31. Januar 2012
Unter einer Blinddarmentzündung versteht man eine Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms. Besonders häufig sind Kinder von dieser Erkrankung betroffen.
In der Medizin wird eine Blinddarmentzündung auch als Appendizitis bezeichnet. Eigentlich handelt es sich bei dieser Erkrankung nicht um eine Entzündung des Blinddarms selbst, sondern des Wurmfortsatzes (Appendix vermiforis), der ca. acht Zentimeter lang ist. Dieser Wurmfortsatz bildet ein kleines Anhängsel des Blinddarms.
Grundsätzlich kann eine Appendizitis in jedem Lebensalter vorkommen. Bei etwa 70 Prozent aller Patienten tritt die Krankheit jedoch zwischen dem 4. und dem 30. Lebensjahr auf. Nur selten betroffen sind dagegen Babys und Kleinkinder. Verursacht wird eine Appendizitis meist durch eine Infektion. Begünstigt werden kann diese durch eine Staubildung des Wurmfortsatzinhaltes. Das ist darauf zurückzuführen, dass der Wurmfortsatz zwar über einen Eingang, nicht aber über einen Ausgang verfügt. Daher ist es möglich, dass es zu einer Ansammlung von Verdauungsrückständen kommt.
Weitere Gründe können Fremdkörper, Würmer, Tumore, Schwellungen der Schleimhaut oder ein Knick im Wurmfortsatz sein.
Erkennen lässt sich eine Blinddarmentzündung bei Kindern an bestimmten Symptomen. So leiden die betroffenen Kinder oftmals unter krampfartigen Bauchschmerzen im rechten Unterbauch und reagieren empfindlich auf Berührungen an dieser Stelle. Es aber auch möglich, dass die Schmerzen im Bauchnabelbereich, in der oberen Bauchhälfte oder im ganzen Bauchraum auftreten. Im weiteren Verlauf ziehen die Schmerzen dann in die untere rechte Bauchhälfte, wobei sie sich bei Bewegungen noch verstärken. So ist es zum Beispiel nicht möglich, auf dem rechten Bein zu hüpfen.
Bei manchen Kindern kommt es zu leichtem Fieber von ca. 38 Grad Celsius. Allerdings gibt es auch viele Kinder, bei denen kein Fieber zu verzeichnen ist. Weitere Anzeichen einer Appendizitis können Übelkeit und Erbrechen sein. Nach Angaben des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte zeigen sich die typischen Symptome einer Appendizitis jedoch lediglich bei 50 Prozent der betroffenen Kinder.
Vor allem bei kleinen Kindern ist es schwierig, die Beschwerden eindeutig festzustellen. Auch die Stärke der Bauchschmerzen ist oft unterschiedlich. So können sie bei manchen Kindern in nur wenigen Stunden schlimmer werden, während dies bei anderen Kindern erst nach ein paar Tagen der Fall ist.
Kommt es zu anhaltenden Beschwerden, ist es wichtig, dass die Eltern so rasch wie möglich einen Arzt zu Rate ziehen, da bei einer Blinddarmentzündung eine schnelle Behandlung dringend erforderlich ist. So wird von Ärzten empfohlen, bei starken Bauchschmerzen, die länger als drei Stunden dauern, das Kind zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus zu bringen.
In den meisten Fällen wird noch am Tag der Diagnose eine Operation durchgeführt, bei der man den Wurmfortsatz entfernt.
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Das Buch Appendix und Appendizitis zu der Erkrankung Blinddarmentzündung von Niels Krack.
