Bei einem Leistenbruch wird grundsätzlich und in jedem Alter operiert. Quetscht der Leistenbruch eines der Organe aus dem Bauchraum ein, muss sofort operiert werden, um ein Absterben des abgeklemmten Teils des Organs zu verhindern. Dies klingt alles sehr viel schrecklicher, als die Operation tatsächlich ist. Die Leisten-OP wird ungefähr 200.000 Mal im Jahr in Deutschland vorgenommen, so dass es sich mittlerweile um einen Routineeingriff handelt.
Die Routine beschränkt sich jedoch nicht auf nur eine Operationsmethode. In Deutschland wird am häufigsten nach der Lichtenstein-Methode oder nach der Rutkow-Methode operiert.
Bei der Lichtenstein-Methode setzt der Chirurg einen ungefähr 6 cm langen Schnitt in die Haut über der charakteristischen Beule an der Leiste. Dann drückt er das eventuell eingeklemmte Organ zurück an seinen Platz und vernäht die Bauchwandmuskulatur. Das Vernähen erzeugt ein dünnes Kunststoffnetz. Es führt zu Stabilität, weil die Muskulatur vor dem Leistenbruch zu schwach war, um Knochen und Organe zu tragen. Durch das Vernähen soll diese eigentliche Aufgabe der Muskulatur wieder hergestellt werden.
Insgesamt dauert die Operation nach der Lichtenstein-Methode eine halbe Stunde. Sie kann sogar unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden, eine Vollnarkose ist also nicht notwendig.
Letzteres gilt auch für die Rutkow-Methode. Die Unterschiede zur Lichtenstein-Methode sind, dass ein kleinerer Schnitt gesetzt wird und dass zusätzlich zur Vernähung der Bauchwandmuskulatur die Muskulatur zusätzlich noch mit einer kleinen Netzplatte verstärkt wird. Dadurch wird ein neuer Leistenbruch praktisch ausgeschlossen. Die Rutkow-Methode wird ambulant durchgeführt, d.h. der Betroffene kann am Tag der OP wieder nach Hause gehen; die OP selbst dauert 20 Minuten.
Bei beiden Methoden der Leistenbruch-OP kann es zu Blutungen und Wundheilungsstörungen kommen. Dies sind jedoch die Komplikationsrisiken, die bei jeder OP auftreten können und auf die der Arzt vor der OP hinweisen muss. Nach der OP ist es wichtig, dass zumindest in den ersten Wochen keinerlei schwere Lasten (schwerer als 5 kg) gehoben werden.
Ein Leistenbruch tritt nur zu circa 5% nach der OP erneut auf. Um dies – oder überhaupt einen Leistenbruch – zu verhindern, sollte man beim Tragen schwerer Lasten wie zum Beispiel Getränkekästen die Knie nie ganz durchgestreckt haben, Übergewicht verhindern und die Bauchmuskeln gezielt trainieren.
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17.05.13 | |
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