18. November 2009
Ein Drittel aller Frauen und ein Viertel aller Männer fallen im Herbst und Winter in ein Stimmungstief - den sogenannten Winterblues. Die vielen dunklen Stunden sorgen dafür, dass man sich deutlich schneller schlapp und müde fühlt.
Wenn die Energie für alltägliche Aufgaben fehlt, man sich traurig und ausgelaugt fühlt, ist oft tatsächlich das Wetter schuld - besonders im Herbst und Winter. Offiziell heißt das "saisonal abhängige Depression". In dieser Zeit leiden viele Betroffene unter Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen und kommen nur schwer aus dem Bett. Jeder fünfte Betroffene verspürt außerdem vermehrten Heißhunger auf Süßigkeiten.
Auslöser für den Mangel an Energie und guter Laune sind nicht etwa Kälte und Nieselregen, sondern die Dunkelheit. Wenn wir im Dunkeln aufstehen, läuft das gegen den Hormonhaushalt unseres Körpers. Bei zu wenig Licht produzieren wir verstärkt Melatonin - das "Schlafhormon" - und deutlich weniger Serotonin, das zu den "Glückshormonen" gezählt wird und uns Energie und Zuversicht für unsere täglichen Aufgaben gibt. Wer zu wenig Serotonin in den Synapsen hat, dem fehlt häufig die Lust, sich in seiner Freizeit noch vor die Tür zu bewegen. Man verkriecht sich lieber zu Hause. Das verschärft das Problem allerdings noch weiter.
Sechs von zehn Menschen, die sich im Winter ungut fühlen, gehen nur dann nach draußen, wenn sie unbedingt müssen. Die Devise gegen den Winterblues heißt jedoch, so viel Tageslicht zu tanken wie möglich. 15 bis 30 Minuten pro Tag an der frischen Luft reichen aus, um eine leichte Winterdepression deutlich abzuschwächen. Das gilt auch dann, wenn der Himmel grau und bedeckt ist. Stimmungsaufhellende Medikamente werden nur bei ernsten Depressionen empfohlen.
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