10. März 2011
Bei einer chemisch-toxischen Gastritis handelt es sich um eine chronische Typ C-Magenschleimhautentzündung. Sie wird durch bestimmte schädigende Substanzen hervorgerufen.
Eine Gastritis wird auch als Magenschleimhautentzündung bezeichnet. Der Verlauf einer Magenschleimhautentzündung kann sowohl akut als auch chronisch sein. In der Medizin unterteilt man die chronische Gastritis in drei Subtypen, zu denen auch die chemisch-toxische Gastritis gehört.
Der menschliche Magen ist mit der Magenschleimhaut ausgestattet, die sein Inneres auskleidet und als Schutzschicht dient. Auf diese Weise verhindert die Magenschleimhaut, dass die Wand des Magens von der aggressiven Magensäure attackiert wird. Erkrankt ein Mensch jedoch an einer chronischen Gastritis, besteht die Gefahr einer teilweisen Zerstörung der Schutzschicht. Dadurch können die Zellen der Magenwand von der Magensäure in Mitleidenschaft gezogen werden.
Es gibt drei verschiedene Formen von chronischer Gastritis, die man in Typ A, B und C unterteilt. Typ A wird als Autoimmungastritis bezeichnet und tritt nur selten auf. Typ B ist die am häufigsten vorkommende Form und wird von dem Bakterium Heliobacter pylori verursacht. Bei Typ C handelt es sich um eine chemisch-toxische Gastritis, die auch als reaktive Gastritis bezeichnet wird. Das bedeutet, dass sie nicht von Krankheitserregern oder Antikörpern ausgelöst wird, sondern durch toxische Substanzen, die schädigend auf die Schleimhaut des Magens wirken. Etwa zehn Prozent aller Gastritis-Patienten leiden unter einer Typ C-Magenschleimhautentzündung.
Zu einer chemisch-toxischen Gastritis kommt es vor allem im Antrum, in der Nähe des Magenausgangs. Ausgelöst werden kann diese Gastritis-Form durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Dazu gehören vor allem Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. In diesem Fall spricht man von einer NSAR-Gastritis. Aber auch der chronische Konsum von Alkohol kann zu einer chemischen Reizung der Magenschleimhaut führen. Ein weiterer Grund für eine Entzündung sind körpereigene Flüssigkeiten wie zum Beispiel Galle (Gallenflüssigkeit). Fließt die Galle aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum) zurück in den Magen, was man als gastroduodenalen Reflux bezeichnet, besteht die Gefahr, dass der Magen dadurch geschädigt wird. Vor allem im Bereich des Magenpförtners kommt es häufig zu Beeinträchtigungen. Durch die schädigenden Substanzen wird die Durchblutung der Magenschleimhaut reduziert. Dies hat jedoch die Bildung von Schleimhauterosionen zur Folge. Darüber hinaus kann sich die oberflächliche Schleimhaut entzünden.
Bei einer chronischen chemisch-toxischen Gastritis kommt es in der Regel nur selten zu Beschwerden. In manchen Fällen leiden die Betroffenen unter Völlegefühl nach den Mahlzeiten, Aufstoßen oder Blähungen. Um eine chronische Magenschleimhautentzündung zu diagnostizieren, wird eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt, bei der man dem Patienten eine Gewebeprobe (Biopsie) entnimmt. Diese Probe wird im Anschluss an die Gastroskopie in einem Labor untersucht. Auf diese Weise lässt sich feststellen, um welche Form von chronischer Gastritis es sich handelt.
Um eine chemisch-toxische Gastritis wirkungsvoll zu therapieren, genügt in den meisten Fällen das Vermeiden der Substanzen, die die Reizung der Schleimhaut hervorrufen. Wird die Magenschleimhautentzündung von Nichtsteroidalen Antirheumatika verursacht, ist es ratsam, diese Arzneimittel abzusetzen. Für den Fall, dass dies nicht durchführbar ist, verschreibt man dem Patienten Protonenpumpenhemmer, die die Produktion der Magensäure blockieren. Ist dagegen Gallenflüssigkeit, die aus dem Zwölffingerdarm zurückfließt, für die Entzündung verantwortlich, muss die Ursache für den Rückfluss behandelt werden.
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