10. Mai 2011
Als Askariasis bezeichnet man den Befall mit Spulwürmern. Durch diese Parasiten kann es zu Atemproblemen sowie Magen- und Darmbeschwerden kommen.
Askariasis oder Spulwurmbefall zählt zu den weltweit am häufigsten vorkommenden intestinalen Wurminfektionen des Menschen. Schätzungen zufolge ist ca. ein Viertel der Weltbevölkerung von Spulwurmbefall betroffen.
Zu einem Befall mit Spulwürmern kommt es vor allem in Regionen, in denen schlechte Hygiene herrscht. Dabei handelt es sich in erster Linie um Länder, deren sanitäre Einrichtungen unterentwickelt sind. Pro Jahr sterben zwischen 60.000 – 80.000 Menschen an den Folgen von Askariasis. Betroffen sind sämtliche Altersgruppen. In Deutschland treten Spulwürmer vorwiegend bei Kleinkindern und Schulkindern auf.
Den Spulwurm bezeichnet man auch als Ascaris lumbricoides. Er wird zu den Fadenwürmern gezählt und hat das Aussehen eines Regenwurms. Während Spulwurmmännchen bis zu 25 Zentimeter lang werden und einen Durchmesser von drei Millimetern haben, erreichen Spulwurmweibchen eine Länge von bis zu 40 Zentimetern sowie einen Durchmesser von fünf Millimetern. Bei einem ausgeprägten Befall mit Spulwürmern können bis zu 200 Würmer im Darm vorkommen, wodurch die Gefahr eines Darmverschlusses (Ileus) besteht. Die geschlechtsreifen Spulwurmweibchen siedeln sich im menschlichen Dünndarm an, wo sie bis zu 200.000 Eier legen können. Über den Stuhl gelangen die Eier aus dem Körper. Nach etwa drei bis vier Wochen werden sie infektiös.
Übertragen wird Askariasis durch die orale Aufnahme von Spulwurmeiern. Diese gelangen durch verunreinigte Lebensmittel oder kontaminiertes Trinkwasser in den Körper. Als häufige Infektionsquellen gelten zum Beispiel Erdbeeren oder unzureichend gereinigter Salat. Eine große Gefahr stellen so genannte wilde Campingplätze dar, da die Eier an solchen Orten über eine hohe Resistenz gegen Umwelteinflüsse verfügen. Darüber hinaus können auch Fliegen, die Lebensmittel verunreinigen, Spulwurmeier übertragen. Weitere Infektionsquellen sind Finger, die mit Gartenerde verunreinigt sind, oder eine fäkal-orale Übertragung. Zu einer Selbstinfektion wie bei Madenwürmern, kommt es jedoch nicht.
Nachdem die Spulwurmeier in den menschlichen Dünndarm gelangt sind, schlüpfen die Larven dort aus den Eihüllen und durchbohren die Wand des Organs. Über den Blutweg gelangen sie zu anderen Organen wie Leber und Lunge und von dort aus weiter in die Aleveolarkapillaren, das Bronchialsystem sowie die Luftröhre und den Rachen. Beim Verschlucken können sie wiederum in den Dünndarm vordringen, wo sie sich in der Schleimhaut einnisten und zu geschlechtsreifen Parasiten heranwachsen, was etwa zwei Monate dauert.
Wie schwer die Krankheitssymptome bei einer Askariasis sind, hängt von dem Ausmaß des Parasitenbefalls ab. So können Fieber, Husten, Atemnot und blutiger Auswurf auftreten, wenn die Spulwürmer die Lunge passieren. Wird der Darm stark befallen, kommt es zu Übelkeit, Erbrechen, Darmkrämpfen und Durchfall. Bei schwachem Befall kann es dagegen sein, dass sich gar keine Beschwerden zeigen.
Diagnostizieren lässt sich ein Spulwurmbefall durch eine mikroskopische Untersuchung, bei der die Spulwurmeier identifiziert werden. Zu diesem Zweck wird eine Stuhlprobe entnommen.
Bei einem Befall mit Spulwürmern ist eine medikamentöse Therapie erforderlich. Dazu verabreicht man dem Patienten Präparate mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Pyrantelpamoat. Als Alternative kann auch eine Einmaldosis Albendazol gegeben werden. Damit es nicht zu Kontaktinfektionen kommt, muss der Patient auf eine strenge persönliche Hygiene achten. In seltenen Fällen kann auch eine Darmspiegelung erforderlich sein.
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