Zytostatika - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Als Zytostatika bezeichnet man chemotherapeutische Medikamente, die hemmend auf das Zellwachstum wirken. Sie kommen vor allem zur Behandlung von Krebskrankheiten zum Einsatz.

Einsatz, Dosierung und Risiken von chemotherapeutischen Mitteln

Ziel und Zweck von Zytostatika ist die Behandlung von Krebserkrankungen. Zum Teil setzt man sie auch zur Therapie von Autoimmunkrankheiten ein. Zytostatika gehören wie Antibiotika zu den Chemotherapeutika und wirken hemmend auf die Vermehrung und das Wachstum von körpereigenen Zellen.

Da auch Krebszellen zu den körpereigenen Zellen gehören, werden Zytostatika im Rahmen einer Chemotherapie in erster Linie zur Behandlung von Krebskrankheiten eingesetzt. Gemeinsam mit der Strahlentherapie und operativen Eingriffen gehört die Chemotherapie zu den wichtigsten Behandlungsmethoden gegen Krebs.

Wirkung

Zytostatika wurden Ende der 70er Jahre in den Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt. Ihre Wirkungsweise basiert darauf, dass sie die Stoffwechselvorgänge, die in einem Zusammenhang mit Teilung und Wachstum der Zellen stehen, stören. Vor allem rasch wachsende Zellen wie Epithelzellen (Schleimhautepithel, Haarwurzelzellen) werden von ihnen geschädigt.

Tumorzellen reagieren zudem empfindlicher auf Zytostatika als gesunde Zellen, da sie eine höhere Zellteilungsrate haben. Darüber hinaus sind sie nur eingeschränkt reparaturfähig. Durch diesen Unterschied kann eine wirksame Behandlung mit diesen giftigen Substanzen ermöglicht werden.

Arten von Zytostatika

Da Zytostatika unterschiedliche Wirkstoffe umfassen, werden sie in verschiedene Gruppen unterteilt. Dazu gehören:

  1. Alkylanzien wie z.B. Darcarbazin, Cyclosphamid und Cisplatin, die den DNS-Aufbau der Krebszellen stören
  2. Antimetabolite wie Azathiopirin, Fludarabin, Cladribin, Fluorouracil und Methotrexat, die die natürlichen Stoffwechselbausteine in den Zellen verdrängen und ersetzen, wodurch es zu Fehlfunktionen von lebenswichtigen Enzymen der Krebszellen kommt
  3. Antibiotika wie Doxorubicin, Mitoxantron oder Bleomycin, die Strangbrüche der DNS fördern
  4. Mitosehemmstoffe wie Vinca-Alkaloide
  5. Hormonantagonisten wie Estramustin, Fosfestrol, Megestrolm und Enzyme

Anwendung

Verabreicht werden Zytostatika in der Regel in Form von Infusionen, die in einem bestimmten Tropfrhythmus ablaufen. Dabei werden die Chemotherapeutika zumeist gemeinsam mit Kochsalz gegeben. Mittlerweile können bestimmte Zytostatika auch als Tabletten eingenommen werden.

Da einige Zytostatika sehr giftig sind, müssen bei ihrer Anwendung verschiedene Vorsichtsmaßnahmen wie zum Beispiel das Anlegen von Schutzhandschuhen oder eines Mundschutzes getroffen werden.

Nebenwirkungen

Ein großer Nachteil von Zytostatika ist jedoch, dass durch ihre toxische Wirkung auch gesunde Zellen des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher kommt es oftmals zu beträchtlichen Nebenwirkungen.

Besonders betroffen sind:

Daher können unangenehme Nebenwirkungen auftreten, wie:

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