Höhenkrankheit - Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Höhenkrankheit entsteht, wenn man sich in großen Höhen, meist ab einer Höhe von etwa 3.000 Metern, befindet. Es kommt zu Symptomen wie schnellerem Herzschlag, Kopfschmerzen und Leistungsabfall. Wie die Erkrankung verläuft, hängt von der Krankheitseinsicht des Patienten ab. Je nach Ausprägung der Symptome stellt der Notarzt oder der Hausarzt die Diagnose. Informieren Sie sich hier über Ursachen, Symptome und Behandlung.

Die Entstehung der Höhenkrankheit und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Als Höhenkrankheit werden mehrere Symptome bezeichnet, die auftreten, wenn ein Mensch sich in eine große Höhe begibt oder auch dort lebt. Meist bilden sich die ersten Symptome der Höhenkrankheit ab einer Höhe von etwa 3.000 Metern.

Empfindliche Menschen verspüren die Symptome schon etwas früher. Je höher oben sich der Mensch befindet, desto weniger Sauerstoff ist in der Luft und desto schlimmer werden die Symptome.

Ursachen

Je höher man sich begibt, desto geringer wird der Luftdruck. Folglich sinkt auch der Sauerstoff-Partialdruck. Es kommt zu einer Verengung der Blutgefäße, die zu einem Sauerstoffmangel und zu einer Blutdruckerhöhung in der Lunge führt. Betroffene fangen an zu hyperventilieren und setzen sich dem Risiko einer Ödembildung aus.

Verlauf

Zu Beginn verspüren die Patienten nur leichte Symptome, die wieder verschwinden, wenn die Patienten ins Tal absteigen. Werden die Beschwerden jedoch ignoriert und sogar noch weiter hinaufgestiegen, verschlimmern sich die Symptome immer mehr, bis es zur Bewusstlosigkeit kommt.

Der menschliche Körper produziert aufgrund des Sauerstoffmangels in der Luft vermehrt rote Blutkörperchen, um den Körper trotz des Sauerstoffmangels in der Luft mit Sauerstoff aus den roten Blutkörperchen zu versorgen. Dies hat jedoch zur Folge, dass das Blut nicht mehr richtig fließen kann, da es sich verdickt. So kann es zu Thrombosen oder Herzinfarkten kommen, wenn die Symptome nicht rechtzeitig behandelt werden.

Folgen

Erfolgt rechtzeitig der Abstieg, hat der Patient nicht mit Folgeerkrankungen zu rechnen. Wird die Erkrankung jedoch zu spät behandelt, endet sie tödlich.

Es können lebensbedrohliche Erkrankungen folgen, insbesondere für Gehirn und Lunge, wie etwa ein Hirn- oder Lungenödem. Darüber hinaus kann es zu einer Vielzahl von weiteren Krankheiten kommen - von einer milden Höhenkrankheit, die bei den meisten Leuten auftritt, die die 3.000 Meter Marke überschreiten, bis hinzu weiteren tödlichen Erkrankungen, die laut Statistik für die meisten Todesursachen im Gebirgssport verantwortlich sind. Erste Symptome können bereits bei einer Höhe von 2.500 Meter eintreten.

Symptome

Leichte Form der akuten Höhenkrankheit

Betroffene, die an der Höhenkrankheit leiden und sich zum Beispiel im Rahmen einer Bergwanderung auf etwa 3.000m Höhe begeben, bemerken nach und nach Symptome wie

Die Patienten klagen über Übelkeit und es bilden sich Wassereinlagerungen unter der Haut. Viele Patienten sind in diesem Zustand auch sehr reizbar.

Schwere Form der akuten Höhenkrankheit

Ist der Patient uneinsichtig und begibt sich in noch größere Höhen, verstärken sich die Symptome. Die Kopfschmerzen sind dann von Dauer und wesentlich heftiger als zuvor. Auch die Übelkeit verstärkt sich und führt schließlich zum Erbrechen.

Nachts können die Betroffenen kaum schlafen. Die Patienten fühlen sich schwindelig und haben Koordinationsprobleme beim Gehen.

Auch wenn sich die Patienten nicht bewegen, leiden sie unter Husten und starken Atemproblemen. Es werden nur noch geringe Mengen Urin ausgeschieden, die auch dunkel gefärbt sind. Begibt sich der Patient noch immer nicht zurück ins Tal, können sich die Symptome lebensgefährlich steigern und so zu einem Hirnödem führen.

Diagnose

Je nachdem, in welchem Zustand sich der Patient befindet, sollte umgehend der Rettungsdienst alarmiert werden. Der herbeigerufene Notarzt misst Puls und Blutdruck des Patienten. Der Puls ist dabei auffallend schnell.

Ist der Patient bereits bewusstlos, wird eine maschinelle Beatmung angelegt und der Patient so schnell wie möglich in das nächste Krankenhaus gebracht. Während der Fahrt ins Krankenhaus wird auch ein EKG geschrieben, um die Herzfunktion überprüfen zu können.

Im Krankenhaus wird zusätzlich auch Blut abgenommen. Liegt eine Höhenkrankheit vor, sind auch die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut erhöht.

Auch der Urin wird untersucht. Da Patienten mit der Höhenkrankheit nur noch wenig Urin ausscheiden, ist der Urin dunkel gefärbt. Sind die Symptome noch nicht so ausgeprägt, kann der Patient noch selbst ins Tal zurückgehen und sich dort gegebenenfalls von einem niedergelassenen Arzt untersuchen lassen.

Behandlung

Bemerkt ein Patient die ersten Symptome, sollte er sich sofort auf den Weg zurück ins Tal machen. Gleiches veranlasst auch ein herbeigerufener Notarzt bei einem Patienten mit schwerwiegenderen Symptomen.

Der Notarzt veranlasst bei kritischen Patienten sofort eine Beatmung mit Sauerstoff. Auch Medikamente werden verabreicht.

Die weitere Behandlung erfolgt meist im Krankenhaus, je nach Gesundheitszustand des Patienten. Auch wenn sich der Patient nach der Medikamentengabe wieder wohl fühlt, darf er keinesfalls den Aufstieg fortsetzen, da die Beschwerden sofort wieder einsetzen würden.

Vorbeugung

Um der Höhenkrankheit vorzubeugen, sollten Bergsteiger nur langsam auf einen Berg aufsteigen und möglichst auch nur bis zu einer Höhe von etwa 2.500 Metern gehen. Wichtig ist es auch, immer wieder Ruhepausen einzulegen, besonders, wenn die Höhe mehr als 2.500 Meter beträgt.

Auch ausreichend Trinken ist von entscheidender Bedeutung für den Gesundheitszustand. Dafür eignen sich Wasser oder lauwarmer Tee, keinesfalls jedoch Alkohol.

Die Nahrung während des Aufstieges sollte reich an Kohlenhydraten sein, da Kohlenhydrate weniger Sauerstoff verbrauchen als andere Bestandteile der Nahrung. Keinesfalls sollte man als Laie eine derartige Extremwanderung vornehmen. Es sollte immer ein erfahrener Führer dabei sein.

Sportliche Vorbereitungen

Plant man die nächste Bergtour, sollte man sich unbedingt gründlich darauf vorbereiten, denn die Höhenktrankheit tritt unabhängig von Alter oder Geschlecht auf; selbst Leistungssportler können davon betroffen sein. Eine ausgeprägte Anfälligkeit konnte jedoch bisher nur bei Kindern festgestellt werden, die auf einer kleineren Lunge und deren reduziertem Volumen basiert.

Um die Lungen vorzubereiten, sind Ausdauersportarten bestens geeignet. Für die muskuläre Vorbereitung sind Kniebeugen zu empfehlen, am besten mit einem gefüllten Rucksack. Auch das Training auf Geräten wie Beinpressen eignet sich sehr gut.

Vor allem mit Bedacht sollte man beim Gebirgssport vorgehen, denn die meisten Unfälle entstehen durch Leichtsinn oder Ungeduld, sowie Unkenntnis über die zahlreichen Begebenheiten der Bergwelt.

Die passende Reiseapotheke

Neben der sportlichen ist auch die medikamentöse Vorbereitung ein wichtiger Aspekt. Eine gut gefüllte Reiseapotheke hilft dabei, gegen auftretende Beschwerden anzugehen.

Gegen auftretende Kopfschmerzen sind gängige Kopfschmerztabletten durchaus geeignet und gehören deswegen zum Medikamentenpack dazu. Empfehlenswert ist hierbei der Wirkstoff Ibuprofen.

Auch ein Mittel gegen Übelkeit sowie ein Medikament zur Akklimatisation sollte man dabei haben. Es gibt spezielle Medikamente gegen die Symptome und Erkrankungen der Höhenkrankheit. Selbige sind von einem Arzt oder Apotheker zu erhalten.

Bei anhaltender Übelkeit ist das sofortige Absteigen dringend erforderlich und zwar so lange, bis sich das normale Befinden wieder einstellt. Wenn man sich also auf den Gebirgssport bestens und somit sorgfältig vorbereitet, stehen die Chancen gut, einer Höhenkrankheit zu entgehen. Und so kann ein Ausflug in die Berge oder der Gebirgssport selbst zu einem unvergesslichen und wundervollem Erlebnis mit wiederkehrendem Spaßfaktor werden.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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