Entwässerungsmittel - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Als Entwässerungsmittel oder Diuretika bezeichnet man harntreibende Medikamente. Sie dienen zur Entwässerung des Körpers bei verschiedenen Krankheiten und Beschwerden.

Einsatz, Dosierung und Risiken von harntreibenden Mitteln

Ziel und Anwendungsgebiete

Sinn von Entwässerungsmitteln, die man auch als Diuretika bezeichnet, ist die Behandlung verschiedener Krankheiten und Leiden durch die vermehrte Ausscheidung von Urin aus dem Körper (Diurese). Da diese Mittel zur Steigerung der Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren beitragen, werden sie auch Wassertabletten genannt.

Zur Anwendung gelangen Entwässerungsmittel bei zahlreichen verschiedenen Beschwerden. Dazu gehören:

Wirkung verschiedener Entwässerungsmittel

Bei Entwässerungsmitteln wird zwischen mehreren Diuretika-Typen unterschieden, die auf verschiedene Weise wirken. Alle haben aber gemeinsam, dass sie eine erhöhte Ausscheidung von Natrium über den Urin aus dem Körper hervorrufen.

Die drei wichtigsten Medikamentengruppen sind:

  1. Schleifendiuretika
  2. Thiazide
  3. Kaliumsparende Diuretika

Schleifendiuretika

Schleifendiuretika werden zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt und lassen sich auch bei Patienten, die unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, verwenden. Darüber hinaus kommen sie zur Anwendung, wenn ein schnelles Ausschwemmen von Flüssigkeit aus dem Körper erforderlich ist, wie zum Beispiel bei der Verschlechterung einer Herzinsuffizienz.

Zu den verwendeten Wirkstoffen gehören:

  • Bumetanid
  • Furosemid
  • Torasemid
  • Piretanid
  • Etacrynsäure

Thiazide

Auch Thiazide werden zur Behandlung von zu hohem Blutdruck eingesetzt, da sie eine günstige Wirkung auf den Blutdruck haben. Zudem eignen sie sich auch für eine dauerhafte Therapie bei Herzinsuffizienz.

Abgesehen von der erhöhten Ausscheidung von Natrium wirken sich die Thiazide auch gefäßerweiternd aus, wodurch die Senkung des Blutdrucks unterstützt wird. Des Weiteren wird der Magnesium- und Kaliumwert im Blut gesenkt.

Bevorzugte Wirkstoffe sind:

  • Chlorthalidon
  • Hydrochlorthyazid
  • Indapimid
  • Xipamid

Kaliumsparende Diuretika

Oftmals kombiniert man Thiazide auch mit kaliumsparenden Diuretika, damit der entstehende Verlust von Kalium wieder ausgeglichen werden kann. Im Unterschied zu den anderen Diuretika bewirken kaliumsparende Entwässerungsmittel, dass genügend Kalium im Körper verbleibt. Da der Körper dadurch Kalium einspart, nennt man diese Präparate kaliumsparende Diuretika.

Da sie allein nur eine geringe Wasserausscheidung erzielen, kombiniert man sie in der Regel mit Thiaziden. Allerdings eignen sie sich nicht für Patienten, die an einer Niereninsuffizienz leiden.

Verwendete Wirkstoffe sind:

  • Amilorid
  • Triamteren

Aldosteronantagonisten

Weitere Entwässerungsmittel sind Aldosteronantagonisten, die eine Wirkungsentfaltung von Aldosteron, das zur Erhöhung des Blutdrucks durch eine Steigerung der Flüssigkeitsmenge beiträgt, im Organismus verhindern. Vor allem bei Patienten mit Herzinsuffizienz kommen Aldosteronantagonisten zum Einsatz.

Zu den verwendeten Wirkstoffen gehören:

  • Spironolacton
  • Kaliumcanrenoat
  • Eplerenon

Pflanzliche Entwässerungsmittel

Neben diesen speziellen Diuretika gibt es auch pflanzliche Entwässerungsmittel, die auf natürlicher Basis wirken.

Zu den Pflanzen, die einen diuretischen Effekt haben gehören:

Diese natürlichen Mittel sind in Apotheken und Drogerien als Tees oder Kapseln erhältlich.

Nebenwirkungen

Im Allgemeinen sind Entwässerungsmittel oder Diuretika gut verträglich. In manchen Fällen kann es jedoch zu Nebenwirkungen kommen. Mögliche Probleme sind:

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines zu niedrigen Natriumspiegels im Blut (Hyponatriämie), was Krämpfe und Verwirrtheit hervorrufen kann. Eine weitere Nebenwirkung kann Kaliummangel (Hypokaliämie) sein, wodurch die Gefahr von Herzrhythmusstörungen besteht.

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