Die Lymphdrüsen spielen eine wichtige Rolle im Abwehrsystem des menschlichen Körpers. Manchmal kann es vorkommen, dass die Lymphzellen bösartig entarten. Beim Lymphdrüsenkrebs äußert sich dies zuerst in geschwollenen Lymphknoten vor allem im Halsbereich, die jedoch keine Schmerzen verursachen.
Als Lymphdrüsenkrebs bezeichnet man eine Reihe von bösartigen Tumorerkrankungen des lymphatischen Systems, zu dem die Lymphknoten, das Knochenmark, die Milz sowie die Rachenmandeln gehören. Aber auch andere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden.
Bei Lymphdrüsenkrebs kommt es im Knochenmark zur Entstehung von abnormen B-Zellen bzw. B-Lymphozyten. Normalerweise sind diese Zellen sehr wichtig für das menschliche Immunsystem, denn zusammen mit den T-Zellen wehren sie fremde Organismen im Körper ab. Während die T-Zellen die Erreger direkt abtöten, wandeln sich die B-Zellen in Plasmazellen um. Diese bilden dann Antikörper und neutralisieren die schädlichen Organismen.
Im Falle von Lymphdrüsenkrebs werden die B-Zellen jedoch in abnorme Zellen umgewandelt. Da sie im Unterschied zu normalen B-Zellen nicht nach einer Weile von selbst zugrunde gehen, werden auch weiterhin entartete B-Zellen produziert.
In der Medizin unterteilt man Lymphdrüsenkrebs in zwei Arten. Diese bezeichnet man als Morbus Hodgkin oder Hodgkin-Lymphom sowie als Non-Hodgkin-Lymphome. Morbus Hodgkin macht ca. fünfzehn Prozent aller Lymphdrüsenkrebsfälle aus. Allein in Deutschland erkranken pro Jahr rund 2000 Menschen daran.
Die genaue Ursache von Morbus Hodgkin ist nach wie vor unklar. Man vermutet, dass es einen Zusammenhang mit dem so genannten Epstein-Barr-Virus gibt, das für das Pfeiffersche Drüsenfieber verantwortlich ist. Zudem gilt eine geschwächte Körperabwehr als Risikofaktor.
Zu den Symptomen von Lymphdrüsenkrebs, die sehr unterschiedlich sein können, gehören oftmals schmerzlos geschwollene Lymphdrüsen an Hals und Nacken. Aber auch an der Leiste, im Brustkorb, der Bauchhöhle oder an den Achselhöhlen kann es zu Schwellungen der Lymphdrüsen bzw. Lymphknoten kommen, was vor allem bei Non-Hodgkin-Lymphomen der Fall ist.
Weitere Beschwerden können Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche, Müdigkeit, nächtliche Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit, Fieber, Juckreiz, chronischer Husten und Gewichtsverlust sein.
Als Therapie von Lymphdrüsenkrebs wird in der Regel eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt, wobei sich die Behandlung nach der jeweiligen Erkrankungsform richtet. Die Heilungschancen gelten in der Regel als gut.
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