - www.fotolia.de

Herrscht ein unüberschaubares Chaos in der Wohnung, so kann das einen negativen Einfluss auf die Gesundheit der in diesem Haushalt lebenden Kleinkinder haben. Struktur und Ordnung im Alltag seien für die Gesundheit von Kindern wichtig.

Zu kleiner Wohnraum und kein geregelter Tagesablauf führen zu Stress

Forscher aus den USA haben dazu rund 3.000 Mütter und deren Lebensumstände verglichen und kamen zu einem erstaunlichen Ergebnis. Mit dem angegebenen Chaos sei nicht das Durcheinander im Kinderzimmer oder die tägliche Wäsche gemeint. Vielmehr ist die Rede von zu kleinem Wohnraum. Sprich wenn mehr Personen in einem Haushalt leben, als Zimmer zur Verfügung stehen.

Chaos entsteht zudem auch, wenn es keinen geregelten Tagesablauf gibt. Unregelmäßige Essenszeiten und Schlafenszeiten wirken sich negativ auf die Gesundheit von Kleinkindern aus. Auch der Geräuschpegel in der Wohnung sei maßgebend. Läuft ein TV mehr als fünf Stunden am Tag und scheint es ständig irgendwelche Geräusche zu geben, so ist das sehr stressig für Kleinkinder.

Chaos durch ungeregelte Arbeitszeiten der Mütter

Hinzu kommt der Arbeitsalltag der Mütter. Haben diese unregelmäßige Arbeitszeiten, entsteht schnell Chaos. Kinder, die in solchen Verhältnissen lebten, waren in einem Alter von rund fünf Jahren nicht so gesund, wie deren Altersgenossen aus normalen Verhältnissen. Das gaben die Mütter zumindest in der Befragung so an.

Der soziale Hintergrund spielt laut Studie keine entscheidende Rolle. Zwar habe man hierfür vorrangig Familien mit einem geringen Einkommen herangezogen, doch das Ergebnis lässt sich zweifelsohne auch auf andere Bevölkerungsschichten und Einkommensklassen übertragen.

Ehrgeiz - Bei Kindern wird dieser schon im Babyalter geweckt

3 Kindergartenkinder basteln, eine Kindergärtnerin hilft
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Der gesunde Ehrgeiz eines Menschen erwacht bereist im zarten Babyalter. Robbend und Rollend wird versucht an ein Spielzeug heranzukommen. Eltern sollten diesen Ehrgeiz stets fördern und bestärken. Allerdings muss immer darauf geachtet werden, dass man das Kind niemals überfordert, sonst verschwindet der Ehrgeiz so schnell, wie er einst gekommen war.

Gesellschaftsspiele lehren Umgang mit Sieg und Niederlage

Wichtig ist, dass Eltern ihre Kinder immer wieder loben. Kinder erfahren auf diese Weise, dass sie etwas gut gemacht haben und verstehen, das Fleiß letztendlich belohnt wird. Gesellschaftsspiele, wie „Mensch ärgere Dich nicht“ lehrt Kindern den Umgang mit Sieg und Niederlage. Eltern sollten jedoch den Nachwuchs hin und wieder gewinnen lassen, damit das Kind weiterhin Freude am Spiel hat.

Erfolg und Misserfolg sind ein Teil des Lebens

In der Schule sind es später die Noten, die die Leistungen des Kindes beurteilen. Kommt der Nachwuchs mit einer guten Note nach Hause, dann sollten Eltern das unbedingt positiv sehen und das Kind für diese Leistung loben. Außerdem ist an dieser Stelle wichtig zu bemerken, dass gute Noten nicht vom Himmel fallen, sondern dass dies der Lohn für das Lernen ist.

Aber auch der Misserfolg ist ein Teil des Lebens, auf den man Kinder vorbereiten muss. Ein schlechtes Zeugnis kann oft der Auslöser für mangelnden Ehrgeiz sein. Hier sind die Eltern gefordert. Anstatt dem Kind Vorwürfe zu machen, sollte man gemeinsam nach Lösungswegen suchen und die Schwächen herausfinden. Mit den ersten Erfolgen kehrt auch der Ehrgeiz ganz schnell wieder zurück.

Den Kindern nicht den eigenen Traum aufzwingen

Allerdings wird der Ehrgeiz nur bei Dingen geweckt, die dem Kind Spaß machen. Das trifft in erster Linie auf Aktivitäten in der Freizeit zu. Eltern sollten nicht den Fehler machen und Kindern ihren eigenen Traum aufzwingen. Wenn das Kind nicht musikalisch ist, dann muss man es auch nicht zum Klavierunterricht schicken. Hier wartete man vergebens auf ein Aufflammen von Ehrgeiz.

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    Kleinkinder und die Glotze: Zuviel fernsehen schadet dem sozialen Verhalten

    Dass sich ein hoher TV-Konsum negativ auf die geistige Entwicklung von Vorschulkindern auswirkt, ist schon lange bekannt. Doch nun haben Forscher der Ohio State University zum ersten Mal festgestellt, dass sich das Fernsehen auch negativ auf das soziale Verhalten von Kindern auswirkt.

    Die Wissenschaftler untersuchten den TV-Konsum von insgesamt 107 Kindern zwischen drei und fünf Jahren aus unterschiedlichen Schulen und Bildungsschichten. Zugleich stellten sie den Kindern mehrere Aufgaben um zu sehen, ob sich diese in andere Menschen hineinversetzen und die Bedürfnisse und Absichten anderer erkennen konnten.

    Auswirkungen von zu viel fernsehen

    Dabei stellten sie fest, dass die Kinder, die einen eigenen Fernseher im Zimmer haben oder das Gerät in der Wohnung ständig im Hintergrund läuft, weitaus schlechter auf andere Menschen eingehen konnten als die Kinder, die weniger fernsahen oder bei denen die Eltern bewusst mit den Kindern über das Gesehene diskutierten.

    Ursachen der negativen Konsequenzen

    Die Forscher führen dies auch darauf zurück, dass Kindersendungen vor allem auf optische Elemente und Action ausgerichtet sind, aber kaum auf die geistigen Zustände der Figuren eingingen - anders als Kinderbücher, die die Gedankengänge und Gefühle ihrer Protagonisten deutlich beschreiben.

    Dazu kommt das Offensichtliche: Kinder, die ständig vor dem Fernseher sitzen, verbringen viel zu wenig Zeit mit anderen Kindern und verpassen so den wichtigen sozialen Umgang mit Spielkameraden und auch mit ihrer eigenen Familie.

    Chinesisch für Kleinkinder, Baby-Yoga und Co: Zu viele Reize schaden der Entwicklung

    Zwei Mütter spielen mit ihren beiden Kleinkindern im Spielzimmer
    two mothers play with children in playroom 2 © Pavel Losevsky - www.fotolia.de

    Durften Kleinkinder vor ein oder zwei Jahrzehnten noch fröhlich durch die Wohnung tollen und stundenlang Türme aus Holzklötzchen baumen, werden sie heute schon zum Lernen anregt, wenn sie kaum laufen können: Englische oder gar chinesische Vokabeln für Kinder, die gerade erst sprechen können, Baby-Yoga in Windeln und eine ganze Palette von Lernspielen: Schließlich wollen die Eltern ihrem Nachwuchs einen möglichst guten Start ins Leben ermöglichen.

    Weniger Hirnverzweigungen durch Reizüberflutung

    Was viele Menschen längst ahnten, wurde nun auch wissenschaftlich belegt: Eine übertriebene Stimulation überfordert das noch junge Gehirn und kann letztendlich mehr Schaden anrichten als Nutzen. Forscher der Universität Yale untersuchten bei einer Studie mit Mäusen, wie sehr sich die Reize auf das Gehirn auswirkten.

    Egal welcher Reizart die Tiere ausgesetzt waren - Dauerbeschallung mit Tönen und Geräuschen, Bewegung oder Tastzeiten - überall zeigte sich eine schlechtere Entwicklung der Gefäße: Neue Verzweigungen wurden um 70 Prozent weniger gebildet und das Längenwachstum war sogar um 80 Prozent reduziert.

    Monate später zeigte sich, dass auch kein Aufholen in der Entwicklung stattgefunden hatte: Die Defizite in der Gefäßentwicklung der Gehirne waren irreversibel. Nach Ansicht der Forscher lässt sich dies durchaus auch auf den Menschen übertragen: Das noch sehr junge Gehirn braucht einfach seine Zeit um komplexere Strukturen entwickeln zu können.

    Musik macht nicht intelligent - Forscher räumen mit dem alten Mythen auf

    Kopfhörer auf nacktem schwangerem Bauch
    Headphones on belly © Dmitry Naumov - www.fotolia.de

    Viele Eltern schwören darauf: Während der Schwangerschaft sollte die Mutter Mozart, Bach oder einen anderen klassischen Komponisten hören und damit das Ungeborene fördern. Auch nach der Geburt sollte am besten viel Klassik im Haus laufen, denn das fördert die Intelligenz des Kindes.

    Der Besuch von Gesangsunterricht oder das Erlernen eines Musikinstruments ist noch besser. Dieser Ansatz hält sich bereits seit Jahrzehnten und wurde gefestigt, nachdem in den 1990ern Forscher zu dieser These auch noch vermeintliche Beweise vorlegten.

    Mythos "Mozart-Effekt"

    Gleich zwei aktuelle Studien räumen mit diesem Mythos nun jedoch auf. Es stimmt nicht, dass durch das Hören klassischer Musik oder durch das Spielen eines Instruments ein Kind intelligenter wird. Der sogenannte "Mozart-Effekt" ist daher nicht haltbar. In der ersten Studie arbeitete man mit 29 Eltern zusammen. Ihre Kinder waren jeweils vier Jahre alt und wurden auf ihre mathematische und sprachliche Intelligenz hin getestet. Außerdem stellte man durch Übungen ihr allgemeines Lernvermögen fest. Nach den Tests wurden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt eine Frühförderung im Bereich der bildenden Kunst und die anderen Kinder erhielten eine musikalische Frühförderung.

    In der zweiten Studie mit 45 Familien ging man genauso vor, nur dass die Kontrollgruppe gar keine weitere bildende Maßnahme erhielt. In beiden Versuchen mussten die Forscher jedoch feststellen, dass die Kinder im Rahmen ihres Heranwachsens gleiche Fortschritte bei der Intelligenz machten. Die Musik hatte die erste Gruppe nicht wesentlich mehr gefördert, als die Kunst oder gar keine Maßnahme.

    Förderung ist dennoch sinnvoll

    Die Forscher betonen, dass Eltern deswegen nicht auf fördernde Maßnahmen verzichten sollen. Musik ist kulturell wichtig, lehrt die Kinder soziale Kontakte zu pflegen und macht einfach Spaß. Nur die Intelligenz wird eben davon nicht gefördert.

    Das Nesthäkchen-Phänomen: Mütter haben beim jüngsten Kind eine falsche Wahrnehmung

    Ein Baby und drei kleine Kinder Kopf an Kopf auf dem Rücken liegend
    happiness child 2 © Tatyana Gladskih - www.fotolia.de

    Von mehreren Kindern wird das Jüngste, meist als der, oder die „Kleine“ bezeichnet. Oft ändert sich das nie. Eigentlich logisch, denn für die Mutter ist dieses jüngste Kind natürlich ganz besonders schutzbedürftig. Australische Wissenschaftler haben sich mit dem Phänomen beschäftigt und festgestellt, dass der Effekt sogar gemessen werden kann.

    Jüngeres Kind als noch jünger wahrgenommen

    Auf Grund dieses Phänomens wird dem Jüngsten die meiste Aufmerksamkeit entgegengebracht. Das hat auch zunächst seine Berechtigung, ist dieses Baby doch ganz besonders hilflos. Für ihre Untersuchung hatten die Wissenschaftler 747 Mütter befragt und festgestellt, dass das jüngste Kind „als kleiner und jünger wahrgenommen“ wird, „als es tatsächlich ist“.

    Falsche Einschätzung der Größe des jüngsten Kindes

    Diese Sicht ändert sich, sobald ein weiteres Kind zur Welt kommt. Die Forscher ließen Mütter an der Wand die geschätzte Größe ihres Kindes markieren. Meist wählten die Mütter für die jüngsten Kinder eine Größe, die im Durchschnitt 7,5 Zentimeter unter der tatsächlichen Größe lag, während sie die älteren Kinder in der Regel richtig einschätzten.

    Dabei spielte es keine Rolle, wie viele Kinder eine Mutter hatte, ob es Jungen, oder Mädchen waren. Auch bei Einzelkindern trat dieser Effekt auf. In jedem Fall unterschätzten Mütter ihre jüngsten Kinder.

    Kinder spielend fördern: Die besten Tipps für junge Eltern

    Baby krabbelt und greift nach Spielwürfel, weißer Hintergrund
    baby mit würfel © Dron - www.fotolia.de

    Baby-Yoga und Chinesisch für Dreijährige? Das muss nicht sein! Eltern, die ihren jungen Nachwuchs fördern möchten, können dies am besten auf spielerische Art tun, empfehlen Experten.

    So lieben Kinder es, ihrer Kreativität und Fantasie freien Lauf zu lassen - egal ob sie ihre Puppen und Teddys zur Teestunde einladen, sich mit einem Holzstock in einen Drachen tötenden Ritter mit Schwert verwandeln oder einfach einen Karton zur Burg umfunktionieren.

    Eltern sollten dies fördern und dem Nachwuchs zum Beispiel mit Kostümen und Accessoires helfen -so wird die Kreativität der Kleinen noch weiter gefördert.

    Kindliche Motorik

    Basteln ist wichtig, damit die kindliche Motorik gefördert wird. Schon Babys haben Freude daran, den Greifreflex zu lernen und alle möglichen Dinge anzufassen. Später kommen Steck- und Bastelspiele hinzu, bei denen sie Plastikschmuck auffädeln oder Schiffe aus Bausätzen zusammenfügen. Die Eltern dürfen ruhig Tipps geben, aber nur dann aushelfen wenn das Kind wirklich nicht mehr weiter weiß - schließlich gehört zum Lernprozess auch das Üben und das Überwinden von Schwierigkeiten.

    Sozialverhalten und Merkfähigkeit

    Puzzles und Memory-Spiele sind ideal um die Konzentration zu fördern. Bilder und Symbole steigern die Merkfähigkeit und wirken sich auch positiv auf das Sprachvermögen der Kinder aus. Schließlich werden sie viele Fragen zu den Abbildungen stellen und dabei neue Wörter lernen. Und natürlich sollten auch gewöhnliche Brettspiele nicht fehlen. Mit diesen lernt das Kind Sozialverhalten - und dass es auch ab und zu einmal verlieren muss.

    Der Einfluss der Eltern-Kind-Bindung auf die Entwicklung des Nachwuchses

    Junge Eltern mit Kleinkind am Strand, Hand in Hand
    in between © Dmitry Ersler - www.fotolia.de

    Was brauchen Kinder, um eine glückliche Kindheit zu erleben? Ein harmonisches Umfeld, besonders innerhalb der Familie, spielt mitunter die wichtigste Rolle. Experten zufolge ist die primäre Bindung in Sachen Entwicklung für Kinder bis zu drei Jahre am bedeutungsvollen. Damit ist die Bindung zu ihren Eltern gemeint, die ihnen das Gefühl von Sicherheit und Freundlichkeit gibt und sie auf das weitere Leben vorbereitet. Die Kleinen bekommen mit, dass man sich um sie kümmert. Sie bringen Neugier und Lust am Lernen auf und dies führt dazu, dass sie später besser zurechtkommen.

    Emotionale Umgebung hat Auswirkung auf Nervensystem

    Auch die Gehirnentwicklung ist abhängig von der Elternliebe. Weist diese Mängel auf, werden im Körper der Kinder mehr Stresshormone ausgeschüttet. Dies führt dazu, dass sich das Gehirn langsamer und schlechter entwickelt. Im späteren Leben kann es zu Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten kommen.

    Die Kunst der Eltern, ihrem Kind eine glückliche Kindheit zu bieten, hat auch viel mit "Lockerlassen" zu tun. Wer sich zu viele Gedanken um die Erziehung und Entwicklung seines Nachwuchses macht und ständig irgendwelche Konzepte im Kopf hat, die angeblich pädagogisch einen großen Nutzen haben sollen, wird auf Dauer das Bild des harmonischen Familienlebens zerstören. Nicht zu streng sein, nicht zu viel beschweren, sondern einfach mal entspannt an die bevorstehenden Aufgaben und den Alltag heran zu gehen, kann da wahre Wunder bewirken.

    Kleine Tipps mit großer Wirkung

    Die Bindung zu stärken und glücklicher zu werden, ist gar nicht so schwierig, wie viele Menschen glauben. Ein kleiner Tipp ist zum Beispiel, auch mal selbstlos zu sein und etwas für andere tun. Schenken macht oft glücklicher, als beschenkt zu werden. Ebenfalls ist es wichtig für das, was man hat, dankbar zu sein und sich dies immer wieder vor Augen zu führen.

    Wer verzeihen, sich aber auch entschuldigen kann, lebt ebenfalls fröhlicher. Und schließlich helfen kleine Glückssätze, die man für sich persönlich erfindet. Auf diese Weise soll seinen Mitmenschen gezeigt werden, dass man für einen da ist.

    Bindungsstörung ist die häufigste Folge, wenn Kinder zu früh von der Mutter getrennt werden

    Grafik weiß, menschliches Gehirn von der Seite
    gehirn von der seit © fotoflash - www.fotolia.de

    Kinder entwickeln in den ersten drei Lebensjahren das sogenannte Urvertrauen. Dieses stärkt sie nicht nur körperlich, sondern besonders auch emotional. Kinder, die dieses Vertrauen nicht aufbauen können, weil sie beispielsweise zu früh von der Mutter getrennt wurden, haben im späteren Leben oftmals Bindungsstörungen.

    Veränderung von bestimmten Gehirnstrukturen

    Ein Team von Wissenschaftlern aus den USA hat nun anhand einer Studie belegen können, dass eine frühzeitige Trennung von der Mutter sogar zur Veränderung bestimmter Gehirnstrukturen führt. Vernachlässigte Kinder oder Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwuchsen zeigten weniger Ängste gegenüber Fremden und hatten deutlich stärkere Bindungsstörungen.

    Vorprogrammierte Bindungsstörungen

    Getestet wurden 33 Kinder, die teilweise in Heimen oder bei Pflegefamilien und Adoptiveltern aufwuchsen. Ihnen wurden Bilder von vertrauten Personen, wie beispielsweise der Pflegemutter oder eben auch von Fremden gezeigt, während die Gehirnströme aufgezeichnet wurden. Verglichen wurden die Ergebnisse mit 34 Kindern, die bei ihren leiblichen Eltern aufwuchsen.

    Bei der Messung der Gehirnströme konnten die Forscher eindeutig nachweisen, dass Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern auswuchsen deutlich weniger Reaktionen zeigten, wenn ihnen Bilder von vertrauten Personen gezeigt wurden. Ein Hinweis darauf, dass Bindungsstörungen vorprogrammiert sind.

    Wie sich das Gewicht eines Kindes entwickeln wird, entscheiden die ersten fünf Lebensjahre

    Ältere Kinderärztin links in Kittel untersucht kleinen unbekleideten blonden Jungen mit Stetoskop an der Brust
    child by doctor © Ivonne Wierink - www.fotolia.de

    Eine neue Studie aus England belegt, dass die ersten fünf Lebensjahre eines Kindes über das spätere Körpergewicht entscheiden. Ein Kind, welches bereits im Kindergarten an starken Übergewicht leidet, wird in der achten Klasse laut Studie um ein vierfach erhöhtes Risiko haben, fettleibig zu sein. Besonders betroffen sind vor allem Kinder, die bei der Geburt sehr groß waren und in der Kindergartenzeit sehr dick waren.

    Untersucht wurden für die Studie 7.738 Kinder, die in der Zeit zwischen 1998 und 1999 den Kindergarten besuchten. In dem Zeitraum zwischen 1998 und 2007 wurde das Gewicht und die Größe dieser Kinder genau dokumentiert. Unter den Probanden waren 6.807 normalgewichtige Kinder.

    Der Kampf gegen die Fettleibigkeit muss laut den Forschern bereits bei den Vorschulkindern einsetzen, wenn diese noch als übergewichtig gelten. Die ersten fünf Lebensjahre seien entscheidend, wie sich das spätere Körpergewicht entwickeln wird.

    Außerdem nannten die Forscher auch das soziale Umfeld als einen wichtigen Faktor für das Risiko einer späteren Fettleibigkeit.

    Bevor Baby sprechen können, kommunizieren sie als erstes über die Geste des Deutens

    Untersuchungen zur Entwicklung der menschlichen Sprache gab es schon sehr oft. Ein Team von Forschern aus Spanien hat sich nun einmal auch mit den nonverbalen Bestandteil der Kommunikation beschäftigt.

    Bevor Babys in der Lage sind die ersten Worte zu sprechen, kommunizieren sie über Gesten und Brabbellaute. Zu der wichtigsten Geste zählt das Deuten. Mit dem Zeigen auf etwas machen die Babys auf bestimmte Dinge aufmerksam und teilen sich darüber auch mit.

    Zahlreiche Gesten für den Einsatz bei der Kommunikation

    Für die kleine Studie wurden vier Babys im Alter zwischen 11 und 19 Monaten über vier Monate hinweg gefilmt. Am Ende konnten die Wissenschaftler über 4.500 verschiedene Gesten als kommunikatives Mittel deuten. Wobei sich das Zeigen als wichtigste Geste herausstellte.

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      Kinder können mit etwa eineinhalb Jahren zwischen Mama und sich selbst unterscheiden

      Ab einem Alter von ungefähr eineinhalb Jahren sind Kinder in der Lage zwischen sich und anderen Personen zu unterschieden. Sie wissen, dass es Mama gibt und andere Dinge. Das eigentliche „Ich“ verstehen Kinder erst ab einem Alter von gut zweieinhalb Jahren.

      Wie ausgeprägt diese Wahrnehmung letztendlich ist, hängt von der Mutter-Kind Bindung ab. Darin sind sich Forscher aus Deutschland und Großbritannien jedenfalls einig. Je intensiver eine Mutter mit dem Kind spricht, Dinge erklärt und die dazugehörige Referenz erläutern, um so schneller verstehen Kinder diesen Zusammenhang.

      Für eine kleine Studie wurden 42 Mutter-Kind-Paare über einen gewissen Zeitraum analysiert. Dabei waren die Kinder in einem Alter von 17, 23,30 und schließlich 36 Monaten. Heraus kam, dass besonders die Kinder, die eine sehr feste und gute Bindung zur Mutter hatten, sich verbal leichter auf andere Personen und Dinge beziehen konnten, als andere.

      Schon mit acht Monaten können Kleinkinder Bilder aus einem Bilderbuch verstehen

      Junge Mutter hat Baby auf Schoß, schauen gemeinsam Bilderbuch an
      mother and 8 months baby girl reading book together © Monika Adamczyk - www.fotolia.de

      Spielzeug für Kleinkinder soll dem Nachwuchs in erster Linie die Möglichkeit bieten, spielerisch die Welt zu entdecken. Beliebt sind bei allen Kindern Bilderbücher.

      Abbildungen von Alltagsgegenständen sollen dabei helfen, die reale Welt zu verstehen. Viele Eltern lieben es, ihre Kleinkinder auf dem Schoss sitzen zu haben und mit ihnen gemeinsam die bunten Bilder zu betrachten. Dabei stellen sie sich immer wieder die Frage, ab welchem Alter ein Kleinkind die Bilder überhaupt versteht.

      Neugierig auf Neues

      Forscher aus London haben hierfür eine kleine Studie mit 30 Kleinkindern im Alter zwischen acht und neun Monaten durchgeführt. Ihnen wurden Fotos von Spielzeugen gezeigt und anschließend wurden den Kindern zwei unterschiedliche Spielsachen gegeben. Eines davon sahen sie zuvor auf dem Bild, das andere war neu.

      Die Kleinkinder griffen stets nach dem neuen Spielzeug. Forscher erklären sich das damit, dass die Kinder das andere Spielzeug schon vom Bild her kannten und daher neugierig auf das neue waren.

      Eltern und Erzieher können sich nun sicher sein, dass Kinder weit vor ihrem ersten Geburtstag und damit auch meist vor dem ersten Wort Bilder aus einem Buch in die reale Welt übersetzen können. Wichtig sei allerdings, dass es hierbei um echte Fotos oder sehr realitätsnahe Bilder handelt.

      Feedback auf Baby-Gebrabbel fördert Sprachentwicklung

      Baby spielt mit buntem Spielzeug
      Baby playing with toy © Alena Ozerova - www.fotolia.de

      Vor Kurzem hat eine amerikanische Studie bewiesen, dass Babys einen großen Mitteilungsdrang haben und schon im zarten Alter Wert auf Kommunikation legen. Eltern sollten deshalb ganz Ohr sein, wenn der Nachwuchs vor sich hin gluckst und gurgelt. Denn: Feedback auf Baby-Gebrabbel fördert die Sprachentwicklung.

      Eltern beeinflussen das Erlernen von Sprache

      Zwar sind Babys beim Brabbeln und Murmeln nicht klar zu verstehen, doch wenn Eltern ihren Sprösslingen zuhören und Antworten geben, fühlen sich die Kleinsten ernst genommen. Dadurch sind Kinder schneller in der Lage, auch komplexe Laute zu artikulieren.

      US-Wissenschaftler veröffentlichten jetzt neue Studienergebnisse, die die Annahme widerlegen, dass Kommunikationsfähigkeiten angeboren sind. Vielmehr beeinflussen Eltern das Erlernen von Sprache, wenn sie sich mit ihren Sprösslingen unterhalten und auf das Gebrabbel reagieren.

      Entscheidend ist, wie Baby-Kommunikation stattfindet

      Die Forscher beobachteten zweimal pro Monat 12 Mütter und ihre Reaktionen auf die Äußerungen ihrer Babys. Dabei stellten sie fest, dass nicht das Reagieren an sich die Sprachentwicklung fördert, sondern wie die Baby-Kommunikation stattfindet.

      Kinder, deren Mütter versuchten, den Sinn der "Erzählungen" zu verstehen und entsprechende Antworten parat hatten, machten bei der Vokalisierung bessere Fortschritte. Das Gegluckse hatte nach kurzer Zeit Ähnlichkeit mit normalen Worten.

      Zudem drehten sich die Kleinen häufiger in die Richtung der Mutter. Die Sprachfähigkeit verringerte sich, sobald die Mütter weniger interessiert zuhörten und die Babys ihre Aufmerksamkeit anderen Dingen zuwandten.

      Nachgeahmte Ablenkung: spielen Eltern unkonzentriert, wirkt das auf die Konzentration des Kindes

      Kleinkinder ahmen nicht nur die Konzentration, sondern auch die Ablenkung von etwas nach

      Mutter und kleine Tochter spielen mit Bauklötzen
      Mother and daughter indoors playing and smiling © Monkey Business - www.fotolia.de

      Eine Studie mit 36 Eltern und ihren Kindern hat einmal mehr gezeigt, wie groß der Einfluss selbst bei scheinbar banalen Dingen ist. Die Mütter oder Väter wurden jeweils mit ihrem Nachwuchs in ein Zimmer gesetzt. Die Kinder waren elf bis maximal 13 Monate alt und saßen auf dem Schoß des Elternteils. Auf dem Tisch vor den beiden lagen drei verschiedene Spielzeuge.

      Die kindliche Nachahmung

      Die Eltern hatte die Anweisung, verschieden intensiv auf jeweils ein Spielzeug zu schauen. Mittels einer Kamera wurde genau gefilmt, wie die Augenbewegung der Erwachsenen und die der Kinder war. Die Eyetracker zeigten dabei deutlich an, wie Kinder bewusst dem Blick der Eltern folgen. Schauten Mama oder Papa länger als einen Augenblick auf ein Spielzeug, war ihre Aufmerksamkeit offenbar zielgerichtet und die Kleinkinder machten es ihnen nach.

      Die Studie zeigt, wie genau Kinder ab einem Alter von circa einem Lebensjahr den Blicken der Eltern folgen und ihre Aufmerksamkeit nachahmen. Leider funktioniert das auch im umgekehrten Fall, wenn Mama und Papa gedanklich nicht beim Spielen sind.

      Selbstreflexion gefragt

      Das geschieht im Alltag schnell und im digitalen Zeitalter ist es vor allen Dingen das Smartphone, auf das Eltern bei einem für sie eher langweiligem Spiel heimlich schielen. So heimlich ist die Ablenkung jedoch nicht, wie die Studie zeigt. Kleinkinder ahmen daher nicht nur die Konzentration auf etwas, sondern auch die Ablenkung von etwas nach. Das kann für die spätere Entwicklung Folgen haben.

      Zu verbissen sollten Eltern ihr Verhalten deswegen aber nicht ändern, sagen auch die Macher der Studie. Ein wenig mehr Selbstreflexion reicht schon. Außerdem hilft es, wenn Kinder bewusst die Führungsrolle beim Spielen übernehmen dürfen und Eltern sich dann "mitreißen" lassen.

      Wann beginnt der Mensch zu kommunizieren? Babys teilen sich durch Streckbewegungen mit

      Forscher sind sich sicher: das Strecken nach Gegenständen wird bewusst kommunikativ eingesetzt

      Baby liegt auf Bauch vor Obstschale und hält Hand mit Walnuss in Mund
      enfant fruit © sebastien tibeau - www.fotolia.de

      Für Eltern ist es ein Meilenstein, wenn ihr Kind zum ersten Mal ein Wort spricht. Mit dem Erwerb der Sprache beginnt für das Kind eine wichtige Entwicklungsphase, denn es lernt Wörter, um zu kommunizieren. Für Wissenschaftler steht jedoch fest, dass bereits vor dem Spracherwerb eine gezielte Kommunikation beginnt.

      Wo genau der Anfang liegt und wie er aussieht, hat ein Forscherteam der Psycholinguistik untersucht.

      Versuch mit Spielzeug außer Reichweite

      Die niederländischen Wissenschaftler arbeiteten mit 20 Eltern und deren Babys. Die Kinder waren acht Monate alt, vollkommen gesund und noch nicht in der Lage, die ersten Worte zu sprechen. Die Kinder wurden jeweils einzeln in einen Raum gesetzt.

      Bei einem Durchlauf lag Spielzeug in unmittelbarer Nähe und wie zu erwarten war, griffen die Kleinen danach. In einem anderen Szenario lag das Spielzeug gut zu sehen außerhalb ihrer Reichweite. Dieser Versuchsaufbau wurde nun in mehreren Varianten durchgespielt:

      • Entweder waren die Kinder wirklich allein im Raum,
      • eine unbekannte Person betrat das Zimmer, oder
      • ein Elternteil kam hinein.

      Die Auswertung der Kameraaufzeichnungen zeigte ein interessantes Verhalten.

      Strecken als kommunikatives Verhalten

      Egal, ob ein Fremder oder ein Elternteil den Raum betrat, sahen die Kinder diese Person, fingen sie zeitnah an, sich nach dem Spielzeug zu strecken. Waren sie dagegen allein, sahen sie es nur an, streckten sich jedoch nicht. Sie wussten offenbar, dass sie vom Strecken allein nicht herankommen würden.

      Daraus schlussfolgern die Forscher, dass die Kinder sich nicht strecken, um das Spielzeug zu erreichen, sondern um eine andere Person auf ihren Wunsch aufmerksam zu machen. Das Strecken wird bewusst kommunikativ eingesetzt:

      1. Die Kinder zeigen zum einen an, dass sie Hilfe wünschen und
      2. zum anderen indirekt auch, was genau sie wollen.

      Damit ist das "soziale Strecken" im Alter von acht Monaten die erste bekannte Kommunikation bei Babys. Das Zeigen auf einen gewünschten Gegenstand setzt erst mit circa zwölf Monaten ein.

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      Quellenangaben

      • Bildnachweis: Sprossenwand © Fotofreundin - www.fotolia.de
      • Bildnachweis: Five young friends running outdoors smiling © Monkey Business - www.fotolia.de
      • Bildnachweis: Child Playing Doctor with doll Toy © Oksana Kuzmina - www.fotolia.de

      Autor:

      Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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