4. Januar 2011
Unter einer Bypass-Operation versteht man die Überbrückung einer Engstelle. Sie wird häufig bei Stenosen der Herzkranzgefäße durchgeführt.
Der Begriff Bypass stammt aus dem Englischen und bedeutet Umleitung. In der Medizin werden operative Eingriffe durchgeführt, um durch das Legen eines Bypass eine Stenose (Engstelle) zu überbrücken. Bypass-Operationen führt man vor allem bei Verengungen oder Verschlüssen der Herzkranzgefäße durch. Auf diese Weise kann die ausreichende Versorgung des Herzmuskels mit Blut und Nährstoffen wiederhergestellt werden. Bypass-Operationen kommen aber auch in der Gefäßchirurgie zur Anwendung, um zum Beispiel die periphere arterielle Verschlusskrankheit zu behandeln.
Für eine Bypass-Operation des Herzens verwendet man in der Regel kleine körpereigene Venenstücke, die man aus dem Unterschenkel oder dem Oberschenkel entnimmt. In diesem Fall spricht man von einem aortokoronaren Venen-Bypass. Eine Alternative ist die Umleitung der Brustwandarterie, was man als Arteria-mammaria-interna-Bypass bezeichnet. Später kommt es zu einer Umbildung der Wände des Venengewebes, wodurch es zu einer richtigen Arterie wird.
Ob eine Bypass-Operation sinnvoll ist oder ob eine andere Behandlungsmethode wie PTCA oder eine Therapie mit Medikamenten zur Anwendung kommt, ist von der Anzahl der veränderten Herzkranzgefäße und der Position der Stenose abhängig. Auch andere Erkrankungen können eine Rolle spielen. Zumeist wird eine Bypass-Operation vorgenommen, wenn es zu einer linken Hauptstammstenose oder zu Veränderungen an sämtlichen drei Herzkranzgefäßen kommt und eine medikamentöse Behandlung keinen Erfolg bringt.
Vor der Bypass-Operation erhält der Patient eine Vollnarkose. Da der Eingriff am offenen Herzen stattfindet, benutzt man eine Herz-Lungen-Maschine. Zu Beginn der Operation öffnet der behandelnde Chirurg den Brustkorb, um einen Zugang zum Herzen zu schaffen. Danach schließt man das Herz an die Herz-Lungen-Maschine an. Die Aufgaben der beiden Organe übernimmt nun die Maschine. Für den Zeitraum des Eingriffs legt man das Herz still. Der nächste Schritt ist die Entnahme der Venenstücke, die der Operateur auf die passende Größe zuschneidet. Anschließend verpflanzt er die Venenstücke in das Gefäßsystem des Herzens. Bei einer Umleitung der Brustwandarterie bleibt der Ansatz des Gefäßes bestehen. Dabei näht man das Ende der Arterie auf das Herzkranzgefäß an. Danach erfolgt eine Spülung der Herzkranzgefäße mit einer speziellen Kühllösung. Darüber hinaus wird die Durchlässigkeit der Gefäße kontrolliert. Nachdem wieder Blut durch das Herz geleitet wird, kommt es zu einer langsamen Erwärmung des Organs. Hat das Herz seine normale Temperatur wieder erreicht, beginnt es in der Regel von selbst zu schlagen. In manchen Fällen sind jedoch geringfügige Stromstöße zur Belebung erforderlich. Zum Schluss überprüft der Operateur die Funktionstüchtigkeit des Herzens und die Dichte der Nähte. Ist alles in Ordnung, kann die Herz-Lungen-Maschine abgeschaltet werden.
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