Wissenswertes zur Carotis-Stenose und dem Carotis-Stenting

Als Carotis-Stenose bezeichnet man eine Verengung der Halsschlagader. Eine wirksame Präventionsmaßnahme ist das Carotis-Stenting.

Im Rahmen des Carotis-Stentings wird die Halsschlagader mithilfe eines Implantats erweitert

Jahr für Jahr erleiden in Deutschland ca. 200.000 Menschen einen Schlaganfall, häufig mit fatalen Folgen wie Lähmung oder sogar Tod. Etwa 18 Prozent aller Schlaganfälle werden durch eine Carotis-Stenose verursacht. Dabei handelt es sich um eine Verengung der Halsschlagader (Arteria carotis).

Ursachen der Stenose

Zu finden sind die Halsschlagadern an beiden Halsseiten, wo sie zum Kopf hin verlaufen. Ihre Aufgabe ist die Blutversorgung des Gehirns.

Bei einer Verengung der Halsschlagader, die sich meist an der Carotisgabel bildet, besteht die Gefahr, dass es zu einem Schlaganfall kommt. Verursacht wird eine solche Stenose in den meisten Fällen durch Arteriosklerose.

Besonders betroffen davon sind ältere Menschen über 60. Als Risikofaktoren gelten

Lagert sich mit der Zeit immer mehr Fett an den Gefäßwänden ab, verengt sich die Halsschlagader zunehmend, was dazu führt, dass das Blut nicht mehr richtig zum Gehirn fließen kann.

Symptome

Mögliche Symptome einer Carotis-Stenose sind

Besonders bedenklich ist die Bildung von Plaques an den Wänden der Blutgefäße, denn wenn diese sich ablösen, können sie mit dem Blut bis zum Gehirn gelangen, wo sie kleinere Arterien blockieren und neurologische Schäden verursachen. Allein in Deutschland gibt es etwa eine Million Menschen, bei denen eine Carotis-Stenose von mehr als 50 Prozent besteht.

Diagnose und Behandlung

Um eine Carotis-Stenose festzustellen, gibt es mehrere Untersuchungsmöglichkeiten. Dazu gehören

Ab einem bestimmten Alter sind Verkalkungen nicht weiter ungewöhnlich. Um den Blutfluss zu verbessern und einer Blutgerinnselbildung entgegenzuwirken, erhält der Patient entsprechende Medikamente.

Durchführung des Carotis-Stentings

Im Falle einer schwerwiegenden Carotis-Stenose oder bei einem Schlaganfall war es bislang üblich, einen operativen Eingriff vorzunehmen, bei dem die Halsschlagader getrennt, gesäubert und wieder zusammengenäht wurde. Mittlerweile gibt es jedoch schonendere Verfahren wie das Carotis-Stenting.

Dabei erweitert man die Halsschlagadern durch das Setzen von Implantaten. Da dieser Eingriff minimal-invasiv ist, reicht meist eine lokale Betäubung des Patienten aus. Auch auf einen Halsschnitt kann verzichtet werden. Stattdessen schiebt man von der Leiste aus, alle nötigen medizinischen Instrumente mithilfe eines Katheters bis zur Halsschlagader vor.

Anschließend wird die Engstelle mit einem Ballon aufgeweitet. Damit es dabei nicht zu einer gefährlichen Ablösung von Plaques kommt, entfaltet man ein spezielles Schirmchen, das losgelöste Plaqueteile abfängt.

Schließlich setzt der behandelnde Arzt einen Stent ein, der die Blutgefäßwand stützt. Damit sich nicht erneut eine Stenose bildet, lässt man den Stent im Körper. Insgesamt nimmt der Eingriff etwa 45 Minuten in Anspruch.

Vorteile

Zu den Vorteilen des Carotis-Stentings zählen:

  • es ist kein chirurgischer Eingriff notwendig
  • eine örtliche Betäubung ist ausreichend
  • es gibt keine Operationsnarbe am Hals
  • die Genesungszeiten fallen kürzer aus

Quellen:

  • Fabian Philip Neuberger: Vergleich der Effektivität zweier zerebraler Protektionssysteme zur endovaskulären Behandlung der Karotisstenose mittels transkraniellem Doppler und DW-MRT, GRIN Verlag, 2010, ISBN 3640532392
  • E. Sebastian Debus, Reinhart Grundmann, Julika Heilberger: Good Clinical Practice in der Gefäßchirurgie: Qualitätsziele und Patientensicherheit, Springer Medizin Verlag, 2017, ISBN 9783662542972
  • H. Heidrich: Carotisstenosen und -Verschlüsse: Aktuelle Standortbestimmung in der Diagnostik, konservativen und chirurgischen Therapie, Springer Medizin Verlag, 1983, ISBN 3540130306
  • H.-H. Eckstein, P. Heider, O. Wolf, M. Hanke: Gefäßchirurgie, Springer Berlin Heidelberg, 2006, ISBN 3540304509
  • J. R. Siewert, R. B. Brauer: Basiswissen Chirurgie, 2010, ISBN 9783642123795

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