18. Januar 2010
Als Antibiotika bezeichnet man künstlich hergestellte oder natürliche antibakterielle Wirkstoffe. Sie werden vor allem zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten eingesetzt.
Ziel und Zweck von Antibiotika ist die Behandlung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten durch das Abtöten oder Hemmen von krankheitserregenen Keimen wie Bakterien. Im ursprünglichen Sinn sind Antibiotika niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Bakterien oder Pilzen. Schon durch eine geringe Konzentration dieser Stoffwechselprodukte können Krankheitserreger abgetötet oder zumindest in ihrem Wachstum gehemmt werden. Antibiotika werden sowohl auf natürliche als auch auf synthetische Weise gewonnen.
Der Begriff Antibiotika oder Antibiotikum stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "Gegen" (anti) und "Leben" (bios). Mit den antibiotischen Wirkstoffen werden vor allem Bakterien bekämpft. Auch gegen Pilze kommen spezielle Antibiotika, die als Antimyotika bezeichnet werden, zum Einsatz. Zu den klassischen Antibiotika, die am häufigsten angewandt werden, gehören Penicilline, Tuberkulostatika, Tetrazykline, Sulfonamide und Trimethoprim, Makrolid-Antibiotika, Gyrasehemmer, Cephalosporine sowie Aminoglycosid-Antibiotika. Darüber hinaus gibt es weitere Wirkstoffgruppen, die jedoch seltener zur Anwendung gelangen. Da die Krankheitserreger sehr vielfältig sind und darüber hinaus auch ständig neue Abwehrstrategien entwickeln, ist es von großer Bedeutung, dass der Medizin viele unterschiedliche Antibiotika-Wirkstoffgruppen mit verschiedenen Wirkmechanismen zur Verfügung stehen. Daher wird auch stetig nach neuen Antibiotika geforscht.
Entdeckt wurde das erste Antibiotikum im Jahr 1910 von dem deutschen Arzt und Chemiker Paul Ehrlich (1854–1915), der mit einem Schmalspektrum-Antibiotikum wirksam Syphilis behandelte. 1935 folgte dann das Sulfonamid-Antibiotikum, das von dem Bakteriologen Gerhard Domagk (1895–1964) entdeckt wurde. In den 40er Jahren kam schließlich mit dem Penicillin der medizinische Durchbruch der Antibiotika. Danach wurden zahlreiche weitere Antibiotika entdeckt und erfolgreich eingesetzt. In der heutigen Zeit gehören die Antibiotika zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten.
Bei der Anwendung von Antibiotika wird unterschieden zwischen Bakterizid (Abtötung von Bakterien), Bakteriostatisch (Hemmung des Wachstums der Bakterien) und Bakteriolytisch (Abtötung von Bakterien durch Auflösung ihrer Zellwand).
Die Wirkungsweise der Antibiotika liegt vor allem darin, dass sie die Stoffwechselvorgänge, die für die Zellen der Bakterien lebenswichtig sind, blockieren. Auf diese Weise werden die Bakterien abgetötet oder am Wachsen gehindert.
Verabreicht werden Antibiotika in der Regel durch orale Einnahme, mit einer Spritze oder durch eine Infusion. Dabei wirken sie auf zumeist auf den ganzen Körper. Es sind aber auch äußerliche Behandlungen von oberflächlichen Haut- oder Schleimhautinfektionen mit einem Lokalantibiotikum möglich.
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