Wechselwirkungen bei der Einnahme mehrerer Medikamente: Ablauf im Körper und Tipps zur Dosierung

Als Wechselwirkungen oder Interaktionen bezeichnet man unerwünschte Nebenwirkungen durch andere Arzneimittel oder Lebensmittel. Dabei kann die Wirkung eines eingenommenen Medikaments entweder abgeschwächt oder verstärkt werden.

Eine Medikamenten-Interaktion beschreibt zum Beispiel eine verstärkte oder verminderte Wirkung eines Mittels

Wechselwirkungen, die man auch als Medikamenten-Interaktionen bezeichnet, sind unerwünschte Nebenwirkungen, die entstehen können, wenn bestimmte Medikamente gleichzeitig mit

eingenommen werden.

Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme mehrerer Medikamente

Bei bestimmten Krankheiten kann es erforderlich sein, dass man mit zwei oder mehreren Arzneimitteln gleichzeitig behandelt wird. Ebenso können zwei verschiedene Erkrankungen die gleichzeitige Einnahme von unterschiedlichen Medikamenten notwendig machen. Wer zum Beispiel zur gleichen Zeit an einer Grippe und an Bluthochdruck leidet, erhält dann sowohl ein Grippe- als auch ein Blutdruckmittel.

Kommt es nun dazu, dass sich die Inhaltsstoffe der Medikamente gegenseitig beeinflussen und sich dabei in ihrer Wirkungsweise behindern, spricht man von einer Wechselwirkung oder Medikamenten-Interaktion. Dabei kann die Wirkung des jeweiligen Präparats sowohl abgeschwächt als auch verstärkt werden.

Beispiele

Es folgen ein paar Beispiele für Medikamente, die sich bei gleichzeitiger Einnahme gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen können.

  • Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen bei täglicher Einnahme von niedrig dosierter ASS zur Blutgerinnung: durch die Einnahme von Ibuprofen kann die gerinnungshemmende Wirkung von ASS verringert werden. Ibuprofen mindestens acht Stunden vor und frühestens eine halbe Stunde nach der täglichen Dosis ASS einnehmen; als Alternative auf Paracetamol umsteigen.

  • Herzmedikamente und Abführmittel: Durch manche Abführmittel kann es zu Kaliumverlust kommen, was die Wirkung einiger Herzkreislaufmittel verstärken kann. Die Folge: Herzrhythmusstörungen.

  • Antibiotika und Antidepressiva: verschiedene Beeinflussungen der Wirkung sind möglich - vorab auf jeden Fall einen Arzt um Rat fragen.

  • Antidiabetika und Blutdrucksenker: es kann je nach Wirkstoff zu einer Über- oder Unterzuckerung kommen; hier muss der Patient unbedingt seine Insulindosis entsprechend anpassen.

  • Antibabypille und diverse Medikamente: Durch verschiedene Wirkstoffe kann die Wirkung der Pille verringert werden; dazu zählen mitunter Mittel gegen Epilepsie, Johanniskraut oder Arzneien gegen psychische Erkrankungen.

Ablauf im Körper

In der Regel werden die meisten Arzneimittel von Enzymen in der Leber schrittweise abgebaut. Anschließend scheidet sie der Organismus in kleineren Bestandteilen wieder aus.

  • Wenn jedoch ein bestimmtes Medikament ein Enzym, das für den Abbau eines anderes Präparats zuständig ist, hemmt, hat das zweite Medikament eine höhere Konzentration im Blut als es sollte, was dazu führt, dass es zu einer stärkeren oder längeren Wirkung kommt, als beabsichtigt. Im schlimmsten Fall ist sogar eine Vergiftung im Bereich des Möglichen. Damit es nicht dazu kommt, muss man das zweite Medikament geringer dosieren.

  • Eine andere Wechselwirkung kann dadurch entstehen, dass das erste Medikament für eine Erhöhung der Menge des Enzyms sorgt, das das zweite Medikament abbaut. Infolgedessen wird das zweite Medikament jedoch schneller abgebaut als es wirken kann. In diesem Fall muss die Dosis des zweiten Medikaments erhöht werden.

Durch Wechselwirkungen kann es also zum Wirkungsverlust eines oder beider Präparate oder sogar zu ernsten Nebenwirkungen kommen. Daher sollten die Einnahme und die Dosierung von zwei verschiedenen Präparaten stets mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden.

In manchen Fällen können sich die Wirkstoffe zweier Präparate aber auch durchaus positiv ergänzen. So gibt es spezielle Medikamente, in denen diese Wirkstoffe in sinnvollen Dosierungen miteinander kombiniert werden.

Wechselwirkungen durch Lebensmittel

Ebenfalls Wechselwirkungen hervorrufen können bestimmte Lebensmittel oder Alkohol. Daher sollte man bei der Einnahme eines Arzneimittels stets auf den Genuss von Alkohol verzichten und bestimmte Präparate nur vor oder nach dem Essen einnehmen.

Detailliertere Informationen zu den Lebensmitteln, die die Wirkung eines Medikaments beeinflussen können, erhalten Sie hier in unserem ausführlichen Artikel.

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  • anxious blond with red pills © Lev Dolgatshjov - www.fotolia.de

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