Schweigepflicht

Ärztliche Verschwiegenheitspflicht

Die auch als Verschwiegenheitspflicht bezeichnete ärztliche Schweigepflicht verpflichtet Ärzte, Apotheker, Altenpfleger und andere Heilberufler zur Verschwiegenheit. So dürfen z.B. keine Daten über die Behandlung eines Patienten weitergegeben werden.

Portrait eines Arztes mit seiner Helferin, beide in weißen Kitteln, lächelnd
Portrait of a doctor and his co-worker © János Gehring - www.fotolia.de

Die Schweigepflicht oder Verschiegenheitspflicht ist eine rechtlich festgelegte und verbindliche Verpflichtung unterschiedlicher Berufsstände, sensible Daten für sich zu behalten.

Die ärztlichze Verschwiegenheitspflicht

Am bekanntesten ist die Schweigepflicht aus dem medizinischen Umfeld. Hier bedeutet sie, dass der behandelnde Arzt, der Einblick in persönliche Dinge und private Daten bekommt, diese nicht weitergeben darf. Streng genommen darf er nicht einmal darüber Auskunft geben,

  • ob sich der Patient überhaupt in seiner Behandlung befindet.

Auch

  • die Art und Schwere der Verletzung oder Erkrankung
  • die Ursache und der Krankheitsverlauf
  • Untersuchungsergebnisse und Diagnose
  • Behandlungsmaßnahmen sowie
  • alle weiteren Informationen, die dem Arzt während der Behandlung gegeben wurden,

fallen unter die Schweigepflicht eines Arztes.

Entstehung und Ziele

Die medizinische Schweigepflicht ist fast so alt wie die Medizin selbst, und schon im Eid des Hippokrates zu finden: "Was ich bei der Behandlung sehe oder höre oder auch außerhalb der Behandlung im Leben der Menschen, werde ich, soweit man es nicht ausplaudern darf, verschweigen und solches als ein Geheimnis betrachten." (Zitat; Quelle: Eid des Hippokrates).

Die Schweigepflicht hat

  • den Schutz des persönlichen und intimen Bereiches der betroffenen Person zum Zweck.

Das Wissen um die Existenz der Schweigepflicht

  • macht es einer erkrankten Person auch leichter, sich einem möglicherweise fremden oder unbekannten Arzt anzuvertrauen.

Krankheiten und die mit ihnen verbundenen Umstände sind ein sensibler Bereich, und jeder Betroffene möchte selbst entscheiden, wer welche Details darüber erfahren soll.

Schweigepflicht in Deutschland

In Deutschland wird der Bruch der Schweigepflicht mit der Androhung von Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet. Dies ist im §203 des Strafgesetzbuches unter dem Punkt "Verletzung von Privatgeheimnissen" rechtlich festgelegt.

Im medizinischen Bereich zählen zu den schweigepflichtigen Personen folgende Berufsgruppen:

Ausnahmen: bewilligter Bruch der Schweigepflicht

In folgenden Fällen ist es dem Arzt gestattet, dennoch Auskunft zu geben:

  • bei ausdrücklichem Einverständnis des Patienten (z.B. zu Abrechnungszwecken)
  • bei stillschweigender Einwilligung
  • bei gesetzlicher Auskunftspflicht
  • bei Planung einer schwerwiegenden Straftat sowie
  • bei einem rechtfertigendem Notstand.

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

Grundinformationen und Hinweise zur Schweigepflicht

Wissenswertes zur ärztlichen Schweigepflicht

Wissenswertes zur ärztlichen Schweigepflicht

Der Verschwiegenheitspflicht unterliegen alle Angehörigen von heiltherapeutischen Berufen. In bestimmten Ausnahmefällen kann ein Arzt von seiner Schweigepflicht entbunden werden.

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