13. Juni 2009
(dgk) Als Kinder machten wir im Garten einen großen Bogen um die brennende Nessel – als Erwachsene schätzen wir ihre vielfältige Wirkung. Sie zaubert schöne Haut, kräftigt das Bindegewebe und stärkt Fingernägel und Haare. Die Rede ist von der Brennnessel (Urtica dioica, Urtica urens), einer ganz natürlichen "Kosmetikerin".

Die enthaltenen Gerbstoffe, Mineralsalze (besonders Kalzium- und Kaliumsalze), Vitamine (C und A) und Carotinoide machen die Brennnessel zu einer wertvollen Pflanze mit heilendem Effekt. Des Weiteren enthält sie Caffeoyl-Chinasäuren, beispielsweise Caffeoyl-Äpfelsäure, Kiesel- und Ameisensäure, Magnesium, Eisen, Chlorophyll, Acetylcholin, Wachs und ätherische Öle sowie biogene Amine (die das typische Brennen auf der Haut und die Quaddelbildung bewirken) wie Histamin und Serotonin als Bestandteil des Nesselgiftes.
Als Tee genossen steigert die Brennnessel das Wohlbefinden, stärkt die Abwehrkräfte und regt den Stoffwechsel an. Besonders bekannt ist Brennnesseltee für seine harntreibende Wirkung. Dabei werden die ableitenden Harnwege vor Entzündungen geschützt, und Nierengrieß sowie Prostatabeschwerden kann vorgebeugt werden. Die Pflanze enthält viel Kalium, das für das Ausschwemmen des Wassers zuständig ist, daher sollte darauf geachtet werden, dass der Tee nicht in großen Mengen getrunken wird, denn ansonsten kann es zum Austrocknen des Körpers kommen.
Die enthaltenen Caffeoyl-Chinasäuren wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend, was die Medizin vor allem zur Linderung von Arthroseschmerzen, Gicht, Gelenkrheumatismus und auch Leberbeschwerden nutzt: als Brennnesseltee pur oder als Bestandteil in Teemischungen. Die Kombination mit erfrischendem Lemongras oder einem Spritzer Zitrone lässt den Tee richtig lecker schmecken. Die Brennnessel enthält zudem Eisen und Vitamin C. Durch die Kombination mit Vitamin C kann der Körper das Eisen aus den Brennnesseln gut aufnehmen und verwerten. Kieselsäure stärkt das Bindegewebe, Fingernägel und Haare.
Daneben setzt die Volksmedizin die Brennnessel zur Anregung des Milchflusses bei Stillenden, bei Haarausfall, Hautausschlägen, Allergien, Osteoporose und Wechseljahrsbeschwerden sowie bei Blutarmut und Erschöpfung ein. In Milch gekochte Wurzeln werden gegen Ruhr und Durchfall empfohlen. Früher kam die Brennnessel auch zur Bekämpfung und Vorbeugung von Skorbut zum Einsatz. Neben Tee wird die Heilpflanze auch in Form von Kapseln, Dragées und Presssäften angeboten.
Tipp für die Zubereitung: Es sind nur die jungen Pflanzen zu verwenden, da es sonst zu Magenreizungen kommen kann. Sie besitzen zudem noch keine Brennhaare, sodass sie als nährstoffreiches Gemüse oder Salat verzehrt werden können. Bei Wasseransammlungen (Ödemen) infolge einer eingeschränkten Herz- und Nierentätigkeit sollte die Brennnessel nicht angewandt werden.
1 gut gehäufter Esslöffel getrocknete Brennnesselblätter für 1/4 Liter Brennnessel-Tee in 1 Tasse mit kochend heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Tipp: Brennnesseltee nicht länger als drei Wochen am Stück trinken und nicht mehr als einen Viertelliter am Tag. Eine Kur sollte mindestens 4 Wochen und maximal 8 Wochen durchgeführt werden.
Der Artikel fasst die wichtigsten Infos zusammen. Nur zeigt das Bild eine weisse Taubnessel - sehr schoen an den Blueten erkennbar!
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