26. August 2010
Auf einer Intensivstation werden schwerkranke Patienten behandelt. Intensivstationen sind in allen Krankenhäusern zu finden. Hier werden z.B. Patienten beobachtet, die gerade eine Operation hinter sich haben oder die an Krankheiten wie einem schweren Herzinfarkt, einem Schlaganfall, einer schweren Krebserkrankung, schwerem Asthma, Herzrhythmusstörungen, einer Blutvergiftung oder an einer schweren Lungenentzündung leiden. Auch nach einem schweren Unfall werden die Patienten meist auf der Intensivstation aufgenommen. Diese Patienten haben dann z.B. ein Schädel-Hirn-Trauma oder schwerste innere Verletzungen.
Auf der Intensivstation werden sowohl Kinder als auch Erwachsene behandelt. Kinderkrankenhäuser haben in der Regel eigene Intensivstationen für die kleinen Patienten, Erwachsene werden auf der Intensivstation der entsprechenden Erwachsenenstation untergebracht. Rund um die Uhr werden die schwerkranken Patienten hier von speziell ausgebildetem Personal überwacht. Dazu werden regelmäßig Puls, Blutdruck und Temperatur gemessen. Auch das Blut wird teilweise mehrmals täglich untersucht. Zudem werden Elektroden an der Brust der Patienten angebracht und überwachen ununterbrochen den Herzschlag und zeichnen ein EKG auf. Hin und wieder senden diese Geräte auch einen Alarmton, wenn z.B. das Herz aufhört zu schlagen oder sich der Patient auch nur bewegt hat. Auch Körperausscheidungen wie Urin und Stuhlgang werden vom Personal regelmäßig an das Labor zur Untersuchung weitergeleitet.
Viele Patienten, die auf der Intensivstation liegen, werden künstlich beatmet. Diese künstliche Beatmung ist lebensnotwendig für die Patienten und kann nur auf einer Intensivstation erfolgen. Je nach Art der Erkrankung des Patienten gibt es verschiedene Beatmungsformen. Die so genannte CPAP-Beatmung wird eingesetzt, wenn der Patient zwar noch selbstständig atmet, dies jedoch unregelmäßig geschieht. Das Gerät erkennt, wenn der Patient zu wenig atmet und unterstützt entsprechend. Diese Beatmungsform kann entweder über eine Maske oder über einen Schlauch im Hals oder der Nase (Tubus) erfolgen. Patienten, die über einen Schlauch beatmet werden, können während dieser Zeit nicht sprechen.
Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr selbstständig atmen können, werden intubiert und komplett durch eine Maschine beatmet.
Auch das Entfernen der Atemmaske bzw. des Tubus gehört zur Aufgabe der Ärzte, die auf einer Intensivstation arbeiten.
Die Patienten erhalten auf der Intensivstation verschiedene Medikamente verabreicht. Sind die Patienten nicht oder nur schlecht ansprechbar, so erhalten sie diese über eine Infusion oder Spritze. Viele Patienten, die sich auf einer Intensivstation befinden, können aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht selbstständig essen und müssen daher mit einer speziellen Nahrung künstlich ernährt werden.
Sind weitere Untersuchungen notwendig, so werden die Patienten in der Regel von der Intensivstation in den entsprechenden Untersuchungsraum (z.B. zum Herzkatheter) gebracht und anschließend wieder auf die Intensivstation zurückverlegt.
Patienten, die eine schwere Nierenerkrankung haben, benötigen oftmals eine künstliche Blutwäsche, die Dialyse. Auch diese wird auf den Intensivstationen durchgeführt. Der Patient wird dazu an eine Maschine angeschlossen, die die Arbeit der Nieren übernimmt und das Blut mit Hilfe eines speziellen Filters von Giftstoffen reinigt. Das gereinigte Blut wird den Patienten anschließend wieder zugeführt.
Hört das Herz des Patienten auf zu schlagen, so wird dies durch einen Signalton am Monitor angezeigt. Ärzte und Schwestern reagieren dann umgehend und reanimieren den Patienten. Dazu werden dem Patienten spezielle Medikamente gespritzt, der Patient wird intubiert und das Herz durch den Einsatz eines Defibrillators angeregt wieder zu schlagen. Der Arzt setzt dazu zwei so genannte Paddles auf den Brustkorb des Patienten, durch die dann ein Stromstoß abgegeben wird. Die Stärke des Stromstoßes kann individuell verändert werden. In vielen Fällen schlägt das Herz des Patienten aufgrund dieser Stromstöße wieder selbstständig.
Auf den Intensivstationen der Krankenhäuser sind mehr Fachkräfte beschäftigt als in anderen Abteilungen. Je nach Größe des Krankenhauses gibt es eine Intensivstation für sämtliche Krankheitsbilder oder verschiedene Intensivstationen (z.B. für Herz- oder Krebspatienten). Auf einer Intensivstation arbeiten Anästhesisten sowie Fachärzte mit der Zusatzbezeichnung Palliativmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Es arbeiten jedoch auch Internisten, Chirurgen, Herzchirurgen und andere Fachärzte wie z.B. Psychologen auf den Intensivstationen der Krankenhäuser.
Da die Behandlung der Patienten auf der Intensivstation großes Fachwissen erfordert, arbeitet dort besonders geschultes nicht-medizinisches Personal. So sind hier Fachpflegekräfte für Anästhesie- und Intensivpflege, Gesundheits- und Krankenpfleger (neue Berufsbezeichnung für Krankenschwestern) sowie Pflegeassistenten. Auch speziell geschultes Reinigungspersonal ist hier tätig.
Auf einer Intensivstation haben die Patienten in der Regel nicht ihr eigenes Krankenzimmer. Meist sind mehrere Patienten in einem großen Raum untergebracht und jeweils durch Vorhänge voneinander getrennt. Bevor diese Intensivstation betreten werden kann, muss eine Schleuse passiert werden. Mitarbeiter und Angehörige der Patienten müssen sich hier Schutzkleidung anziehen sowie meist auch einen Mundschutz und eine Kopfbedeckung sowie Handschuhe tragen. Teilweise ist auch die Desinfektion der Hände notwendig. Durch diese Maßnahme werden so wenig Krankheitserreger wie möglich zu den Patienten getragen. Jeder Intensivpflegeplatz hat einen Sauerstoffanschluss sowie mehrere Monitore, die die Kreislaufparameter anzeigen. Die einzelnen Werte werden sowohl direkt an den Monitoren am Bett des Patienten als auch zentral in einem Überwachungsraum angezeigt, in dem sich ständig Ärzte und Krankenschwestern befinden. Patienten, die ständig Infusionen benötigen, erhalten diese über eine Medikamentenpumpe, die auf jeder Intensivstation vorhanden ist. Auch diverse Beatmungsgeräte sind auf jeder Intensivstation zu finden. Gleiches gilt für nierenkranke Patienten, die eine Dialyse benötigen. Das entsprechende Gerät ist ebenfalls auf der Intensivstation vorhanden.
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