Die Weinprobe - Anlässe, Merkmale und Durchführung

Drei Weinflaschen, daneben Glas mit Rotwein und Korken

Man beurteilt unter anderem Farbe, Geruch und Geschmack des Weins

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  • von Paradisi-Redaktion

Eine Weinprobe dient zur Beurteilung der Weinqualität. Sie läuft in bestimmten Schritten ab.

Durch eine Weinprobe lässt sich die Qualität von Weinen beurteilen. Man veranstaltet sie für

  • Weinexperten wie Weinkritiker
  • Weinliebhaber und
  • Verbraucher.

Sie wird auch als Degustation oder Weinverkostung bezeichnet.

Anlass einer Weinprobe

Weinproben finden in jedem Stadium der Weinzubereitung statt. Das heißt, dass sie sowohl während der Vergärung des Mostes als auch danach durchgeführt werden. Für die Beurteilung der Entwicklungsprozesse des Gebindes ist der Kellermeister zuständig, der Fassweinproben entnimmt.

Um die Entwicklung eines jungen Weines zu steuern, führt man einerseits Laboruntersuchungen und andererseits sensorische Verkostungen durch. Kommt es zur Vermarktung eines Fassweins, findet eine Weinprobe auch das Interesse von Käufern.

Weinprüfung und Verkostung

Bevor sich ein Wein jedoch als Qualitätswein vermarkten lässt, erfolgt zunächst eine amtliche Prüfung, bei der eine amtliche Prüfungsnummer vergeben wird. Dazu gehört auch eine Blindverkostung durch Weinexperten.

Kauft man einen Wein direkt beim Erzeuger, lassen sich sämtliche Weine normalerweise vorher probieren. So verfügen zahlreiche Betriebe über ein Probierzimmer mit einer Kühlgondel. Diese enthält sämtliche Weine, die auf der Preisliste stehen. Auf diese Weise hat der Kunde eine kostenfreie Möglichkeit, den passenden Wein zu finden.

Daneben gibt es auch bezahlte Weinproben, bei denen von den Teilnehmern nicht erwartet wird, dass sie einen Wein kaufen. Dennoch handelt es sich um eine Maßnahme zur Verkaufsförderung. Dabei wird für jede angebrochene Weinflasche eine Rechnung ausgestellt.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass sich mehrere Teilnehmer eine Flasche teilen. Maximal kommen 11 bis 18 Teilnehmer pro Flasche infrage. Mitunter lässt sich die Weinprobe mit einer Betriebsführung oder Kellerprobe kombinieren. Bei einer guten Weinprobe werden nicht mehr als sechs bis acht verschiedene Weine angeboten, denn sonst besteht die Gefahr, dass man die Geruchs- und Geschmacksnerven überfordert.

Verschiedene Arten von Weinproben

Weinexperten unterscheiden zwischen mehreren Arten von Weinproben.

So gibt es

  • die Regionsprobe, bei der man Weine aus einer bestimmten Region, aber von verschiedenen Winzern, kostet,
  • die Sortenprobe, bei der unterschiedliche Rebsorten verkostet werden,
  • die Rebsortenprobe mit Rebsorten aus verschiedenen Anbaugebieten,
  • die Jahrgangsprobe, bei der verschiedene Jahrgänge des gleichen Winzers ausprobiert werden, sowie
  • die Gläserprobe. Bei dieser kostet man den Wein aus verschiedenen Gläsern.

Darüber hinaus werden auch Weinseminare durchgeführt. Dabei führen Experten die Weinliebhaber in die Welt der Weinkultur ein. Eine weitere Form von Weinproben sind offizielle Anlässe wie internationale Wettbewerbe, bei denen die Vergabe von Preisen erfolgt.

Ablauf einer Weinprobe

Mit dem bloßen Kosten eines Weins ist es bei einer Weinprobe nicht getan. So umfasst die Verkostung mehrere Phasen. Dazu gehören

  • die Beurteilung der Farbe, auch "Das Auge" genannt,
  • die Beurteilung des Geruchs ("Die Nase")
  • die Beurteilung des Geschmacks ("Die Zunge") sowie
  • die Beurteilung des Abgangs,

den man auch als Nachhall oder Finale bezeichnet.

Utensilien

Zu den wichtigsten Utensilien einer Weinprobe gehören natürlich die Weingläser. Eine Grundvoraussetzung ist, dass die Weingläser sauber sind und keinerlei Rückstände enthalten, da diese den Geschmack beeinträchtigen könnten. Die Gläser sollten nach oben hin kelchförmig geschlossen sein und über einen langen und griffigen Stiel verfügen.

Speziell für Weinproben gibt es auch genormte Wein-Degustationsgläser, die Ähnlichkeit mit kleinen Weißweingläsern haben. Durch ihre besondere Konstruktion kann sich der Geruch des Weins weitgehend ungestört entfalten. Für den privaten Gebrauch lassen sich auch Gläser aus dünnem klarem Glas mit einem Fassungsvermögen von 20 Zentilitern verwenden.

Als eher ungeeignet für eine Weinprobe gelten dagegen Römerkelche, da wegen ihrer Dickwandigkeit Farbe und Reinheit des Weins nur schwer beurteilt werden können.

Weitere Utensilien bei einer guten Weinprobe sind

Außerdem ist es hilfreich, sich Notizen über die gekosteten Weine wie Herkunft, Jahrgang und Rebsorte zu notieren. Zu diesem Zweck gibt es vorgefertigte Degustationsblätter.

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: Still-life with three wine bottles and glass © Roman Sigaev - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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