Bilsenkraut in der Natur und Heilkunde

Auswahl an verschiedenen grünen Kräutern

Merkmale und Arten sowie Inhaltsstoffe und Verwendung des Bilsenkrauts als Heilmitel

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  • von Paradisi-Redaktion

Das Bilsenkraut gehört zu den klassischen Nachtschattenpflanzen. Das Bilsenkraut gehört zu den ältesten bekannten Giftpflanzen.

Es heißt mit wissenschaftlichem Namen Hyoscyamus niger und gehört zu der Familie der Nachtschattengewächse. Volkstümlich kennt man es auch unter den Namen

  • Apollonienkraut
  • Becherkraut
  • Hexenkraut
  • Hühnertot
  • Prophetenkraut
  • Rasewurzel
  • Schwarzes Bilsenkraut
  • Saukraut
  • Schlafkraut
  • Teufelswurz
  • Teufelsauge
  • Tollkraut
  • Zahnwehkraut und
  • Zigeunerkraut.

Merkmale

Die krautige Pflanze wird bis zu achtzig Zentimeter hoch, in seltenen Fällen kann sie eine Wuchshöhe über einen Meter erreichen. Die spindelförmige Wurzel nimmt nach oben hin die Form einer Rübe an.

Der aufrecht wachsende Stängel ist stark behaart und fühlt sich klebrig an. Die mattgrünen Laubblätter sind länglich oval und grob buchtig gezähnt, die unteren Blätter wachsen rosettenartig direkt am Stängel, die oberen sind schmäler und gestielt.

Die endständigen Blüten sind trichterförmig und von einer schmutzig gelbweißen Farbe, sie werden von violetten Adern durchzogen und stehen in den Blattachseln. Das Bilsenkraut blüht von Juni bis Oktober, später bilden sich die Früchte mit dem graubraunen Samen.

Standorte

Das Bilsenkraut gedeiht besonders gut auf

  • stickstoff- und nährstoffreichen Lehm- oder Sandböden.

Man findet es

  • an Wegrändern
  • an Mauern
  • auf Schutthalden und
  • Feldrändern.

Es ist in fast ganz Europa, Teilen Asiens und Nordafrika verbreitet.

Das Bilsenkraut steht auf der Liste der gefährdeten Pflanzen. Die Giftkonzentration ähnelt dieser der Tollkirschen und dem Stechapfel mit denen das Bilsenkraut verwandt ist.

Inhaltsstoffe

Zu seinen Hauptbestandteilen gehören unter anderem

  • Alkaloide
  • Atropin
  • Cumarine
  • Gerbstoff
  • Gerbsäure
  • Hyoscyamin und
  • Scopolamin.

Medizinische Verwendung

Zur medizinischen Verwendung kommen die Blätter und die Samen.

Wirkung

Es wirkt

  • beruhigend
  • blutreinigend
  • harntreibend
  • krampflösend und
  • schmerzstillend.
Einsatz als Bilsenkraut-Tinktur
Anwendung bei Husten und Asthma

Anwendungsgebiete

Es findet unter anderem Anwendung bei

bei

Anwendungsart und -hinweise

Das stark giftige Bilsenkraut darf nur

eingenommen werden. Von einer Selbstmedikation ist dringend abzuraten. Im Verdachtsfall einer Vergiftung ist unverzüglich ein Notarzt zu verständigen und die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren.

Frühere Verwendung

Im Mittelalter soll es

  • als Betäubungsmittel und
  • zur Schädlingsbekämpfung

gedient haben. Früher wurde in der Volksheilkunde ein Öl hergestellt, welches durch Einreibung

  • der Schmerzbekämpfung

diente. Zudem machte man sich die narkotischen und halluzinogenen Eigenschaften zu Nutze. Dem Bier wurden zu früheren Zeiten Bilsenkrautsamen zugesetzt,

  • um dessen Rauschwirkung zu verstärken.

Auch war das Bilsenkraut

  • Bestandteil von den so genannten Hexensalben.

Grundinformationen zum Bilsenkraut

  • Bilsenkraut in der Natur und Heilkunde

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: kräuter © Daniel Schmid - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Hustensaft © Henne-Design - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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