Sanddorn in der Natur, Heilkunde und Küche

Seine leuchtenden Beeren und die bizarre Form ist ein Blickfang für jeden Garten, daneben ist er noch eine hervorragende Vogelweide.

Merkmale, Standorte, Inhaltsstoffe und Verwendung des Sanddorns als Heilmittel und Küchenzutat

Der Sanddorn heißt mit botanischem Namen Hippophae rhamnoides und er gehört zu der Familie der Ölweidengewächse. Volkstümlich kennt man ihn auch unter den Namen

  • Amritscherl
  • Audorn
  • Dünendorn
  • Fasanenbeere
  • Haffdorn
  • Korallenbeere
  • Sandbeere
  • Rote Schlehen
  • Seedorn
  • Weidendorn und
  • Weisseldorn.

Merkmale

Der langsam wachsende, sommergrüne und winterharte Strauch kann eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern erreichen. Wie sein Name schon verrät, tragen seine rötlich braunen Äste Dornen.

Die schmalen und linealischen, wechselständig angeordneten Blätter haben eine graugrüne Färbung, auf der Unterseite glänzen sie silbrig. Der Blattrand ist ganzrandig und rollt sich leicht nach oben. Im Frühjahr erscheinen die eher unscheinbaren gelben Blüten, die in einem ährigen Blütenstand stehen.

Im Hochsommer bis in den Winter hinein reifen die leuchtend orangefarbenen Beeren, die so genannten Schein-Steinfrüchte heran, diese wachsen traubig und sitzen direkt an den Zweigen, sie enthalten den braunen Samen der einen weißen Kern enthält.

Der säuerliche Geschmack ist typisch für diese Früchte. Für Vögel sind sie im Winter eine beliebte Nahrungsquelle.

Standorte

Ursprünglich ist der Sanddorn in Nepal beheimatet, ist aber mittlerweile weltweit verbreitet. Seine exotische Schönheit macht ihn zu einer außergewöhnlichen Pflanze. Deshalb ist er in vielen Gärten als Zierpflanze zu finden.

Insgesamt ist der Sanddorn eine Licht und Wärme liebende Pflanze. Wie sein Name schon vermuten lässt, gedeiht er besonders gut auf sandigen Böden, deshalb findet man ihn auch auf Dünen am Meer, aber auch im Mittel- und Hochgebirge ist er noch anzutreffen.

Wild wachsend sucht er gerne Uferböschungen, seiner gehaltvollen Früchte wegen wird der Sanddorn aber auch kultiviert. Durch seine extrem langen Wurzeln gedeiht er auch noch auf recht trockenen Böden.

Inhaltsstoffe

Er besitzt einen sehr hohen Anteil an

Medizinische Verwendung

Schon allein wegen seiner reichhaltigen Vitamine ist der Sanddorn eine ausgezeichnete Heilpflanze.

Anwendungsgebiete

Sanddorn-Saft bei Vitaminmangel
Hilft gut Vitaminmangel zu beheben

Deshalb liegt sein Haupteinsatzgebiet bei

Des Weiteren hilft er bei

Äußerliche Anwendung findet der Sanddorn bei

Zur Immunstärkung und bei Blasenentzündungen

Sanddorn ist eine wahre Powerfrucht, wenn es um den Vitamin C-Gehalt geht. Rund achtmal so viel wie in Zitronen, genauer gesagt auf 100g etwa 450 mg Vitamin C, sind in den Sanddornbeeren enthalten und sind folglich in Sachen Infektabwehr und Immunstärkung deutlich besser als die gelben Früchte.

Der hohe Ascorbinsäuregehalt dieser Beeren wirkt zudem bestens bei Blasenentzündungen, da die Erreger mit dieser Säure nur ungern zu tun haben und folglich rascher wieder aus dem Organismus vertrieben werden können.

Beim Reizmagen

Auch bei einem Reizmagen erweisen sich die Früchte als wahre Wohltat und das, obwohl sie säuerlich sind. Dank der enthaltenen Säure wirkt sich Sanddorn als ausgleichend auf einen vorhandenen Säureüberschuss aus und kombiniert man den Saft mit Manuka-Honig, wird nicht nur eine Reizung des Magens gelindert, sondern auch gleichzeitig Entzündungen vorgebeugt.

Bei Hautbeschwerden

Hautbeschwerden, wie schlecht heilende Wunden, Akne oder auch ein Sonnenbrand, lassen sich mit Sanddornöl hervorragend lindern. Dank seiner Palmitoleinsäure und dem Provitamin A wird eine Heilung deutlich beschleunigt.

Leidet man ab und an unter geröteten Stellen im Gesicht, sollte man abends nach der Gesichtsreinigung auf genau diese Flecken etwas Sanddornöl tupfen. Mischt man einige Tropfen des Öls mit seiner normalen Tagescreme, kann man durch diese Maßnahme Knitterfältchen ebenso vorbeugen wie auch Ekzemen und hält zugleich die Haut geschmeidig und sehr gepflegt.

Für Vegetarier bietet der Sanddorn durch seinen Vitamin B12-Gehalt eine gute Nahrungsergänzung.

Wirkung

Sanddorn wirkt

  • adstringierend
  • tonisierend,
  • steigert den Appetit
  • lindert Entzündungen
  • steigert die körpereigene Abwehr und
  • stärkt das Immunsystem.

Anwendungsart

Dabei sollten Frischsäfte bevorzugt getrunken werden, da die meisten Vitamine im Fruchtfleisch sind. Sanddorntee hat eine leicht berauschende Wirkung und wird vor allem in Indien zu Feierlichkeiten getrunken, hier sind die Inhaltsstoffe nur noch bedingt wirksam.

Verwendung in der Küche

Sanddorn im vielfältigen Einsatz in der Küche
Sanddorn kann man gut zu Marmelade, Mus oder aber auch Saft verarbeiten

Vorwiegend Reformhäuser, Bio-Läden und Apotheken bieten Sanddorn Frischsäfte

  • Nektar oder
  • Mixgetränke

an; man kann ihn auch

Es gibt auch

  • Sanddornwein und Sanddornlikör
  • Sanddornmarmelade
  • Mus und
  • Brotaufstrich.

Sanddornöl findet sich in Kosmetikprodukten und Pflegeserien oder in Nahrungsergänzungsmitteln. Es gibt

  • Sanddornbonbons
  • Sanddornlutschtabletten und
  • Sanddorn-Traubenzucker.

Quellen:

  • Marlis Weber und Bernd Küllenberg: Natürlich gesund mit Sanddorn, Ludwig, München, 1999, ISBN 3778737961
  • Rita Pilaske: Weißdorn, Sanddorn, Fraund, 2002, ISBN 3921156599
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751
  • Frank Löser: Der Sanddorn (Herkunft, Anwendung & Rezepte), Demmler Verlag, 2006, ISBN 3910150713
  • Cornelia Stern: Der Sanddorn, Deutsche Heilpraktiker-Zeitschrift, 2014, Band 9, Nr. 05

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