3. Dezember 2010
Gold, Myrrhe und Weihrauch brachten die Heiligen drei Könige dem Jesuskind aus dem Morgenland mit. Bereits seit Urzeiten ist bekannt, dass Weihrauch nicht nur ein Räuchermittel, sondern auch ein Pflanzenstoff mit Therapiepotenzial ist.
Schon in der Antike galt Weihrauch als Heilmittel gegen asthmatische und rheumatische Erkrankungen sowie Beschwerden durch Darmentzündungen. Hippokrates, der berühmte Arzt aus dem alten Griechenland, wandte Weihrauch bei Verdauungsbeschwerden und Erkrankungen der Atemwege an. Im Mittelalter nutzte Hildegard von Bingen es als Heilmittel gegen Schwerhörigkeit und Tinnitus. Erst als chemische Arzneistoffe mit entzündungshemmender Wirkung - Antiphlogistika und Kortikoide - entwickelt wurden, geriet das Pflanzenharz aus der Natur wieder in Vergessenheit. Dabei ist es noch heute möglich, von den therapeutischen Kräften des Weihrauch zu profitieren.
In den 1990er Jahren nahmen Forscher wie H.P.T. Ammon die Erforschung des Weihrauch wieder auf. Er fand heraus, dass Weihrauch zwei Boswelliasäuren enthält, die bei Asthma, Rheuma und chronisch entzündlichen Erkrankungen von Darm und Haut entzündungshemmend wirken. Bald entwickelten Apotheker neuartige Weihrauch-Extrakte, die in Form von Salben bei Arthrose und Neurodermitis Anwendung fanden. Inzwischen ist die Weihrauch-Forschung in vollem Gang.
Es stellte sich heraus, dass nicht nur die zwei bekannten Boswelliasäuren, sondern auch weitere Verbindungen wie Tirucallensäuren Wirkung zeigen. Sie hemmen bestimmte Enzyme, die bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheuma und Neurodermitis eine Rolle spielen. In Zukunft haben Weihrauchprodukte vielleicht das Potenzial, nicht nur ergänzend als Salben, sondern auch als echte Alternative zu chemisch hergestellten Medikamenten diesen Erkrankungen entgegen zu wirken.
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