20. März 2010
Von Viola Reinhardt
Eine exakte Diagnose ist letztendlich nur von einem Arzt zu stellen. Aber erkennen kann Mann es schon an einer deutlichen Anschwellung im Leistenbereich. Entstehen zusätzliche Schmerzen bei einer körperlichen Belastung oder starkem Husten und greifen die Schmerzen beim Abtasten der Schwellung vom Bauchbereich gar über bis in den Genitalbereich, sind alle Symptome beisammen. Spätestens hier ist der Gang zum Arzt dringend erforderlich.
Mögliche Ursachen für einen Leistenbruch sind meist Übergewicht oder schwere körperliche Betätigung. Ebenso kann eine veranlagte Bindegewebsschwäche der Auslöser sein, der den Druck der Bauchhöhle auf den Leistenkanal dermaßen erhöht, um selbigen zu brechen. Ein solcher Druck kann selbst durch einen Husten ausgelöst werden, was in der Regel allerdings eher selten vorkommt.
Eine Operation ist bei einem Leistenbruch unumgänglich, da sich sonst Darmabschnitte einklemmen und diese zu einem Darmverschluss führen können. Je nach Patient bieten sich verschiedene Möglichkeiten einer Operation an.
Für Sportler, die möglichst schnell wieder mit dem Training beginnen wollen, ist eine Operation mit einer Netzverstärkung zu empfehlen, nach der man bereits nach zwei Wochen wieder sportfähig ist und zuvor ohne weitere Bedenken den Körper bis zur Schmerzgrenze belasten kann, allerdings birgt diese Operation das Risiko einer möglichen Netzschrumpfung.
Bei kleineren Brüchen oder jungen Patienten empfiehlt sich wiederum eine herkömmliche Operation an, bei der allerdings zwei Wochen Schonzeit verschrieben werden und die komplette Belastbarkeit erst nach drei Monaten wieder erlangt wird.
Bei einem erneuten Leistenbruch sollte eine endoskopische Operation in Erwägung gezogen werden, die den zusätzlichen Vorteil kaum sichtbarer Narben mit sich bringt und ebenfalls nach bereits zwei Wochen wieder eine volle Belastbarkeit herstellen kann.
Einen Leistenbruch vorzubeugen ist leider nur in sehr begrenztem Maße möglich. Eine Vermeidung oder gegebenenfalls eine Verminderung des Übergewichts ist eine Maßnahme, da dadurch der Druck der Bauchhöhle entschieden gemindert wird. Des Weiteren ist die Stärkung der Bauchmuskulatur eine gute Möglichkeit, eine solche Verletzung zu umgehen. Ebenso sollte das Heben schwerer Lasten vermieden werden. Doch selbst wenn all diese Vorkehrungen getroffen werden, gibt es keine Garantie dafür, nicht doch an einem Leistenbruch zu erkranken. Besonders Menschen mit veranlagter Bindegewebsschwäche sind einem höheren Risiko ausgesetzt und sollten sich hinsichtlich des persönlichen Gewichts in Schach halten und auch mit einem übermäßigen schweren Tragen vorsichtig sein.
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