Hepatitis D - Ursachen, Symptome und Behandlung

Hepatitis D wird durch ein Virus verursacht. Die Infektionskrankheit verschlimmert die Hepatitis B zusehends; ohne diese kann sie nicht auftreten. Zu den typischen Symptomen zählen Müdigkeit, Appetitmangel und Gewichtsverlust. Die Diagnose stellt meist der behandelnde Hausarzt. Bei der Behandlung konzentriert man sich in der Regel auf die Linderung der Beschwerden; schlimmstenfalls muss eine Lebertransplantation erfolgen. Lesen Sie alles Wissenswerte über Hepatitis D.

Die Entstehung einer Hepatitis D und wie man sie erkennen und behandeln kann

Krankheitsbild

Bei der Hepatitis D handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die durch das Hepatitis-D-Virus (HDV) ausgelöst wird. Dieses stellt ein unvollständiges Virus dar, da es sich ohne das Hepatitis-B-Virus nicht vermehren kann, dessen Hülle es benötigt. Monoinfektionen mit dem HDV sind also nicht möglich.

Ursachen

Eine Hepatitis D wird durch das so genannte Hepatitis D-Virus (HDV) verursacht. Dieses Virus stellt jedoch eine Besonderheit dar: Es kann nicht alleine existieren, sondern benötigt das Hepatitis B-Virus, um die Leber anzugreifen. Dies ist der Grund, weshalb eine Hepatitis D niemals alleine auftreten kann, sondern immer nur im Zusammenhang mit einer Hepatitis B.

Übertragung und Risikogruppen

Das Virus wird, wie auch das Hepatitis B-Virus, über Körperflüssigkeiten oder Blut übertragen. Zu den Körperflüssigkeiten zählen zum Beispiel

Somit kann sich ein gesunder Mensch auch beim Küssen infizieren, wenn er selbst eine winzige Verletzung im Mund hat. Besonders Drogenabhängige können sich leicht mit dieser Hepatitisform anstecken, wenn sie unsaubere Spritzen benutzen, die zuvor eine andere infizierte Person verwendet hat.

Auch Angestellte im Gesundheitswesen haben ein erhöhtes Risiko, wenn sie sich mit infiziertem Operationsbesteck oder Kanülen verletzen. Hat eine schwangere Frau Hepatitis B und D, kann sich auch ihr Baby bei der Entbindung infizieren.

Verlauf

Wenn sich ein Mensch mit dem Hepatitis D-Virus infiziert hat, dauert es unterschiedlich lange, bis die Krankheit ausbricht. Die Spanne reicht von wenigen Tagen bis zu sieben Wochen.

Eine Hepatitis B kann auch als alleinige Erkrankung auftreten, die Hepatitis D hingegen nicht. Kommt zu einer Hepatitis B noch eine Hepatitis D hinzu, erschwert dies den Krankheitsverlauf drastisch.

Sehr häufig bildet sich hier eine Leberzirrhose, die im Verlauf auch zu Leberkrebs führen kann. Die Krankheit führt häufig zum Tod wegen Leberversagens oder auch wegen einer Herzmuskelentzündung.

Dabei ist jedoch auch entscheidend, ob sich ein Patient gleichzeitig mit Hepatitis B und D infiziert oder ob zuerst eine Hepatitis B bestand und die Hepatitis D nach einiger Zeit hinzukam. Eine Simultaninfektion ist deutlich einfacher zu behandeln als eine Hepatitis B, zu der nach geraumer Zeit noch eine Hepatitis D hinzukommt. Die Hepatitis D ist eine meldepflichtige Krankheit, die umgehend dem Gesundheitsamt bekannt gegeben werden muss.

Symptome

Hepatitis D kann nicht alleine auftreten. Man findet sie grundsätzlich im Zusammenhang mit der Hepatitis B.

Patienten mit einer Hepatitis D fühlen sich erschöpft und müde, haben kaum Appetit und verlieren daher oftmals rasch an Gewicht. Die Patienten verspüren Kopfschmerzen und haben Beschwerden im Bereich der Gelenke und Muskeln.

Oft besteht auch Fieber. Zusätzlich bemerken die Patienten einen Druckschmerz im Bereich der Leber im rechten Oberbauch.

Teilweise bemerken die Patienten auch eine Gelbsucht. Die Haut verfärbt sich dabei gelblich, auch der weiße Bereich der Augen ist davon betroffen. Zusätzlich verdunkelt sich der Urin, während der Stuhlgang wesentlich heller wird. Im Verlauf der Erkrankung entwickeln viele Patienten eine Leberzirrhose, die dann in Leberkrebs übergehen kann.

Diagnose

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch und diagnostiziert dabei beim Abtasten des Bauches oftmals eine vergrößerte Leber im rechten Oberbauch. Im Rahmen der Blutuntersuchung fallen erhöhte Leberwerte auf. Zusätzlich werden auch Antikörper gegen die Hepatitis-Formen B und D ermittelt.

Im Rahmen seiner Diagnostik führt der Arzt auch eine Ultraschalluntersuchung durch. Der Arzt kann dabei die Leber genauer untersuchen als durch alleiniges Abtasten des Bauches. Häufig wird anschließend auch eine Gewebeprobe der Leber entnommen, um die genaue Leberschädigung diagnostizieren zu können.

Therapie

Bisher ist die Behandlung der Hepatitis D noch sehr stark eingeschränkt, so dass der Arzt in den meisten Fällen nur die Symptome der Krankheit behandeln kann. Mitunter kann eine Therapie mit pegyliertem Interferon eine Heilung bewirken, wenn sie ein Jahr lang durchgeführt wird. Nach Behandlungsende vermehrt sich das Virus wieder, führt jedoch zu einem verlangsamten Krankheitsverlauf.

Der Patient muss Bettruhe einhalten und sollte jegliche Medikamente und Getränke vermeiden, die die Leber weiter schädigen können. Alkoholgenuss ist demnach völlig verboten.

Die Medikamente, die zur Behandlung der gleichzeitig bestehenden Hepatitis B eingesetzt werden, wirken nicht gegen die Hepatitis D. Ist die Leber bereits stark geschädigt, hilft oftmals nur noch eine Lebertransplantation, um das Leben des Patienten zu retten.

Vorbeugung

Wirksamer Schutz gegen Hepatitis D ist eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B. Wer gegen Hepatitis B geimpft ist, kann sich somit auch nicht mit einer Hepatitis D infizieren.

Zusätzlich sollten beim Geschlechtsverkehr grundsätzlich Kondome verwendet werden. Alltagsgegenstände wie zum Beispiel Zahnbürsten sollten niemals gemeinsam mit einem Angehörigen benutzt werden, der an Hepatitis erkrankt ist.

Quellen:

  • Uwe Beise, Uwe Beise, Werner Schwarz: Gesundheits- und Krankheitslehre: Lehrbuch für die Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege, Springer Medizin Verlag, 2013, ISBN 9783642369834
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Peter Avelini, Martin Hoffmann, Christine Grützner: Medizinwissen von A-Z: Das Lexikon der 1000 wichtigsten Krankheiten und Untersuchungen, MVS Medizinverlage Stuttgart, 2008, ISBN 3830434545
  • Susanne Andreae, Peter Avelini, Melanie Berg, Ingo Blank, Annelie Burk: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Thieme Verlagsgruppe, 2008, ISBN 9783131429629
  • Frank H. Netter: Netter's Innere Medizin, Thieme Verlagsgruppe, 2000, ISBN 3131239611
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2019, Herold, 2018, ISBN 398146608X
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2020, Herold, 2019, ISBN 3981466098
  • Malte Ludwig: Repetitorium für die Facharztprüfung Innere Medizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437233165
  • Stefan Gesenhues, Anne Gesenhues, Birgitta Weltermann: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt (Klinikleitfaden), Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, 2017, ISBN 3437224476
  • Reinhard Strametz: Grundwissen Medizin: für Nichtmediziner in Studium und Praxis, UTB GmbH, 2017, ISBN 3825248860

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