23. Oktober 2007
Brüche egal welcher Art sind Löcher in geschlossenem Gewebe, durch die sich Eingeweideteile hindurch drängen. In der Leistenbeuge verlaufen beim Mann durch den Leistenkanal Samenstrang und Blutgefäße zur Versorgung der Hoden und bei Frauen eines der Gebärmutterbänder. An dieser Schwachstelle können Eingeweideteile heraus treten.
Meist entwickelt sich über mehrere Wochen lang eine Schwellung oder aber sie entsteht akut plötzlich nach einer Anstrengung. Beim eingeklemmten Leistenbruch vergrößert sich der Bruchsackinhalt, rötet sich und schmerzt stark. Dies ist ein akuter Notfall, der sofort behandelt werden muss. Das Erkrankungsrisiko steigt bei Übergewicht, angeborener Bindegewebsschwäche, Extremsport oder Überanstrengung der Bauchmuskulatur durch schweres Heben oder Tragen.
Ein leichter Bruch lässt sich problemlos wieder zurückschieben. Ist eine Darmschlinge in der Bruchöffnung eingeklemmt, wird sie nicht mehr durchblutet und stirbt ab. Vorbeugen kann man, indem man Übergewicht verringert, Verstopfung vermeidet, das Bindegewebe durch spezielle Übungen kräftigt und keine Lasten vor dem Bauch trägt, sondern auf der Schulter und nicht schwer hebt. Geeignete Bruchbänder helfen nur vorübergehend und könnten dauerhaft durch Druckstellen das darunterliegende Gewebe zerstören. Ein Leistenbruch bei Kindern kann durch ein warmes Bad und durch Zurückschieben des Bruchs schmerzfrei behoben werden.
Leistenbrüche schwerer Art müssen operativ behandelt werden. Dabei wird die Gewebeschicht über dem Bruchinhalt zusammengenäht. Der Krankenhausaufenthalt beträgt nur wenige Tage aber die anschließende Schonung beträgt mehrere Wochen. Einen Bruch am besten operieren lassen, bevor er sich einklemmt. Ist er einmal eingeklemmt, sollte innerhalb von Stunden operiert werden. Der indirekte Leistenbruch kommt häufiger vor (60 bis 70 Prozent) und betrifft vor allem Kinder, Neugeborene oder junge Menschen. Insgesamt sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Meist ist der indirekte Bruch angeboren. Hierbei tritt der Bruchinhalt entlang des Samenstrangs oder Mutterbandes aus. Der direkte Leistenbruch macht etwa 30 bis 40 Prozent der Leistenbrüche aus, tritt bei Erwachsenen und vor allem älteren Männern auf. Diese Form des Leistenbruchs ist fast immer erworben. Der Bruchinhalt tritt hier direkt durch die geschwächte Bauchmuskulatur an der Hinterwand des Leistenkanals aus dem Bauchraum aus.
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