Wissenswertes zu Whisky - Geschichte, Herstellung, Sorten und Gesundheitswert

Whisky ist ein alkoholisches Kultgetränk, dessen Konsum auch gerne mal mit Männlichkeit gleichgesetzt wird. Man genießt ihn bestenfalls pur, kann ihn aber auch in diversen Mixgetränken verwenden.

Auch als Backzutat erfreut sich Whisky großer Beliebtheit

Geschichte

Die genaue Entstehung des Whiskys ist heutzutage nur lückenhaft dokumentiert. Historiker gehen aber davon aus, dass christliche Mönche des europäischen Festlandes im 5. Jahrhundert damit begannen, Schottland und Irland zu missionieren.

Mit im Gepäck war dabei auch das Wissen um die Destillation sowie eine Reihe technischer Geräte, welche für die Whiskyherstellung benötigt werden. Die Kelten gebrauchten dieses Wissen daraufhin scheinbar als erste, indem sie das so genannte "aqua vitae" herstellten, also das Wasser des Lebens. Bei diesem Wasser handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit um die ersten Whisky Produkte.

In den folgenden Jahrhunderten finden sich wiederum nur wenige Hinweise auf den Konsum von Whisky. Dieser Umstand änderte sich im Laufe des Mittelalter gewaltig.

Herstellung und Vertrieb von stammeseigenem Whisky

So taucht der Whisky nun erstmals urkundlich in Handelsprotokollen auf und viele irische und schottische Clans beginnen damit, einen stammeseigenen Whisky zu produzieren und zu vertreiben. Während der Besiedlung Amerikas bringen daraufhin auch irische Aussiedler das Wissen um die Whiskyproduktion mit in die neue Heimat und es kommt zur Etablierung einer Reihe von Brennereien, welche lediglich diese Spirituose herstellen.

Ab dem 18. Jahrhundert existiert schließlich vor allem in der USA ein gesamtes Gewerbe rund um die Whiskyproduktion, welche es nun auch verstand, das Destillat in Fässern zu lagern, um das Aroma zu verfeinern. Einen Rückschlag hatten die staatlich lizenzierten Brennereien jedoch aufgrund der amerikanischen Prohibition zu verzeichnen, sodass die Whisky Produktion für diese Zeit illegal im privaten Bereich stattfand.

Heutzutage handelt es sich bei Whisky um ein traditionsreiches Getränk, welches noch heute von einer Vielzahl von Brennereien hergestellt wird, welche seit bereits über einem Jahrhundert existieren.

Herstellung und Verarbeitung

Die Produktion eines guten Whiskys gilt als eine wahre Kunst. Doch was macht den Herstellungsprozess dieses Kultgetränks so anspruchsvoll und welche Schritte durchlaufen die Rohstoffe, bis das Endprodukt Whisky fertig gestellt ist?

Grundlage der Whiskyherstellung

Die Grundsubstanz für die heutige Whiskyherstellung bilden Gerste, Hefe und Wasser. Dabei werden an jedes dieser Grundzutaten hohe Ansprüche gestellt, so dass selbst das Wasser bei vielen Herstellern nur aus einer bestimmten Quelle stammen darf.

Mälzen

Zu Beginn der Produktion kommt es zunächst zu einem Mälzen der Gerste, also dem Vermischen der Gerste mit dem Wasser, wodurch es zu chemischen Prozessen innerhalb dieser Masse kommt. Dabei muss dieses Gemisch ständig umgeschichtet werden, sodass eine gleichmäßige Masse entsteht, welche konstant mit Enzymen versetzt ist.

Darren

Dem ganzen folgt das Darren, bei welchem das nun entstandene Malz getrocknet wird. Dieses wird entweder schlicht durch heiße Luft oder durch Rauch erreicht, wobei Rauch für das Absetzen bestimmter Aromastoffe sorgen kann.

Gärung und Destillation

Die Gesamtmasse wird nun zu Schrot vermahlen, um daraufhin zu einer Maische verarbeitet zu werden. Nach einigen Tagen wird der Maische nun der Hefe beigegeben, wodurch es zum Gärungsprozess kommt. Nach Abschluss dieses Vorgangs erfolgen die diversen Destillationsgänge, von welchen es bei der Whiskyherstellung in der Regel drei gibt.

Reifung

Das Endgemisch, also das Resultat des dritten Destillationsprozesses, wird nun in die für die Whiskyherstellung typischen Fässer gefüllt. Hier reift die Substanz noch heran und wird aufgrund des Schwunds und zum Erreichen der Trinkstärke noch mit Wasser versetzt, bis das Resultat schließlich ein Whisky mit seinen typischen circa 42 Prozent Alkoholgehalt ist.

Sorten

Aufgrund der Popularität des Whiskys gibt es heutzutage weltweit über 100 Sorten, welche auf verschiedenen Kontinenten mit unterschiedlichen Bedingungen produziert werden. Doch welche Kriterien existieren überhaupt, um diese Angebotsvielfalt zu kategorisieren und eventuell auch in ihrer Qualität und Geschmacksausprägung einzuordnen?

Blends und Single Malts

Prinzipiell können Whiskysorten zunächst in Blends und Single Malts differenziert werden.

  • Während ein Blend einen Verschnitt darstellt,
  • handelt es sich bei einem Single Malt um das Produkt einer einzelnen Brennerei.

Nichtsdestotrotz behält sich diese Brennerei natürlich das Recht vor, eigene Whiskys verschiedener Jahrgänge bei der Abfüllung in Flaschen untereinander zu vermischen.

Geografische Herkunft

Daneben kann dieses Produkt noch hinsichtlich seiner geografischen Herkunft eingeordnet werden. Am populärsten sind dabei wohl irische, amerikanische und kanadische Whiskys. Nichtsdestotrotz wird diese Spirituose natürlich auch in weiteren Ländern, beispielsweise Deutschland und Japan, produziert. Deren Produkte genießen allerdings keinen so guten Ruf, da vor allem das Aroma nordamerikanischer und irischer Produkte in der Regel nicht erreicht wird.

Sehr häufig werden für den Blended-Whisky Destillate verwendet, die "Grain" genannt werden. Wurde dieser Whisky in Europa produziert, enthält er Hafer, Weizen und ungemälzte Gerste.

Whisky aus den USA kann stattdessen oder auch zusätzlich Mais oder Roggen enthalten. Auch das Destillat des kanadischen Whiskys, das aus Roggen hergestellt wurde, bezeichnet man als "Grain".

Getreideart: Grain, Blended, Corn und Co.

Whisky ist somit in den unterschiedlichsten Sorten erhältlich. Kenner und Liebhaber von Whisky unterscheiden auch nach Getreidesorten. Nicht nur in Bezug auf die verschiedenen Getreidearten stößt man immer wieder auf das Wort "mälzen" bzw. "ungemälzt". Beim Mälzen keimt das Getreide, so dass Malz entsteht.

  • Ein Malt-Whisky enthält Gerste, aber nicht irgendeine Gerste, sondern eben "gemälzte" Gerste.
  • Zu mindestens 80 Prozent aus Mais hingegen besteht der Corn-Whisky.
  • Ein Whisky, der als Bourbon-Whisky bezeichnet wird, beinhaltet mehr als die Hälfte, nämlich 51 Prozent, Mais.
  • Ebenfalls 51 Prozent eines Getreides enthält der Rye-Whiskey.

Dieser Whisky wird aus Roggen hergestellt.

Ein geläufiger Begriff ist der Blended-Whisky. Darunter versteht man eine Mischung aus Whisky und Destillaten. Namhafte Whiskys sind häufig "Blended-Whiskys". Im Gegensatz zu anderen Whiskysorten schmeckt jede Flasche dieses Whiskys genauso wie die andere. Ansonsten verändern sich die Whiskysorten geschmacklich immer ein wenig.

Weitere Unterscheidungen: New Spirit, Cask strength, Single barrel, Finish

Neben der Unterscheidung, aus welcher Getreidesorte der Whisky hergestellt wurde, gibt es weitere Bezeichnungen, dessen Bedeutung meist nur Liebhaber und Kenner von Whisky kennen. Gängige Bezeichnungen sind hier zum Beispiel New Spirit, Single barrel oder Finish.

  • Mit der Bezeichnung New Spirit wird gesagt, dass der Whisky aus einem frischen Destillat besteht, das alle nötigen Mindestanforderungen an ein Destillat beinhaltet.
  • Wenn ein Whisky aus einem speziellen Jahr stammt, so nennt man ihn Jahrgangswhisky oder Vintage.
  • Steht auf einer Whisky-Flasche hingegen Single cask, so bedeutet dies, dass der Whisky nur aus einem Fass kommt.

Auf schottischen Whiskys steht diese Bezeichnung häufig. Oftmals sind die Flaschen sogar fortlaufend nummeriert und fast immer schmeckt jede Flasche ein wenig anders. Dies schmecken aber in der Regel nur die wahren Whisky-Kenner.

  • Neben Single cask gibt es auch die Bezeichnung Single barrel, was ebenfalls so viel wie "Einzelfass" bedeutet.

Besonders in den USA werden Whiskys häufig so bezeichnet, wenn sie in nur einem einzigen Fass hergestellt wurden.

  • Die Bezeichnung Finish in Bezug auf Whisky erklärt die Angabe zur Herkunft des Fasses, in dem der Whisky gelagert wird.

Bekannt sind hier zum Beispiel Sherry Wood Finish oder Port Wood Finish.

  • Ein Whisky mit der Bezeichnung Cask strength kann einen unterschiedlich hohen Alkoholgehalt haben.

Es wurde kein Wasser mehr hinzugegeben und je nach Art des Fasses, in dem der Whisky gelagert wurde, sowie Faktoren wie zum Beispiel wo und wann der Whisky gelagert wurde, sind ausschlaggebend für den Alkoholgehalt im Whisky.

Gesundheitswert

Whisky ist ein klassischer Drink, der aus vielen Bars und Kneipen nicht mehr wegzudenken ist. Doch stellt der Konsum dieses Produkts nicht eine gesundheitliche Gefahr dar und stimmt es, dass ein Whisky Shot die Verdauung anregen soll?

Zunächst einmal handelt es sich bei Whisky um einen klassischen hochprozentigen Schnaps, welcher dementsprechend auch gesundheitlich bedenklich eingeordnet wird. So kann es durch häufigen Konsum beispielsweise zu

kommen. Der Volksglaube, nach welchem Whisky ein wirkungsvoller Aperitif sei, konnte mit Hilfe wissenschaftlicher Studien ebenso widerlegt werden.

Whisky als Zutat in Cocktails und beim Backen

Whisky ist nicht nur zum Trinken beliebt. Man kann ihn auch zum Backen oder zum Mixen von Cocktails verwenden.

Cocktails mixen mit Whisky

Für viele Cocktails benötigt man Whisky als eine der Zutaten, so zum Beispiel bei einer Mischung aus

Orangen und Zitronen schneidet man in Scheiben und legt sie in ein Cocktailglas. Darauf kommt nun ein Stück Würfelzucker und eine kleine Menge Angostura.

Den Saft aus den Zitronen- und Orangenscheiben drückt man dann mit einem Löffel vorsichtig heraus, gibt noch einige Eiswürfel und Mineralwasser ins Glas und dekoriert diesen Cocktail mit Cocktailkirschen.

Bei fast allen Cocktails mit Whisky stellt der Whisky die so genannte "Basis" des Cocktails dar. Er bestimmt den Geschmack des Cocktails und wird abgerundet mit verschiedenen weiteren Zutaten.

Backen mit Whisky

Wer gerne alkoholhaltige Kuchen backt, der verwendet dazu sicher regelmäßig Whisky.

Kuchen

Besonders gut passt der Geschmack von

zusammen, so dass man daraus gut einen Schokoladen-Whisky-Kuchen backen kann. Neben diesen beiden Zutaten (die Schokolade sollte zartbitter sein) benötigt man noch

Ein Teil der Zartbitterschokolade wird geschmolzen, bis sie flüssig ist. Der andere Teil wird grob gehackt. Zucker, Vanillinzucker, Butter, Schmand und Eier werden miteinander vermischt und schließlich die flüssige Schokolade und der Whisky untergerührt.

Nun kommen noch die restlichen Zutaten hinzu, und die gehackte Schokolade wird dazu gerührt. Fertig ist der Teig, der nun noch im Backofen gebacken werden muss.

Torten und Tiramisu

Noch intensiver schmeckt man den Whisky bei einer Torte bzw. einem Tiramisu, wenn man Löffelbiskuits mit Whisky beträufelt. Diese Biskuitstäbchen schichtet man dann in eine Kuchen- oder Auflaufform.

Aus Puderzucker, Eigelb, Butter und einer halben Tasse starkem Kaffee rührt man die Creme für die Torte und streicht diese auf die getränkten Löffelbiskuits. Darauf kommt nochmals eine Schicht mit Whisky getränkten Löffelbiskuits. Zum Abschluss kommt eine Schicht Sahne darauf, die nach Belieben verziert werden kann.

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  • whiskey © Mor Arditi - www.fotolia.de

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