8. Oktober 2009
Schon im Altertum war der Wermut eine geschätzte Heilpflanze. Als wertvolles Bitterkraut wurde er in den Klostergärten geschätzt.
Zu seinen Hauptbestandteilen gehören unter anderem ätherisches Öl, Absinthol, Absinthin, Artemisin, Absinthiin, Anabsinthiin, Bernsteinsäure, Bitterstoffe und Glykosid. Zur medizinischen Verwendung kommt in der Regel das getrocknete Kraut. Der Wermut hat eine magenstärkende, appetitanregende, verdauungsfördernde, leberstärkende, blutbildende, blutreinigende und wärmende Wirkung. Dementsprechend hilft er bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, bei allgemeiner Schwäche, bei Magen- Darmbeschwerden und bei Gallenbeschwerden. Als Bitterkraut hat er sein Hauptanwendungsgebiet jedoch bei Verdauungsschwäche. Normalerweise wird der Wermut als Teezubereitung eingenommen, man kennt aber auch eine Wermut-Tinktur und er wird in Kapselform und als Tabletten angeboten. Wermut sollte aber nicht über einen längeren Zeitraum oder in höherer Dosierung eingenommen werden. In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollte man auf den Genuss verzichten. Äußerliche Anwendung kann er in Form von Umschlägen, Waschungen und Bädern finden.
Die Pflanze wird auch zur Herstellung alkoholischer Getränke verwendet und machte in der Blütezeit des Absinth-Getränkes Ende des 19. Jahrhunderts in der Künstlerszene Furore. Es gab verschiedene Rituale um das Getränk einzunehmen und bei längerem Gebrauch sowie in höherer Dosierung hatte es eine berauschende Wirkung und führte zur Abhängigkeit mit negativen Wirkungen. Absinth wurde aus dem Verkehr gezogen, heute geht man jedoch davon aus, dass nicht der Wermut und seine Inhaltsstoffe, sondern schlecht gebrannter Absinth und Alkoholismus die Probleme verursacht haben.
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