14. Mai 2009
Man unterscheidet verschiedene Krankheitsformen des Muskelschwundes. Die Diagnose wird oft schon im Kindesalter gestellt.
Patienten mit Muskelschwund leiden unter einer geschwächten Muskulatur. Die Krankheit schreitet schleichend fort und verschlechtert sich zunehmend. Die Muskelschwäche befindet sich meist nur in bestimmten Körperbereichen (zum Beispiel Beine, Arme, Körper, Gesicht). Die Patienten können sich mit zunehmendem Krankheitsverlauf nur noch schlecht bewegen und die Folge können Gelenkveränderungen und Knochenverformungen sein. Je nachdem, welchen Bereich des Körpers der Muskelschwund betrifft, so haben die Patienten teilweise auch große Probleme beim Atmen.
Die Erkrankung kann sowohl im Säuglingsalter als auch im Erwachsenenalter auftreten. Sind Säuglinge davon betroffen, lernen diese häufig weder krabbeln noch laufen, da die dazu benötigten Muskeln zu kraftlos sind. Entsteht die Krankheit erst im Kindergartenalter können die Kinder häufig plötzlich nicht mehr die Treppe hinaufgehen. Tritt die Krankheit erst im Erwachsenenalter auf, stolpern die Patienten häufig und können im Endstadium der Krankheit nicht mehr alleine gehen.
Je nachdem, wann die Krankheit auftritt, erfolgt die Diagnostik beim Kinderarzt, dem Hausarzt und weiteren Fachärzten.
Der Mediziner nennt den Muskelschwund in der Fachsprache Muskeldystrophie.
Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung und der Befragung des Patienten bzw. der Eltern nach den genauen Symptomen, führt der Arzt eine Blutuntersuchung durch. Liegt ein Muskelschwund vor, kann dies häufig aufgrund veränderter Blutwerte festgestellt werden. Im Blut befinden sich Enzyme, die für die Muskulatur wichtig sind. Sind diese erhöht, spricht dies für eine Form von Muskelschwund. Die Enzyme befinden sich normalerweise in den Zellen der Muskeln. Die Zellen werden jedoch durch den Muskelschwund zerstört, so dass die Enzyme in das Blut gelangen können und dort vermehrt gemessen werden können. Zusätzlich kann man bei Patienten mit Muskelschwund einen niedrigen Kreatininwert im Urin diagnostizieren.
Im Rahmen seiner Diagnostik kann der Arzt auch eine Gewebeprobe aus dem Bereich entnehmen, in dem der mögliche Muskelschwund besteht. Unter dem Mikroskop kann festgestellt werden, wenn sich zu wenige Muskelzellen in der Probe befinden oder sich auch zu viel Fettgewebe anstatt des Muskelgewebes darin befindet.
In einigen Fällen wird auch ein Gentest durchgeführt, um die Krankheit zu diagnostizieren. Der Arzt benötigt dazu das Blut des Patienten oder auch einen Abstrich von der Schleimhaut im Bereich der Mundhöhle.
Da der Muskelschwund auch die Herzmuskeln schwächen kann, erfolgt anschließend ein EKG, um die Herzströme zu messen. Zusätzlich erfolgt noch ein EMG, ein Elektromyogramm, zur näheren Untersuchung der Skelettmuskulatur.
Zum Abschluss seiner Diagnostik führt der Arzt meist noch eine Ultraschalluntersuchung und auch eine Magnetresonanztomografie durch.
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