18. Januar 2010
Als Antidementiva bezeichnet man Präparate zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen und Demenz. Auf diese Weise sollen das Denkvermögen und die Leistungsfähigkeit erhöht werden.
Ziel und Zweck von Antidementiva ist die Behandlung von Hirnleistungsstörungen und Demenz. Sie dienen zur Stabilisierung oder Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit des Patienten und sollen ihm dabei helfen, den Alltag besser zu bewältigen.
Zur Anwendung kommen Antidementiva vor allem bei Störungen des Gedächtnisses, des Denkvermögens und der Konzentrationsfähigkeit. Ebenso werden sie bei Demenz eingesetzt, wenn es zu Veränderungen der Persönlichkeit wie z.B. Depressionen, Angst, Geiz oder Misstrauen kommt. Dazu gehört auch die Alzheimer-Krankheit, die die häufigste Form der Demenz ist. Weitere Anwendungsgebiete sind die unterstützende Behandlung bei Bewusstseins- oder Aufmerksamkeitsstörungen nach einer Schädel-Hirn-Verletzung oder eine verringerte Gehirndurchblutung, die z.B. durch einen Schlaganfall ausgelöst wurde.
Eine Behandlung mit Antidementiva kann selbst dann nützlich sein, wenn die Demenz nicht mehr durch Medikamente heilbar ist, da schon leichte Verbesserungen oder eine Verlangsamung der Krankheit eine Steigerung der Lebensqualität bewirken kann. Auf diese Weise wird älteren Menschen oftmals ermöglicht zu Hause zu bleiben, anstatt sich in einem Pflegeheim betreuen zu lassen.
Die Wirkung der Antidementiva liegt in der Verbesserung des Denkvermögens sowie der alltäglichen Leistungsfähigkeit des Betroffenen. Oftmals lässt sich jedoch eine positive Wirkung nicht präzise vorhersagen. In vielen Fällen muss das passende Medikament erst durch Tests festgestellt werden. Die beste Wirkung wird bei beginnender Demenz erzielt. Zu den verwendeten Arzneistoffen zählen Cholinesterase-Hemmstoffe wie Donepezil, Galantamin, Rivastigim und Tacrin sowie NMDA-Antagonisten wie Mematine. Diese Wirkstoffe ermöglichen es, den Verlauf der Demenz ca. ein Jahr lang aufzuhalten. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Wirkstoffen ist nur geringfügig und die Wirksamkeit individuell unterschiedlich. Darüber hinaus gibt es noch andere Präparate wie z.B. Ginkgo, die Gehirndurchblutend wirken, deren Wirksamkeit jedoch noch nicht erwiesen werden konnte. Cholinesterasehemmer wirken, indem sie das Enzym, das den Botenstoff Acetylcholin abbaut, blockieren. Auf diese Weise kann der Botenstoff wieder vermehrt für Nervensignale bei Gedächtnis- und Konzentrationsleistungen genutzt werden. NMDA-Antagonisten wiederum bekämpfen die zu hohe Konzentration des Botenstoffs Glutamat. Durch die erhöhte Ansammlung von Glutamat kommt es zu einer übersteigerten Reizübermittlung zwischen den Gehirnzellen. Infolgedessen entstehen die für eine Demenz typischen Symptome wie die Veränderung der Persönlichkeit und geistige Verwirrtheit. Durch die Blockade der Rezeptoren an den Hirnzellen wird die Reizwiedergabe gedämpft, wodurch sich die Gedächtnisvorgänge wieder normalisieren.
Grundsätzlich ist die Wirkung von Antidementiva jedoch zeitlich begrenzt. Das Fortschreiten der Symptome lässt sich für etwa ein Jahr verlangsamen, kann aber nicht aufgehalten werden. Im Falle einer Alzheimer-Krankheit können neben Antidementiva auch Antidepressiva und Neuroleptika hilfreich sein, um die Symptome abzumildern.
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