Prostataspezifisches Antigen (PSA-Wert) - Merkmale, Normwerte und Bedeutung für die Krebsdiagnostik

Das prostataspezifische Antigen (PSA) dient als Tumormarker bei Prostatakrebs. Es befindet sich im Ejakulat und sorgt für dessen Verflüssigung. Der PSA-Test zählt hierzulande zu den Vorsorgeuntersuchungen. Er dient vor allem der Verlaufskontrolle, wenn bereits ein Prostatakarzinom festgestellt wurde. Lesen Sie alles Wissenswerte über das prostataspezifische Antigen.

Das prostataspezifische Antigen gilt als Tumormarker bei Prostatakrebs

Prostataspezifisches Antigen (PSA) - Merkmale und Bedeutung der PSA-Werte für die Prostata

Als prostataspezifisches Antigen (PSA) wird ein Enzym bezeichnet, das in der männlichen Prostata (Vorsteherdrüse) entsteht. Es ist im Ejakulat enthalten und bewirkt dessen Verflüssigung.

Es trägt auch die Bezeichnungen Kallikrein 3 oder Semenogelase. Man entdeckte den PSA-Wert vor über 40 Jahren als Maß, um die Aktivität von Prostatagewebe zu ermitteln.

Funktion des PSA-Tests

Im Rahmen des PSA-Tests misst man die PSA-Menge, welche sich im Blut befindet. Zu diesem Zweck wurde ein vom Alter abhängiger PSA-Normwert fesgesetzt; er kann aber lediglich als Orientierung dienen. Die Festlegung eines Grenzwertes mit allgemeiner Gültigkeit für die PSA-Menge bei gesunden Männern ist nicht möglich.

Bestimmung - Wissenswertes zu PSA-Werten

Man bestimmt den Wert im Blut. Als Test zur Früherkennung gilt die Bestimmung als umstritten. Zur Verlaufskontrolle erweist er sich hingegen als sehr sinnvoll.

PSA-Normwerte nach Alter

Welcher PSA-Wert als Richtlinie gilt, ist unterschiedlich. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Lebensalter des Patienten.

Als Grenzwert gelten 4 bis 10 µg/l. Die fachgerechte Beurteilung des PSA-Werts sollte stets von einem kompetenten Urologen vorgenommen werden.

PSA hat die Eigenschaft, sowohl in einer freien Form als auch in einer gebundenen Form vorzukommen. Beide Formen lassen sich getrennt bestimmen, was auch für das Gesamt-PSA gilt. Durch das Verhältnis der einzelnen Werte wird ermittelt, ob eine Vergrößerung der Prostata entweder gutartig oder bösartig ist.

In der folgenden Tabelle erhalten Sie einen Überblick über die PSA-Normwerte.

PSA-Normwerte
AlterPSA-Normbereich
bis 40 Jahre< 1,4 µg/l
bis 50 Jahre< 2,0 µg/l
bis 60 Jahre< 3,1 µg/l
bis 70 Jahre< 4,1 µg/l
über 70 Jahre< 4,4 µg/l

Erhöhte PSA-Werte: Mögliche Erkrankungen

In der medizinischen Diagnostik stellt das prostataspezifische Antigen einen bedeutenden Tumormarker bei Prostatakrebs dar. Ob es sich auch zur Früherkennung oder Vorsorge eignet, ist unter Medizinern allerdings umstritten. So können auch andere Gründe wie zum Beispiel eine gutartige Prostatavergrößerung erhöhte PSA-Werte verursachen.

In Deutschland zählt ein PSA-Test bei einer Vorsorgeuntersuchung zu den individuellen Gesundheitsleistungen, auch IGeL genannt. Das heißt, dass die meisten Krankenkassen die Kosten für den Test nicht erstatten und der Patient ihn aus eigener Tasche bezahlen muss.

Als sinnvoll gilt ein PSA-Test dagegen zur Verlaufskontrolle eines bereits erkannten Prostatakarzinoms. So lassen sich mithilfe des prostataspezifischen Antigens nach einer Behandlung erneut entstandene Tumore oder Tochtergeschwüre frühzeitig erkennen und entsprechend behandeln.

Andere Ursachen für erhöhte PSA-Werte

Nicht immer muss ein erhöhter PSA-Wert auf Prostatakrebs hinweisen. So gibt es noch zahlreiche andere Gründe. Dazu gehören vor allem

  • eine benigne Prostatahyperplasie, bei der die Vorsteherdrüse gutartig vergrößert ist
  • eine Prostatitis (Prostataentzündung)
  • ein Prostatainfarkt
  • Harnverhalt oder
  • eine chirurgische Entfernung der Prostata.

Außerdem können auch kurz zuvor erfolgte Untersuchungen der Vorsteherdrüse sowie manuelle Reizungen wie Fahrradfahren einen erhöhten PSA-Wert zur Folge haben.

PSA-Werte senken

Ist der PSA-Wert erhöht, liegt in der Regel eine Prostataerkrankung vor. Die Behandlung dieser Erkrankung stellt somit die erste Maßnahme dar, um die Werte zu senken. Handelt es sich um eine bakterielle Entzündung, wird diese mit Antibiotika behandelt.

Eine Prostatavergrößerung wird abhängig von dem Stadium medikamentös oder operativ behandelt. Liegt ein Karzinom vor, erfolgt eine Prostataektomie, Strahlentherapie oder Hormontherapie.

PSA-Wert senkende Medikamente

Zudem stehen Arzneistoffe zur Senkung des PSA-Werts zur Verfügung. Zu diesen zählen beispielsweise

  • Aspirin
  • Diclofenac oder
  • Ibuprofen.

PSA-Werte durch Ernährung senken

Die direkte positive Beeinflussung des PSA-Spiegels durch die Ernährung ist nicht möglich. Jedoch kann man durch den Verzehr einiger Lebensmittel die Prostata schützen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko einer Erkrankung senken.

Zu den entsprechend günstigen Lebensmitteln zählen

Wer Fisch nicht mag, kann die Omega-3-Fettsäuren beispielsweise auch über hochwertige Öle, wie Olivenöl, Hanföl oder Leinöl, zu sich nehmen. Des Weiteren ist Vitamin D sehr wichtig. Neben der Sonne zählen

zu den Lieferanten. Vermeiden sollte man

ausreichend Bewegung sollte somit ebenfalls auf dem Wochenplan stehen.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860
  • Hannes Leischner: BASICS Onkologie, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2016, ISBN 3437423290
  • Christa Pleyer: Onkologie: Verstehen - Wissen - Pflegen, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437273469
  • Christoph Wagener, Oliver Müller: Molekulare Onkologie: Entstehung, Progression, klinische Aspekte, Thieme Verlagsgruppe, 2009, ISBN 3131035137
  • Kurt Possinger, Anne Constanze Regierer, Jan Eucker: Klinikleitfaden Hämatologie Onkologie: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2018, ISBN 3437242962

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft. Wie wir arbeiten und unsere Artikel aktuell halten, beschreiben wir ausführlich auf dieser Seite.

War der Artikel hilfreich?

Fehler im Text gefunden?

Bitte sagen Sie uns, warum der Artikel nicht hilfreich war:

Um die Qualität unserer Texte zu verbessern, wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns den/die konkreten Fehler benennen könnten:

Kategorien:
Historie:
Zuletzt aktualisiert am
So arbeiten wir
Autor:

Mehr über uns
Warum kein namentlicher Autor?

Unsere Artikel werden auf Grundlage fundierter wissenschaftlicher Quellen sowie dem zum Zeitpunkt der Erstellung aktuellsten Forschungsstand verfasst und regelmäßig von Experten geprüft.

Bildnachweise:
  • Biological experiment © NiDerLander - www.fotolia.de

Weitere Artikel zum Thema