1. September 2010
Neurochirurgische Kliniken behandeln Patienten mit einem Aneurysma, mit einer Hirnblutung, mit einer Trigeminusneuralgie, mit gut- und bösartigen Hirntumoren oder Tumoren im Gesichtsbereich, Erkrankungen an der Hypophyse, Wasserkopf (Hydrocephalus), Fehlbildungen im Bereich des kindlichen Schädels usw.
In den neurochirurgischen Kliniken werden sowohl Erwachsene als auch Babys und Kinder untersucht und behandelt.
Zur Diagnostik der Krankheiten werden verschiedene – teils sehr kostenaufwändige - Untersuchungen durchgeführt. Dazu gehören eine Magnetresonanztomografie, eine Computertomografie, eine Röntgenaufnahme, eine Angiografie, eine Doppleruntersuchung, verschiedenartige Hör- und Sehtests, elektrophysiologische Untersuchungen wie das Neuromonitoring, Sonografien, EEG usw. In jedem Fall gehört auch eine ausführliche Blutuntersuchung zur Diagnostik.
Babys und kleinere Kinder erhalten für einige dieser Untersuchungen ein leichtes Schlafmittel, so dass gesichert ist, dass sie ruhig liegenbleiben.
Bei der elektrophysiologischen Untersuchung werden elektrische Reize in bestimmte Bereiche des Gehirns geleitet. Diese elektrischen Reize werden z.B. genau an die Stelle gebracht, die für die Bewegung der Beine notwendig ist. Diese Untersuchung führen die Ärzte der neurochirurgischen Kliniken zum einem im Rahmen der Diagnostik durch, zum anderen als Überprüfung des Operationsergebnisses. Durch diese elektrischen Reize bewegt ein gesunder Mensch unwillkürlich z.B. die Gliedmaßen.
Auch das elektrophysiologische Monitoring wird sowohl zu Diagnostikzwecken als auch zur Überprüfung des Operationsergebnisses durchgeführt. Durch diese Untersuchung, die teilweise auch während einer Operation am Gehirn durchgeführt wird, können die Ärzte die Nervenaktivität messen.
Beim EEG werden dem Patienten viele kleine Elektroden am Kopf angebracht und auf diese Weise die Hirnströme gemessen. Hier können die Ärzte z.B. Krankheiten wie die Epilepsie diagnostizieren.
In den neurochirurgischen Kliniken werden viele hochkomplizierte Operationen im Kopfbereich durchgeführt. Je nach Art des Eingriffes muss der operierende Arzt dazu einen Schnitt mit dem Skalpell setzen, oder es ist auch eine endoskopische Behandlung über die Nase möglich. Hat der Patient einen Tumor, so wird dieser während des Eingriffes entfernt. Für die Operation am Schädel benötigen die Neurochirurgen ein spezielles Operationsmikroskop. Anschließend erhalten die meisten Patienten eine Chemo- und/oder Strahlentherapie. Große Tumore, die schlecht operiert werden können, werden oftmals auch vor einer Operation bestrahlt, so dass sie anschließend aufgrund der geringeren Größe leichter entfernt werden können.
Patienten, die unter Krankheiten wie der Multiplen Sklerose oder Morbus Parkinson leiden, erhalten oftmals einen so genannten Hirnschrittmacher zur Linderung ihrer Beschwerden. Der Hirnschrittmacher wird in den Schädel der Patienten implantiert und kann von außen programmiert werden. Das massive Zittern, das bei diesen beiden Krankheiten auftritt, kann durch den Hirnschrittmacher minimiert oder sogar gänzlich ausgeschaltet werden.
Patienten, die einen Hydrocephalus, einen Wasserkopf, haben, werden in den neurochirurgischen Kliniken ebenfalls meist operativ behandelt, in dem Hirnwasser abgelassen wird.
Auch Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen wie z.B. einem Bandscheibenvorfall werden in einer neurochirurgischen Klinik oder Abteilung aufgenommen, wenn die Erkrankung operativ behandelt werden muss. Hier kann es z.B. notwendig sein, einen Teil der Wirbelsäule zu versteifen oder auch einen defekten Wirbelkörper der Wirbelsäule durch eine Prothese zu ersetzen. Patienten, die unter chronisch starken Schmerzen leiden, kann während einer Operation auch eine Schmerzpumpe implantiert werden, die kontinuierlich Schmerzmittel abgibt.
Auch sämtliche physiotherapeutischen Behandlungen werden in den neurochirurgischen Kliniken im Rahmen der Therapie durchgeführt. Je nach Art der Beschwerden bzw. der Diagnose wenden die Physiotherapeuten Behandlungen wie z.B. Massagen, Krankengymnastik, Osteopathie, Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage oder auch manuelle Therapie an.
Neurochirurgische Kliniken beraten auch werdende Eltern, bei dessen ungeborenem Baby im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen eine Erkrankung wie z.B. ein Wasserkopf festgestellt wurde. Die Eltern werden dann bereits vor der Geburt informiert, wie und ob das Baby nach der Geburt behandelt werden muss.
Neben der Diagnostik und Therapie der Krankheiten betreiben die neurochirurgischen Kliniken auch Vor- und Nachsorge. Im Bereich der Vorsorge führen die Ärzte Früherkennungsuntersuchungen z.B. von Gehirntumoren durch. Die Patienten erhalten dann einen Check-up mit unterschiedlichen Untersuchungen wie einer Blutuntersuchung und einer Magnetresonanztomografie. Durch diese Vorsorgeuntersuchungen kann oftmals z.B. ein Schlaganfall vermieden oder äußerst frühzeitig erkannt werden.
Im Bereich der Nachsorge betreuen die neurochirurgischen Kliniken Patienten, die zuvor stationär z.B. aufgrund einer Krebserkrankung behandelt wurden. Die Patienten werden dann regelmäßig untersucht, so dass frühzeitig ein erneutes Wachstum des Tumors oder evtl. Metastasen diagnostiziert und behandelt werden können.
In den neurochirurgischen Kliniken sind speziell ausgebildete Chirurgen, sogenannte Neurochirurgen tätig. Auch Kinderneurochirurgen, Neuroradiologen, Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Labormediziner und Pathologen, Psychologen und Psychotherapeuten, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Augenärzte und Kinderärzte arbeiten in den neurochirurgischen Kliniken. An nicht-ärztlichen Mitarbeitern sind Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenschwestern), Kinderkrankenschwestern, Operationsschwestern, speziell ausgebildete Intensivschwerstern, medizinische Fachangestellte, radiologisch-technische Assistenten, medizinisch-technische Angestellte, Physiotherapeuten, Sozialpädagogen, Zivildienstleistende und Reinigungsmitarbeiter tätig.
Neurochirurgische Kliniken sind entweder selbstständige Kliniken oder eine Abteilung eines großen Krankenhauskomplexes. Sie verfügen über viele Untersuchungs- und Behandlungsräume, Patientenzimmer, eine Intensivstation sowie diverse Operationssäle mit speziellen Operationsmikroskopen und Operationslasern. Auch eine Notaufnahme, ein Labor sowie teilweise ein Hubschrauberlandeplatz findet sich in den neurochirurgischen Kliniken.
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20.01.11 | |
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