3. August 2010
Von K. Schumann
Schon in der Bibel beschrieben, findet der Ysop auch in der heutigen Heilkunde noch Verwendung. Auch als Gewürz ist er aus der Küche nicht mehr wegzudenken.
Seinen Namen verdankt der Ysop (Hyssopus officinalis) dem bekannten Arzt Hippokrates. Er benannte das Kraut nach dem hebräischen "esop", was soviel bedeutet wie "heiliges Kraut". In der Bibel wird Ysop als reinigendes Kraut erwähnt. Im neunten Jahrhundert wurde der Ysop von Mönchen nach Europa gebracht und wird seitdem hier kultiviert.
Der Ysop ist ein Halbstrauch und gehört zu der Familie der Lippenblütler. Er gedeiht am besten in sonniger Lage auf kalkhaltigem Boden. Seine Stängel können bis zu 1 Meter hoch werden. Die Blätter sind eiförmig bis oval. Die violettblau bis hin zu rosa gefärbten Blüten (Blütezeit Juli bis August) verströmen einen starken, aromatischen Duft.
In der Heilkunde wird das blühende Kraut meist als Tee oder Tinktur verwendet. Für den Tee zwei Teelöffel der zerschnittenen Droge mit 1/4 Liter Wasser übergießen und abgedeckt 10 Minuten ziehen lassen.
Durch die enthaltenen Wirkstoffe wie z.B. ätherisches Öl, Gerbstoffe und Flavonoide wirkt der Ysop antiviral, antibakteriell, schleimverflüssigend- und lösend sowie auswurffördernd und kreislaufstärkend. Seine Hauptanwendungsgebiete liegen daher bei Erkrankungen der Atemwege und Erkältungskrankheiten. Durch seine leicht diuretische (wassertreibende) und krampflösende Wirkung wird der Ysop auch in Blasentees verwendet. Das ätherische Öl des Ysops wirkt auf der psychischen Ebene zudem belebend und konzentrationsfördernd.
In der Küche wird Ysop bei Fleischgerichten, Nudelgerichten, Salaten, Suppen oder Eintöpfen verwendet. Die Blätter entfalten ihr würziges, leicht bitteres, minzeähnliches Aroma am stärksten kurz vor der Blüte. Ysop sollte niemals mitgekocht werden, sondern immer erst an die fertigen Speisen gegeben werden, da er sonst sein Aroma verliert.
Ysop kann zwar getrocknet werden, doch dadurch geht ein Teil der Würze verloren. Möchte man das Jahr über nicht auf Ysop verzichten, kann man ihn einfrieren oder in Öl einlegen.
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