26. Januar 2011
Als Prinzmetal-Angina bezeichnet man eine besondere Form von Angina pectoris. Ausgelöst wird sie durch Spasmen der Herzkranzgefäße.
Spricht man von Angina pectoris, ist damit ein plötzlich auftretender Schmerz im Brustraum gemeint. Man bezeichnet die Angina pectoris auch als Herzenge, Brustenge oder Herzschmerz. Eine Sonderform von Angina pectoris ist die Prinzmetal-Angina.
Bei Angina pectoris unterscheidet man zwischen mehreren unterschiedlichen Formen. Dazu gehören die stabile und die instabile Angina pectoris, Angina decubitus, die Belastungsangina, die therapieresistente Angina pectoris sowie die Präinfarktangina, die vor einem Herzinfarkt auftritt. Eine weitere Form ist die Prinzmetal-Angina. Während die meisten Angina pectoris-Formen durch eine Koronarsklerose entstehen, wird die Prinzmetal-Angina durch eine zeitweilige Ischämie des Herzmuskels (Myokard) verursacht. Bei einer Ischämie oder Blutleere kommt es zu einer verminderten Durchblutung oder gar zu einem Durchblutungsausfall des Herzmuskels. Diese Durchblutungsstörung entsteht wiederum durch einen Vasospasmus (Krampf) in einem oder mehreren Herzkranzgefäßen.
Ihren Namen erhielt die Prinzmetal-Angina, die auch als vasospastische Angina oder Variantangina bezeichnet wird, von dem amerikanischen Kardiologen Myron Prinzmetal (1908–1987), der sie 1959 zum ersten Mal beschrieb. Zur Manifestation einer Prinzmetal-Angina kommt es in erster Linie zwischen dem 3. und dem 4. Lebensjahrzehnt.
Eine Prinzmetal-Angina tritt unabhängig von körperlichen Belastungen auf. Zu einem Anfall kommt es zumeist am frühen Morgen. Ein solcher Anfall kann sowohl einige Sekunden als auch mehrere Minuten andauern. Bei den Betroffenen tritt dabei ein Schmerz oder Druck auf, der bis in andere Körperregionen wie der linken Schulter, den Arm, den Kiefer oder den Nacken ausstrahlt. Manchmal leidet der Betroffene zudem unter Herzrasen oder einem Kreislaufkollaps. Im schlimmsten Fall kann es durch die Ischämie sogar zu einem Herzinfarkt kommen.
Eine Prinzmetal-Angina von einer instabilen Angina pectoris zu unterscheiden, ist nicht immer ganz einfach, denn zu Vasospasmen kann es auch durch eine Koronarsklerose kommen. Umgekehrt ist es möglich, dass auch bei einem Patienten, der unter einer Prinzmetal-Angina leidet, eine Koronarsklerose auftritt. Bestehen Zweifel um welche Angina pectoris-Form es sich handelt, werden spezielle Untersuchungen wie beispielsweise eine Koronarangiographie durchgeführt. Fehlen bei einem Patienten die typischen kardiovaskulären Risikofaktoren, gilt dies normalerweise als Hinweis auf eine Prinzmetal-Angina.
Behandelt wird eine Prinzmetal-Angina in der Regel mit Medikamenten wie Calciumantagonisten oder Nitraten. Die Einnahme von Betablockern gilt dagegen nicht als geeignet.
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