26. Februar 2010
Als Narkosemittel oder Anästhetika bezeichnet man spezielle Medikamente, die Schmerz- und Empfindungslosigkeit bewirken. Sie kommen vor allem bei operativen Eingriffen zur Anwendung.
Ziel und Zweck von Narkosemitteln, die auch als Anästhetika oder Narkotika bezeichnet werden, ist es, einen Zustand von Schmerz- und Empfindungslosigkeit zu erzeugen. Zum Einsatz kommen diese betäubenden Medikamente in erster Linie bei operativen Eingriffen oder diagnostischen Maßnahmen.
Eine Narkose, die eine Form der Anästhesie ist, wird in der Medizin bei sehr schmerzhaften oder unangenehmen Eingriffen durchgeführt. Der Begriff Narkose stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Erstarren. Mit Hilfe von Narkosemitteln wird eine vorübergehende Hemmung der Funktionen des Zentralen Nervensystems bewirkt, bei der es zu einer Ausschaltung des Schmerzempfindens (Analgesie) kommt. Darüber hinaus wird, im Gegensatz zur Lokalanästhesie, bei der lediglich eine örtliche Betäubung erfolgt, ein Bewusstseinsverlust herbeigeführt.
Mit einer Narkose sollen mehrere Ziele erreicht werden. Dazu gehören die Ausschaltung von Schmerz, der Verlust des Bewusstseins, um psychischen Stress während des operativen Eingriffs zu vermeiden, die Entspannung der Muskeln (Relaxation), die allerdings nicht bei allen Operationen nötig ist sowie die Dämpfung von Reflexen, um mögliche unerwünschte Störungen wie z.B. Husten- oder Schluckreflexe während des Eingriffs zu vermeiden. Für das Herbeiführen einer Narkose kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. Dazu gehören Schlafmittel (Hypnotika), Schmerzmittel (Analgetika), Mittel zur Erschlaffung der Muskulatur (Muskelrelaxantien) und reflexdämpfende Mittel. Narkosemittel werden in der Regel entweder per Inhalation oder intravenös verabreicht. Bei der Anwendung eines Narkosegases greift man zumeist auf Lachgas oder Xenon zurück, das eine gute Verträglichkeit hat. Weitere Narkosemittel, die inhaliert werden, sind dampfförmige (volatile) Anästhetika wie Chloroform, Äther, Desfluran, Enfluran, Halothan oder Sevofluran. Da Chloroform und Äther recht starke Nebenwirkungen haben, kommen sie heutzutage jedoch kaum noch zum Einsatz. Die meisten Narkosemittel sind flüssig und gelöst. Aus diesem Grund werden sie mit einer Spritze verabreicht. Dabei wird oftmals eine Mischung aus verschiedenen Narkotika injiziert. Der Vorteil der zu injizierenden Narkosemittel liegt darin, dass sie schneller wirken und der zu behandelnden Person das unangenehme Einatmen durch eine Maske ersparen. Die intravenösen Narkotika werden dazu direkt in die Blutbahn gespritzt und gelangen über die Nieren oder die Leber wieder aus dem Körper. Verwendet werden zumeist Hypnotika wie Propofol, Sedativa wie Benzodiazepine, Barbiturate, Etumidat, Ketamin sowie Opioide wie Alfentanil, Fentanyl, Remifentanil oder Sufentanil. Muskelrelaxantien kommen vor allem bei Operationen in großen Körperhöhlen wie Bauch oder Brustkorb zur Anwendung. Dabei werden Mittel wie Atracurium, Mivacurium, Rocuronium, Vecuronium und Suxamethonium eingesetzt. Als reflexdämpfendes Mittel kommt zumeist Clonidin zur Anwendung, während Atropin heutzutage kaum noch gebräuchlich ist.
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