Schilddrüsenüberfunktion - Ursachen, Symptome und Behandlung

Eine Schilddrüsenüberfunktion äußert sich durch verschiedenartige Symptome und Beschwerden. Die Diagnostik ist umfangreich und wird meist beim Facharzt durchgeführt.

Die Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion und wie man die Hyperthyreose erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) liegt eine vermehrte Bildung von Schilddrüsenhormonen vor. Als Auslöser gelten je nach Lebensalter die Autoimmunkrankheit Morbus Basedow bei jüngeren Erwachsenen sowie ein autonomes Schilddrüsenadenom bei älteren Patienten.

Eine Hyperthyreose muss behandelt werden, da es sonst zu Organschäden kommen kann. Da sie in der Regel schnell entdeckt wird, kommt es nur sehr selten zu Komplikationen.

Ursachen

Der Morbus Basedow zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Ursache für die Entstehung dieser Form der Schilddrüsenüberfunktion sind Vererbung oder auch eine Virusinfektion. Der Körper richtet sich bei dieser Erkrankung gegen das Gewebe der eigenen Schilddrüse.

Hauptursache für die Entstehung einer Schilddrüsenautonomie ist der Mangel an Jod. Dadurch vergrößert sich die Schilddrüse und es können Knoten entstehen.

Weitere Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion können

sein.

Verlauf

Wird die Schilddrüsenüberfunktion nicht behandelt, kann dies zu einer lebensgefährlichen Krise führen. Wird dem Patienten zum Beispiel im Rahmen einer Röntgenkontrastuntersuchung jodhaltiges Kontrastmittel gespritzt, kann dies zu einer so genannten thyreotoxischen Krise führen.

Die Patienten bekommen plötzlich hohes Fieber, Erbrechen, sind verwirrt und benötigen notärztliche Hilfe, um zu überleben. Die Hälfte der Menschen verstirbt.

Die Schilddrüsenautonomie wird meist operativ behandelt, da hier sonst immer die Gefahr einer thyreotoxischen Krise besteht. Der Morbus Basedow bildet sich in vielen Fällen von selbst zurück. Es ist jedoch möglich, dass diese Form der Schilddrüsenüberfunktion nach einiger Zeit erneut auftritt.

Grundsätzlich können Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion völlig normal leben, wenn sie regelmäßig ihre Medikamente einnehmen.

Symptome

Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion werden von ihrem Körper mit zu vielen Schilddrüsenhormonen versorgt. Der Mediziner nennt diese Erkrankung Hyperthyreose. Bei der Erkrankung läuft der menschliche Körper durch die übermäßig vielen Hormone auf Höchstleistungen.

Dies äußert sich durch verschiedene Symptome und Beschwerden. Nicht bei jedem Patienten treten all diese Symptome jedoch auf. Charakteristisch für eine Schilddrüsenüberfunktion sind:

usw. Auch Durchfall oder hervortretende Augen können Symptome einer Hyperthyreose sein. Bei vielen Patienten ist am Hals auch der so genannte Kropf, die vergrößerte Schilddrüse, zu erkennen.

Diagnose

Der Arzt befragt den Patienten genau nach seinen Beschwerden und führt anschließend meist eine Blutuntersuchung durch. Im Blut werden die verschiedenen Schilddrüsenhormone bestimmt, so dass der Arzt feststellen kann, ob diese zu hoch sind.

Um genau feststellen zu können, welche Form der Schilddrüsenüberfunktion vorliegt, führt der Arzt weitergehende Untersuchungen durch. Im ersten Schritt wird eine Schilddrüsen-Sonografie, ein Ultraschall von der Schilddrüse, gemacht. Hier kann der Arzt die Größe der Schilddrüse beurteilen und auch eine Probe der Schilddrüse entnehmen.

Meist wird auch eine Schilddrüsen-Szintigrafie durchgeführt. Dem Patienten wird dazu vor der Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt.

Durch das Kontrastmittel erscheinen das kranke sowie das gesunde Gewebe der Schilddrüse unterschiedlich gefärbt und lassen sich so in der Untersuchung besser erkennen und unterscheiden. Hat ein Patient die typischen Symptome eines Morbus Basedow, eine Form der Schilddrüsenüberfunktion, mit den hervorgetretenen Augen, führt der Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung auch noch die Bestimmung einiger Antikörper durch.

Behandlung

Je nach Ausprägung und Form der Schilddrüsenüberfunktion wird diese durch

  • die Gabe von Medikamenten
  • einer Radiojodtherapie oder
  • operativ

behandelt.

Medikamentöse Behandlung

Die Medikamente hemmen die Produktion von Schilddrüsenhormonen im Körper. Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie lediglich zur Behandlung des Morbus Basedow geeignet.

Die Schilddrüsenautonomie kann mit diesen Medikamenten nicht behandelt werden. Morbus Basedow-Patienten müssen die Medikamente für viele Monate, meist sogar ein Jahr lang einnehmen.

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie wird bei Patienten mit einer Schilddrüsenautonomie angewendet oder bei Morbus Basedow-Patienten, die nach Jahren der Beschwerdefreiheit einen Rückfall erlitten haben. Diese Behandlungsmethode hat jedoch den Nachteil, dass sich dadurch nach Jahren Krebs an der Schilddrüse bilden kann. Im Rahmen der Behandlung muss der Patient radioaktives Jod einnehmen, das nur gegen das Gewebe der Schilddrüse wirkt.

Operative Behandlung

Die Operation wird ebenfalls bei Morbus Basedow-Patienten durchgeführt, die nach Jahren einen Rückfall erleiden oder bei Patienten mit einer Schilddrüsenautonomie. Auch ein Knoten kann im Rahmen der Operation entfernt werden.

Während der Operation wird so viel Schilddrüsengewebe entfernt, dass nur noch eine geringe Menge an Hormonen gebildet werden kann. Oftmals muss derart viel erkranktes Gewebe entfernt werden, dass die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone produzieren kann.

Der Patient hat dann somit keine Schilddrüsenüberfunktion mehr, sondern eine Unterfunktion der Schilddrüse. Dies kann jedoch mit Medikamenten problemlos reguliert werden.

Auch die Operation birgt Risiken. Im Rahmen des Eingriffes können die Stimmbänder verletzt werden, wodurch der Patient somit keine Stimme mehr hat. Auch Nachblutungen sind möglich.

Im Rahmen der Therapie ist es auch wichtig, regelmäßig eine Blutabnahme durchzuführen und die Schilddrüsenwerte zu kontrollieren.

Vorbeugung

Im Rahmen der täglichen Ernährung sollte man auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. Seefisch und Jodsalz tragen dazu bei, den nötigen Jodgehalt mit der Nahrung zu sich zu nehmen. So kann man einen Jodmangel und somit die Entstehung eines Kropfes verhindern.

Quellen:

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  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165

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